Asphalt Burning: Racer-Comedy aus Norwegen jetzt bei Netflix!

 | Spiele.de
Springe zu...
TEILEN

Norwegen gehört nicht unbedingt zu den großen europäischen Filmproduzenten, bei Netflix waren die Skandinavier aber schon ganz fleißig. Neben Comedy-Serien wie Weihnachten zuhause glänzte Norwegen vor allem mit düsteren und phantastischen Inhalten wie Blutiger Trip, Kadaver oder Ragnarok. Mit Asphalt Burning kommt nun eine weitere Komödie aus dem Norden zu Netflix, die aber auch eine deutsche Produktion sein könnte. Denn hier tauchen einige deutsche Stars auf, die zum Teil bereits in Netflix-Produktionen zu sehen waren - wie etwa Kostja Ullmann und Peter Kurth. Ob sich der Film lohnt, verrät unsere Kritik.

Asphalt Burning

Die Handlung

Endlich will Rennfahrer Roy (Anders Baasmo Christiansen) seine geliebte Sylvia (Kathrine Thorborg Johanson) heiraten, da kommt ihm das Schicksal in Form der Renn-Pilotin Robin (Alexandra Maria Lara) dazwischen. Die hatte Roy den Abend vor der Hochzeit zu einem Kuss verführt und verrät der Braut diese Tatsache direkt vor dem Traualtar. Sylvia ist sauer und rauscht samt gemeinsamer Tochter Shelby mir Robin ab - ihrer Ex-Freundin. Um sie zurückzugewinnen, soll Roy in zwei Tagen ein Rennen gegen Robin fahren - auf dem Nürburgring! Weil er seine Sylvia zurückhaben will, geht Roy auf den Deal ein und macht sich mit seinen Freunden und seiner erwachsenen Tochter Nina (Ida Husoy) auf den Weg.

Unterwegs gabeln sie nicht nur einen schrägen Typen auf, der ebenfalls Roy heißt, sondern müssen sich auch mit einer Rockerbande um Anführer Lemmy (Henning Baum) herumschlagen. Außerdem befindet sich ein Bus auf dem Weg nach Deutschland, den Roys Erzfeind Philip Mörk fährt. Und auch die deutsche Polizei in Form der Beamten Berry (Milan Peschel) und Kurt (Peter Kurth) ist mit Roys Auftritt auf deutschen Autobahnen nicht einverstanden. Da ist es gut, dass Roy noch einen Roy (Kostja Ullmann) kennenlernt - einen Mechaniker, der Roy auf seinem Weg zum Nürburgring helfen will ...

Asphalt Burning

Eigentlich schon Teil drei

Schon zu Beginn dürfte beim Zuschauer eine leichte Irritation auftreten. Denn Asphalt Burning tut tatsächlich so, als müsste das Publikum die schrägen Vögel, die hier Hochzeit feiern wollen, eigentlich schon kennen. Das Rätsel löst sich, wenn man sich den Originaltitel des Films ansieht: Börning 3. Es ist bereits der dritte Film um Roy und seine autoverrückten Kumpels - allerdings der erste, der für Netflix produziert wurde. Das wiederum dürfte die deutschen Stars erklären, die teilweise bereits in Netflix-Produktionen mitwirkten - wie Kostja Ullmann und Peter Kurth unlängst in Wir können nicht anders oder Ruby O. Fee in Polar.

Die Tatsache, dass sich Netflix hier einen dritten Teil an Land gezogen hat, ist allerdings für das Verständnis der Handlung kein Problem, die ist ohnehin ein zartes Nichts von einem Plot. Schwerer wirkt da schon, dass der Zuschauer immer wieder das Gefühl hat, ihm fehlen Informationen über viele der Charaktere, die die eine oder andere Szene vermutlich lustiger gemacht hätten als sie nun ist. Manches vermittelt den Eindruck, hier eigentlich einen Running Gag zu sehen, der seinen Ursprung schon im ersten oder zweiten Teil hatte - und den man deshalb nun nicht versteht oder zumindest nicht zu würdigen weiß.

Asphalt Burning

Launige Auftritte deutscher Stars

Dafür entschädigt Asphalt Burning den deutschen Zuschauern mit vielen kleinen Auftritten deutscher Stars. Neben Henning Baum sind beispielsweise auch die Boss Hoss-Sänger Sascha und Alec zu sehen, Milan Peschel und Peter Kurth spielen zwei Cops und Wencke Myhre, sowohl in Deutschland wie auch in Norwegen ein Star, ist ebenfalls in einer kleinen Rolle dabei. Und natürlich Alexandra Maria Lara als weiblicher Bösewicht des Films, sowie Kostja Ullmann und Ruby O. Fee als Geschwister und Mechaniker-Asse. Das macht Asphalt Burning zwar keinesfalls zu einem großartigen Film, verleiht ihm aber einen gewissen Charme, der durchaus Laune macht.

Unschön ins Gewicht fällt dagegen ein aus dem Computer stammender Auto-Stunt, dem man seine Künstlichkeit leider sehr stark ansieht - und der auch eher in einen Fast and Furious-Film gepasst hätte. Der Rest des Renn-Spaßes bleibt hingegen deutlich bodenständiger und zeigt solide die verschiedenen Rennen, die Roy auf seinem Weg zur großen Liebe bestehen muss. Auch guter Humor blitzt hin und wieder auf, wer aber die Vorgängerfilme nicht kennt - und das dürften wohl die meisten Zuschauer sein - dem fehlt hier schlicht Vorwissen für manche Lacher. Insgesamt verbreitet Asphalt Burning einen seltsamen, aber nicht unsympathischen 80er Jahre-Retro-Vibe.Asphalt Burning

Asphalt Burning

Dass die gesamte Story auf einen Bierdeckel passt, ist dabei ebenso nebensächlich wie die Figuren. Denn die Pointen sitzen, die Schauspieler verstehen sich auf gutes Timing - und der harmlose Humor ist kompatibel. Zwar hat Asphalt Burning mit Fast and Furious nicht viel zu tun, obwohl der erste Teil der Reihe in Anspielung sogar Burning: The Fast & The Funniest heißt, aber der Film erinnert an Komödien wie Auf dem Highway ist die Hölle los oder Ein ausgekochtes Schlitzohr. Für Zuschauer mit Spaß an diesen Klassikern und genug Benzin im Blut, um auch bei wenig Handlung Spaß zu haben, solange schöne Autos zu sehen sind, ist Asphalt Burning durchaus einen Blick wert.

Fazit:

Sein nordischer Charme und die zahlreichen Gast-Auftritte deutscher Stars machen Asphalt Burning zwar noch nicht zum Pflichttermin für Netflix-Nutzer, wer aber früher Spaß an harmlosen Highway-Komödien aus den USA hatte, dürfte auch hier auf seine Kosten kommen. Allerdings versanden manche Gags durch die Tatsache, dass das Publikum hier schon den dritten Teil einer Filmreihe zu sehen bekommt und die Figuren nicht neu eingeführt werden. Stattdessen wird vieles vorausgesetzt, das ein neuer Zuschauer gar nicht wissen kann. Und so fehlt oft schlicht der Kontext für eine gelungene Pointe. 

Aspahlt Burning startet am 2. Januar 2021 bei Netflix.

Asphalt Burning

Wertung

Weiterlesen