16 Stunden Ewigkeit: Murmeltiertag 2.0 jetzt bei Amazon Prime

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Der Zeitschleifen-Film ist mittlerweile ein eigenes Genre – wenn auch ein kleines. Kaum 30 Filme gibt es bislang, die sich mit einem sich ständig wiederholenden Tag beschäftigen und doch gibt es sowohl witzige wie ernsthafte Vertreter. Die geringe Menge an Filmen dürfte auch daran liegen, dass die Ausgangsposition entgegen der landläufigen Meinung gar nicht so viele unterschiedliche Storys zulässt. Denn die Ähnlichkeiten der Filme untereinander sind zum Teil mehr als deutlich. Doch Regisseur Ian Samuels (Sierra Burgess is a Looser ) fand mit der gleichnamigen Kurzgeschichte von Lev Grossman, der auch das Drehbuch schrieb, eine originelle Neuinterpretation des bekannten Plots – ist ein guter Film daraus geworden?

The Map of Tiny Perfect Things

Die Handlung

Mark (Kyle Allen) ist in einer Zeitschleife gefangen. Jeden Morgen wacht er am gleichen Tag auf und um Mitternacht endet sein Tag – egal, was er tut. Und so lebt Mark sprichwörtlich in (immer den gleichen) Tag hinein, tut, wozu er Lust hat und denkt über Möglichkeiten nach, den Zeitablauf wieder in Ordnung zu bringen. Doch mehr als krude Theorien sind dabei bislang nicht herausgekommen. Das ändert sich, als er eines Tages im Freibad eine junge Frau bemerkt, die in den vorherigen gleichen Tagen nicht dort war. Gibt es noch jemanden, der sich dessen bewusst ist, dass die Zeit hängt und sich innerhalb des Tages frei bewegen kann?

Tatsächlich ist Margaret (Kathryn Newton) ebenfalls eine Gefangene der Zeit und hat ganz eigene Theorien aufgestellt, warum sie immer den gleichen Tag erlebt. Seit ihrer Kindheit ist sie fasziniert von Wissenschaft auch zudem, wie Mark zugeben muss, deutlich klüger als er. Dennoch hat er eine Idee, die vielleicht kein Ausweg aus der Situation ist, aber doch sehr befriedigt: Mark und Margaret suchen überall in der Stadt nach kleinen, perfekten Momenten wie einer alten Frau, die sich über einen Sieg beim Kartenspiel freut oder einen spektakulär geschlagenen Tennis-Ball. Und so entsteht langsam eine Karte, in der diese kleinen Wunder eingetragen sind ...

The Map of Tiny Perfect Things

Newton macht es zwei Mal!

Kathryn Newton wird eine besondere Ehre zuteil: Sie spielt nicht nur in gleich zwei Zeitschleifen-Filmen die Hauptrollen, neben 16 Stunden Ewigkeit ist sie auch in Freaky dabei, der im Oktober in Kinos kommen soll. Sie tut das auch kurz hintereinander, denn eigentlich hätte die Horror-Variante Freaky bereits im vergangenen Jahr anlaufen sollen. Das dürften gleich zwei Rekorde sein! Sorgt so viel Erfahrung mit Zeitschleifen für eine solide Performance? Ganz eindeutig ja, aber das ist längst nicht das einzig Gute an 16 Stunden Ewigkeit, der ersten richtig gelungenen Rom-Coms des noch jungen Jahres.

Das geht schon in der ersten Szene los. Denn während noch der Vorspann läuft, begleitet das Publikum Mark auf seinem Weg zur Schule. Und bemerkt dabei schnell, dass der Teenager den Ablauf der Geschehnisse um ihn herum genau kennt. Andere Filme brauchen eine halbe Stunde oder länger, um zu diesen bei Fans mega-beliebten Szenen zu kommen, 16 Stunden Ewigkeit fängt damit an. Mark weicht Autos aus, ohne hinzusehen und bringt Kleinigkeiten in Ordnung, ohne dass es jemand bemerken würde. So macht der Film schnell klar, dass es hier um andere Dinge geht als um Protagonisten, die sich mit der neuen Situation erst anfreunden müssen. Das ist hier längst passiert.

The Map of Tiny Perfect Things

Liebe ohne Wiederholung

Stattdessen nimmt sich Samuels viel Zeit, um seine beiden Teenager dabei zu beobachten, wie sie langsam von Fremden zu Freunden werden und damit die tiefe Einsamkeit bekämpfen, die sie trotz ihrer täglichen Freiheit empfinden. Der Zuschauer ist aus Marks Sicht mit dabei – und der erfährt nur quälend langsam mehr aus Margarets Leben und muss sich schon bald damit abfinden, manche ihrer Geheimnisse nie zu erfahren. Dennoch suchen sie gemeinsam nach all den kleinen perfekten Momenten, die ein einziger Tag in einer kleinen Stadt bietet. Und in diesen Szenen liegt nicht nur Freude und Humor, sondern auch eine emotionale Tiefe, die den Zuschauer berührt.

Denn die Fähigkeit von Mark und Margaret, sich über diese kleinen Dinge zu freuen und sie zu sammeln wie Briefmarken, steckt auch das Publikum an. Oft genug muss man beim Sehen dieses Films einfach mitlächeln – und das zeugt schon von Qualität. Die hat im Fall von 16 Stunden Ewigkeit mehrere Väter. Die beiden Hauptdarsteller überzeugen in ihren Rollen. Man wünscht Mark nichts mehr, als dass er endlich hinter die Maske der melancholischen Margeret blickt und ihr Herz erobern kann – und doch ist der Film keine reine Love-Story. Denn die Twists, die vom Drehbuch klug gesetzt sind, sorgen dafür, dass der Film immer wieder eine andere, spannende Richtung einschlägt.

The Map of Tiny Perfect Things

Natürlich sind manche Dinge klar, schließlich handelt es sich bei 16 Stunden Ewigkeit um eine Rom-Com, wenn auch um keine typische. Aber die Geschichte bietet genug wunderbare Momente abseits der großen Gefühle, um auch Zuschauer mitzunehmen, die auf eine Liebesgeschichte eigentlich keine Lust haben. Wie so oft im Mikro-Genre des Zeitschleifen-Films haben die Protagonisten auch hier Erkenntnisse über das Leben, die manchmal banal, manchmal aber auch sehr klug sind. Ohne den Anspruch, mehr zu sein als reine Unterhaltung, ist der Film einer der Art, bei denen man nach dem Ende noch einen Moment sitzen bleibt und sich über das freut, was man gerade gesehen hat.

Fazit:

The Map of Tiny Perfect Things erfindet den Zeitschleifen-Film zwar keineswegs neu, glänzt aber in Details so schön, dass die Mischung aus philosophisch angehauchter Sci-Fi und Rom-Com einfach Spaß macht. Kyle Allen und Kathryn Newton liefern in ihren Rollen starke Auftritte ab und halten das Interesse an ihren Figuren jederzeit hoch. Dazu kommen gelungene Twists und eine leise Melancholie, die dem Film eine ganz besondere Note verleiht. 16 Stunden Ewigkeit ist das Pendant zu einer Tasse heißer Schokolade und Keksen nach einem langen Winterspaziergang – süß und wohlig wärmend.

16 Stunden Ewigkeit startet am 12. Februar 2021 bei Amazon Prime.

The Map of Tiny Perfect Things

Wertung

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