Fear of Rain: Das halten wir vom neuen Thriller fürs Heimkino!

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Madison Iseman ist zwar erst 24 Jahre alt, kann aber schon auf eine beachtliche Zahl an Horrorfilmen und Thrillern zurückblicken, in denen sie mitgewirkt hat. Denn neben ihrer Rolle im Blockbuster-Spaß Jumanji: Welcome to the Jungle war sie in Goosebumps 2, Annabelle 3 und Nocturne zu sehen – alles düstere und zum Teil gruselige Filme. Mit Fear of Rain setzte sie diese Reihe nun fort und spielt eine High-School-Schülerin mit einer psychischen Krankheit. Kann Iseman, die zurzeit eine TV-Adaption von Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast dreht und damit zur neuen Scream Queen der 2020er zu werden scheint, in der Rolle der schizophrenen Rain überzeugen?

Fear of Rain Iseman @Leonine Studios

Auf der Flucht: Dieses Gefühl hat die junge Rain jeden Tag.

Die Handlung

Rain (Madison Iseman) flieht vor einem maskierten Mann durch den Wald, kann aber nicht entkommen. Der Kerl vergräbt sie bei lebendigem Leib – dann wacht sie auf. Und findet sich im Krankenhaus wieder. Erneut hatte die junge Frau eine Episode ihrer psychischen Erkrankung – Schizophrenie. Sie kann ihren Sinnen nicht trauen, oft gaukeln ihr ihre Augen Dinge vor, die gar nicht da sind. Als sie endlich wieder nach Hause darf, hält sich ihre Vorfreude auf die Rückkehr in die Schule auch in engen Grenzen. Doch ihr Vater John (Harry Connick Jr.) und ihre Mutter Michelle (Katherine Heigl) reden ihr gut zu und hoffen auf eine positive Wirkung der anderen Kids.

Und tatsächlich freundet sie sich mit Caleb (Israel Boussard) an, der neu an der Schule ist und von ihren Problemen nichts weiß. Allerdings ist Rain im Zweifel, ob ihr neuer Kumpel auch tatsächlich real ist. Denn niemand außer ihr scheint ihn wahrzunehmen oder auf ihn zu reagieren. Als se eines Nachts einen Schrei hört und kurze Zeit später im Nachbarhaus ein kleines Mädchen sieht, dass dort offenbar gefangen gehalten wird, ist sie zwar ganz sicher, dass es wirklich passiert ist, aber die Erfahrung spricht dagegen. Dennoch behält sie das Haus ihrer Nachbarin und Lehrerin Mrs McConell (Eugenie Bondurant) weiter im Auge ... 

Fear of Rain Rain und Caleb @Leonine Studios

In der Schule lernt Rain den netten Caleb kennen. Aber ist der real?

Thriller-Drama-Mix

Castille Landon ist zwar erst 29 Jahre alt, führt aber neben der Schauspielerei schon seit einigen Jahren Regie, meist nach eigenen Drehbüchern. Und auch Fear of Rain stammt aus ihrer Feder. Ob sie auch selbst den Trailer für ihren Film geschnitten hat, ist allerdings unklar. Daher lässt sich auch nicht sagen, ob sie eine Mitschild daran trägt, dass viele Zuschauer nach Sichtung des Trailers womöglich einen ganz anderen Film erwarten als den, den sie letztlich bekommen. Denn die Vorschau suggeriert schon ein ordentliches Maß an Horror, was der Film aber nie einlöst. auch wenn die eine oder andere Vision zarte Gemüte ängstigen könnten, so ist Fear of Rain im Kern doch ein Thriller-Krimi und kein Horrorfilm.

So lässt sich Hitchcocks Klassiker Fenster zum, Hof als Vorbild für diesen Film kaum wegdiskutieren. Nur dass statt James Stewarts gebrochenem Bein diesmal Rains Schizophrenie die Aufklärung eines möglichen Verbrechens erschwert. Und das Ganze natürlich auch als reine Einbildung in den Raum stellt. Mindestens so viel Raum wie der Thriller-Plot erhält der dramatische teil des Films, in dem Rain um ihre geistige Gesundheit und Selbstbestimmung kämpft. Und die Thriller-Handlung mitunter für längere Zeit komplett ausbremst. Tatsächlich passen die beiden Haupterzählstränge des Films nicht wirklich perfekt zusammen.

Fear of Rain Michelle @Leonine Studios

Rain Mutter Michelle ist wegen ihrer Tochter extrem besorgt.

Horror gibt es nicht

Denn immer wieder treibt Landons Script weit weg von der Storyline um die verdächtige Lehrerin und beschäftigt sich ausschließlich mit der Schizophrenie und deren Folgen. Weiche Übergänge oder gar die Integrierung der einen in die andere Erzählung, das klappt viel zu selten. Und es kostet auch Spannung, weil das Interesse des Publikums immer wieder vom Thrillerplot weggeführt wird, die harmlosen Horror-Momente, die schon nach dem ersten Mal als nicht real und damit ungefährlich eingeführt werden, fangen diesen Verlust nicht auf. Etwas spannender ist da schon der stetige Kampf mit den sozialen Folgen der Krankheit, die Iseman auch sehr glaubwürdig spielt.

Auch Lindon, die danach die beiden noch fehlenden Teile der After-Reihe mit Joesphine Langford inszenierte, schien sich nicht für eine der beiden Storys entscheiden zu können, denn beides wirkt durch den Zeitmangel oft gehetzt und nicht richtig auserzählt. Schauspielerisch ist das Drama klar stärker, denn hier treten neben Madison Iseman auch noch Katherine Heigl und Harry Connick Jr. wohltuend in Erscheinung. Zudem ist es der deutlich emotionalere Teil des Films. Dennoch ist de Fenster zum Hof-Variante kein Totalausfall. Die von Eugenie Bondurant gekonnt ambivalent gespielte Lehrerin könnte Opfer oder Täterin sein, Kamera-Arbeit und Schnitt sind ebenfalls in Ordnung und bauen die gewünschte Spannung durchaus auf – nur eben viel zu selten.

Fear of Rain John und Rain @Leonine Studios

Vater John versucht, seiner Tochter so gut wie möglich zu helfen.

Fazit:

Mit Fear of Rain bekommt der Zuschauer einen Film, der manches ist, was man nicht vermutet und einiges nicht ist, was der Trailer verspricht. Vom angedeuteten Horror bleibt hier nicht viel übrig, stattdessen erzählt der Film eine Fenster zum Hof-Variante und mischt diesen Plot mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie. Dabei ist der Drama-Teil, in dem Madison gegen die Folgen ihrer Krankheit kämpft und deutlich macht, dass sie einen täglichen Kampf auszutragen hat, deutlich stärker als der Thriller-Part, der zwar durchaus gefällig und spannend inszeniert ist, letztlich aber zu wenig Platz hat, um die Spannungsschraube wie im Hitchcock-Klassiker anzuziehen.

Fear of Rain erscheint am 26. März 2021 auf DVD und Blu-Ray, bereits am 19. März als digitaler Download.

Wertung

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