Fate - The Winx Saga: Wie gut ist die neue Netflix-Serie?

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Harry Potter ist ein noch viel größeres Phänomen als viele Fans überhaupt wissen. Denn der junge Zauberer hat seine Schöpferin Joanne K. Rowling nicht nur zur Milliardärin gemacht und weltweit für Millionenverkäufe an Büchern und Kinotickets gesorgt, er hat auch eine Flut von Nachahmern losgetreten, die bis heute nicht abgeebbt ist. Weil das für die Zielgruppe aber noch besser funktioniert, stehen dort meist Mädchen oder junge Frauen als Heldinnen im Mittelpunkt. Die meisten davon basieren auf Büchern, die ebenfalls erst nach dem Harry Potter-Erfolg geschrieben wurden. Bei Fate The Winx Saga ist aber eine Zeichentrick-Serie für Kinder die Vorlage - merkt man das?

Fate The Winx Saga Bloom

Die Handlung

Als die junge Bloom (Abigail Cowen, Hexe Dorcas aus Chilling Adventures of Sabrina) auf ihre neue Schule kommt, ahnt sie noch nicht, wie sehr sich ihr Leben ab jetzt verändern wird. Denn die junge Frau ist eine Fee, die allerdings als Kind zweier Menschen zur Welt kam. Weil die Magie in ihr nun aber erwacht, muss sie den Umgang damit auf der Feenschule lernen, dem altehrwürdigen Alfea-Institut. Das liegt aber nicht auf der normalen Erde, sondern in einer anderen Dimension. Und dort gibt es auch andere Wesen als nur Feen. Bald lernt Bloom Stella (Hannah van der Westhuysen) kennen, die Kronprinzessin des größten Reiches im Feenland. 

Gemeinsam mit Bloom tauchen dort aber auch Monster auf, die schon seit Jahren nicht mehr gesichtet wurden - die tödlichen Verbrannten, die jeden in einen der ihren umwandeln, wenn sie ihn verletzt haben. Das lässt nicht nur die Schulleiterin Farah (Eve Best) hellhörig werden, auch die ausschließlich männlichen Kämpfer um den jungen Sky (Danny Griffin) werden in Alarmbereitschaft versetzt. Welches dunkle Geheimnis umgibt Bloom, was hat es mit ihrer Herkunft auf sich und wer steckt hinter den Attacken der Verbrannten? Fragen über Fragen, denen sich die jungen Frauen um Bloom um Stella stellen müssen, wenn sie ihr erstes Schuljahr überleben wollen ...

Fate The Winx Saga Farah

Alles schon gesehen

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Langsam verliert die immer gleiche Story ihren Reiz. Ob das Motherhood Fort Salem ist, Shadowhunters oder Warrior Nun - wenn sich junge Frauen plötzlich mit einer Gabe konfrontiert sehen, mit der sie um ihr Leben oder das anderer gegen böse Mächte kämpfen müssen, dann sind die Parallelen mehr als deutlich. Natürlich versuchen die Serienmacher durchaus, dem altbekannten Konzept auch neue Aspekte abzugewinnen, doch meist liegen die Gemeinsamkeiten mit anderen Serien dennoch sehr deutlich auf der Hand. Da bildet Fate The Winx Saga keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil.

Die Serie schielt derart ungeniert auf das große Vorbild Harry Potter (eine eigene Schule für Feen, Lehrer, die Geheimnisse haben, unterschiedliche Zauberbereiche und vieles mehr), dass es eigentlich unmöglich ist, das zu übersehen. Dazu kommen noch ein paar Versatzstücke aus Shadowhunters (junge Kämpfer mit Schwertern und Machtkämpfe zwischen den Guten) und fertig ist die neue Serie. Das Vorbild Winx Club lief acht Staffeln lang von 2004 bis 2019 auf Nickelodeon und war für eine deutlich jüngere Zielgruppe gedacht. Auf diese Zuschauer und deren Alterungsprozess ist nun Fate The Winx Saga abgestimmt, die Serie hat eine Freigabe ab 16 Jahren. 

Fate The Winx Saga

Eigentlich eine Jugendserie

Und das auch noch unnötig. Denn bis auf einige wenige, blutige Szenen, die allerdings nicht wirklich notwendig sind, ist Fate The Winx Saga lupenreines Kinder- und Jugendprogramm. Veränderungen im Leben, erste Liebe, Freundinnen und Feindinnen und vieles mehr sind typische Bestandteile von Serien, die sich an 10-14-jährige Kinder und Jugendliche richten. Und denen wird auch Fate the Winx Saga am ehesten gefallen. In diesem Alter dürften sie die Handlung um Bloom und ihre Gruppe von Feen noch aufregend finden. Unverständlich, warum Netflix offenbar die höhere Freigabe durch Zugabe von Blut durchgesetzt hat.

Dass Fate trotz des ausgelutschten Themas dennoch ganz ordentlich geraten ist, liegt weitgehend an den jungen Darstellern, die sich alle Mühe geben, das Geschehen möglichst emotional zu verkaufen und das Publikum so dazu bringen, sich alle sechs Folgen der Serie anzusehen. Wie bei Netflix-Serien üblich, ist zwar auch hier ein großes Tor für eine zweite Staffel aufgestoßen worden, aber zumindest die Hauptgeschichte der ersten Staffel wird beendet. Falls die Serie also nicht verlängert wird - und das ist sehr gut möglich - bleiben die Fans nicht auf zu vielen offenen Fragen sitzen.

Fate The Winx Saga  Beatrix

Was die Autoren bei der Handlung nicht liefern, ein paar frische Ideen nämlich, gelingt ihnen dafür bei der Charaktererschaffung besser. Bloom darf zwar nur sehr wenig aus ihrem Klischee des verwirrten, unverstandenen Mädchens ausbrechen, aber ein paar der Nebenfiguren haben teils erfrischend witzige Dialoge bekommen, die den starren Plot ein wenig aufhellen und auch mal für Lacher sorgen. Ansonsten ist die Potter-Kopie leider erschreckend ernst ausgefallen, erst recht dafür, dass gar nicht so viel Schlimmes passiert. Wer Fan von Young-Adult-Fantasy-Stoffen oder der Original-Serie ist, wird vermutlich dennoch Freude haben, der Rest eher nicht.

Fazit:

Leider bietet Fate The Winx Saga so wenig neues und noch wengier originelle oder frische Ideen, dass die Serie nur für Fans genau dieser Art Geschichten wirklich empfehlenswert ist. Sympathische Darsteller und hin und wieder ein wenig Humor sorgen für gelegentliche Highlights im ansonsten sehr fade angerührten Young-Adult-Fantasy-Einheitsbrei. Der aber immerhin ordentlich getrickst und gespielt ist.

Fate the Winx Saga startet am 22. Januar 2021 bei Netflix.

Fate The Winx Saga Bloom zaubert

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