In the Trap: Dämonischer Horror oder öder Langweiler?

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Unheimliche Häuser gehören inzwischen zum kleinen Einmaleins der Horrorfilme-Macher. Spätestens seit der Conjuring-Reihe mit zwei wirklich biestigen bösen Mächten in alten Gemäuern gehören wackelnde Flure und gruselige Geräusche in dunklen Fluren einfach dazu. Natürlich ist das Sub-Genre aber schon viel älter. Bereits 1963 drehte Robert Wise mit Bis das Blut gefriert einen der besten Spukhaus-Filme aller Zeiten und Tobe Hooper legte mit Poltergeist 1982 einen modernen Klassiker vor, der ebenfalls bis heute kaum etwas von seiner Wirkung verloren hat. Große Fußstapfen, in die In the Trap da tritt. Kann der Film die füllen?

In the trap @Splendid Films

Seit frühester Jugend ist Philip durch die Ereignisse im Haus ein psychisches Wrack.

Die Handlung

Philip (Jamie Paul) hatte keine schöne Kindheit. Vor seinen Augen und denen seiner Mutter wurde seine kleine Schwester in der heimischen Wohnung von unsichtbaren Kräften in einer Zimmer gezerrt und dort abgeschlachtet. Der bereits vorher sehr religiöse Junge sucht danach Trost und Schutz vor dem Bösen im Haus in Gebeten und Heiligenbildchen. Als Erwachsener scheint sich die Lage etwas zu beruhigen. Philip hat einen guten Job als Korrekturleser und verliebt sich in die begabte Violinistin Katherine (Sonya Cullingford, The Danish Girl). Die bösen Mächte, die Philip schon so lange terrorisieren, scheinen endgültig verschwunden.

Aber wie das in Horrorfilmen nun einmal so ist, trügt der Schein. Eines Nachts erwacht Katherine und hat augenscheinlich unbeschreibliche Angst vor etwas, das sie erblickt. Philip bekommt davon allerdings nichts mit. Erst als er sie ein paar Nächte später im ehemaligen Zimmer seiner Schwester findet und sie mit völlig veränderte Stimme zu ihm spricht, wird ihm klar, dass die Kreatur von damals zurück ist. Er ruft seinen väterlichen Freund Pater Andrew (David Bailie) zur Hilfe, doch auch der erfahrene Geistliche ist mit seinem Exorzismus bald am Ende. oder doch nicht?

In the Trap @Splendid Film

Pater Andrew will Philip helfen und geht dafür manches Risiko ein.

Wenig Grusel

Knallende Türen, unheimliches Geflüster und sich bewegende Dinge: Zwar hat der italienische Regisseur Alessio Liguori auf knarzenden Dielen und flackernde Kerzen verzichtet, aber sonst so ziemlich alles aufgefahren, was den typischen Spukhaus-Horrorfilm ausmacht. Das ist an sich ja auch nicht verwerflich, wenn die Dinge denn den Zweck erfüllen, für den sie gedacht sind: Angst zu machen. Davon ist bei diesem Film trotz einiger Versuche wenig zu spüren. Richtig gute Horrorfilme beweisen oft ein feines Zusammenspiel aus einer guten Story, unheimlicher Atmosphäre und sauber gesetzten Schockmomenten. In the Trap hat davon nur sehr wenig zu bieten.

Man muss dem Film immerhin zugute halten, dass er sich vom scheinbaren Exorzismus-Film schnell wieder entfernt und eine andere Richtung einschlägt. Es wäre aber schön gewesen, wenn diese Handlung auch ein wenig Spannung aufgebaut hätte. So ist die Hauptfigur Philip nach 30 Minuten echt verzweifelt und voller Angst. Und das ist er nach 85 Minuten immer noch. Knapp eine Stunde lang baut Liguori zwar seinen Twist auf, aber eine Entwicklung seiner Figuren gibt es dabei kaum. Zudem machen viele der unheimlichen Momente, mit denen Philip immer wieder konfrontiert wird, bei Licht betrachtet auch gar nicht so viel Sinn. 

In the Trap @Splendid FIlms

Kann der Pater Philips Freundin Katherine helfen, die offenbar eine dämonische Präsenz in sich trägt?

Zu wenig Ideen

Schon nach gut 30 Minuten stutzt der erfahrene Horror-Zuschauer erstmals und auch später erzählt Liguori die Story bis zu seinem dann nur noch wenig überraschenden Twist ebenfalls wenig subtil und leider auch wenig packend. Zu oft verfällt er auch die gleichen Ideen, nach dem dritten Mal ist dann auch die innovativste Kamerafahrt irgendwann nicht mehr so beeindruckend. In the Trap wirkt oft wie ein Film, der sich aus einzelnen Szenen entwickelt hat, die für sich genommen gar nicht übel sind, zusammen aber einfach keinen stringenten Film ergeben. Und dass der Regisseur ein Ende mit der letzten Szene womöglich doch wieder einkassiert, ist auch kein Grund zum Feiern.

Immerhin hat Liguori seine Darsteller ganz ordentlich gecastet. Zwar darf Jamie Paul nicht viel mehr zeigen als nackte Panik, aber das kann er recht gut. Und auch der Rest der Besetzung spielt seine Rollen ordentlich. Das Problem ist nur, dass manche so schwach geschrieben sind. So ist die Nachbarin Sonia, gespielt von Miriam Galanti, nicht viel mehr als ein lüsterner Single ohne jeden Hintergrund. Und auch Pater Andrews Motivation für die eine oder andere Handlung treibt dem Zuschauer ein Runzeln auf die Stirn. Den Schauspielern mag man hier kaum anlasten, dass ihre Rollen dem Publikum aufgrund der öden und oft redundanten Handlung bald egal sind. Und schrille Geigentöne allein machen einfach keine Angst.

IN the Trap @Splendid Films

Und wer ist die alte Frau, die plötzlich in Philips Wohnung auftaucht? 

Fazit:

In the Trap ist ein weiterer Versuch, mit einer halbwegs guten Idee einen ganzen Film zu drehen. Daran sind schön größere Regisseure gescheitert und auch Alessio Liguori ist mit der Aufgabe klar überfordert. Spannung sieht anders aus, Horror erst recht. Handwerklich noch halbwegs in Ordnung, lässt der Film fast jegliche Atmosphäre vermissen, die ein solcher Film, so er sich nicht komplett auf blutige Effekte verlässt, schon haben sollte, um das Publikum in Angst zu versetzen. Leider einer der schwächeren Vertreter des Spukhaus-Horrorfilms.  

In the Trap ist ab dem 26. März auf Blu-Ray, DVD und digital zu haben.

Wertung

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