Love and Monsters: Zombieland mit Monstern? Wie viel Spaß macht das neue Netflix-Abenteuer?

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Die Kino-Krise macht es möglich! Immer häufiger landen Filme, die eigentlich fürs die Leinwand gedacht waren stattdessen auf dem kleineren Bildschirm. So meldete Amazon unlängst, dass der neue Chris Pratt-Sic-Fi-Actioner The Tomorrow War nun beim Streaming-Dienst Prime Premiere hat. Und auch Netflix hat mit Filmen wie Neues aus der Welt bereits Sahnestücke aus der aktuellen Kino-Startliste an Land gezogen. Auch Love and Monsters war ursprünglich als potenzieller Blockbuster fürs Kino geplant, bis Paramount den Film in Deutschland an Netflix abtrat. Bereits der Trailer sah vielversprechend aus, kann der komplette Filme die hohen Erwartung erfüllen?

Love and Monsters @Paramount Players

Vor sieben Jahren, als die Katastrophe begann, verloren sich Aimee und Joel aus den Augen.

Die Handlung

Vom Regen in die Traufe: Als ein Asteroid auf die Erde zurast, scheint die Menschheit verloren. Doch ein gemeinsamer Raketenangriff aller Länder zerstört die Gefahr – allerdings zu einem hohen Preis. Der chemische Niederschlag aus den Sprengstoffresten lässt viele Tierarten wie Insekten und Kriechtiere ins Riesenhafte wachsen und einen ordentlichen Appetit auf Menschen entwickeln. 99 Prozent sterben in den kommenden Monaten, der Rest zieht sich in Höhlen und Bunker zurück. Auch Joel (Dylan O'Brian) überlebt die Apokalypse sieben Jahre im Schutz eines Bunkers. Doch er ist der einzige Bewohner ohne eine Partnerin oder einen Partner. Als er hört, dass seine Jugendliebe Aimee (Jessica Henwick) nicht nur überlebt hat, sondern nur etwa 150 Kilometer von ihm entfernt ist, entschließt er sich zu einer riskanten Wanderung.

Durch einen glücklichen Zufall macht der junge Mann bald Bekanntschaft mit einem Hund, der ihn aus den ersten brenzligen Situationen mit der aggressiven Fauna rettet. Etwas später trifft er den Veteranen Clyde (Michael Rooker) und die kleine Minnow (Ariana Greenblatt), die schon lange an der Oberfläche leben und Joel wertvolle Überlebenstipps geben können. So gerüstet, nähert er sich tatsächlich Tag für Tag dem Bunker, in dem Aimee die Katastrophe überstanden hat. Aber fühlt sie nach all den Jahren überhaupt noch etwas für Joel?

Love and Monsters @Paramount Players

Als Joel erfährt, dass Aimee in seiner Nähe überlebt hat, macht er sich auf den Weg zu ihr.

Spannend, aber nicht blutig

Wie schon erwähnt: Hinter Love and Monsters verbirgt sich kein Horrorfilm, in dem riesige mutierte Insekten Menschen fressen. Stattdessen hat Regisseur Michael Matthews ein Drehbuch von Brian Duffield (Autor von Underwater) und Matthew Robinson (Autor von Monster Trucks) inszeniert, das zwar durchaus spannende Momente aufweist, aber in der Tonart eher an Zombieland oder Die Mumie mit Brendan Fraser erinnert. Statt echten Grusel gibt es hier oft etwas zu lachen. Die Altersfreigabe von 12 Jahren ist also völlig angemessen. Mit etwas größeren Kindern ist Love and Monsters ein absolut tauglicher Familienfilm.

Denn obwohl Love and Monsters die lauernden Monster durchaus als absolut tödliche Gefahr zeigt, verzichtet er auf Gewaltspitzen oder blutige Effekte. Stattdessen setzen die Autoren den Fokus auf Joel. Und den spielt Dylan O'Brian ebenso sympathisch wie verträumt und wird so schon nach Minuten zur perfekten Identifikationsfigur für den Zuschauer. Joel sehnt sich nach Liebe, das ist ein ebenso universeller wie nachvollziehbarer Grund für seine Handlungen. Und er riskiert dafür sein Leben, obwohl er furchtbare Angst vor der Zeit ohne den Schutz des Bunkers hat. Eine derart positiv besetzte Figur hat denn auch das Zeug dazu, das Publikum durch den Film zu führen.

Love and Monsters @Paramount Players

Dabei trifft er nicht nur Hund Boy, sondern auch die kleine Minnow.

Die Details machen es aus

Das steht und fällt natürlich mit dem Schauspieler und O'Brian macht das, wie bereits erwähnt, sehr gut. Aber auch die Story muss stimmen, damit das Publikum wirklich mit dem Protagonisten mitfiebert. Und hier haben Duffield und Robinson einfach einen guten Job gemacht. Denn in Love and Monsters stimmt sowohl die grobe Stoßrichtung des jungen Mannes, der sich auf eine gefährliche Reise begibt, wie auch die kleinen Details, die so eine Story erst richtig rund erscheinen lassen. So ein Detail ist das ebenso sehenswerte wie sinnvolle Sketchbook Joels, der darin die Monster optisch festhält und ihre Stärken und Schwächen schriftlich erfasst. Eine hochgradig sinnvolle Idee, die der Zuschauer entsprechend wahrnimmt und dem Geschehen in Gedanken gleich einen höheren Grad an Glaubwürdigkeit zuspricht.

Natürlich hat die Story auch viele Momente, in denen die vermeintliche Überraschung bereits seit gefühlten Ewigkeiten klar ist. So marschiert Joel beispielsweise los, ohne vorher mit Aimee darüber zu sprechen. Jeder über 16 Jahren weiß, dass das eventuell keine gute Idee ist. Und so ist das Ergebnis denn auch vorherzusehen, obwohl die Autoren auch hier noch eine elegante Schleife finden, um den Zuschauer zu versöhnen. Insgesamt liefern die Autoren hier aber ein launiges Abenteuer ab, das auch als Roman vermutlich gut funktionieren würde.

Love and Monsters @Paramount Players

Sie ist mit ihrem väterlichen Freund Clyde unterwegs und weiß viel über das Überleben in der Wildnis.

Damit diese Art Film überzeugt, spielen gute Effekte eine entscheidende Rolle. Und die haben in Love and Monsters nicht unerwartet absolutes Kino-Niveau. Wenn die verschiedenen Kreaturen auftauchen, geschieht das stets mit guter Vorbereitung oder als gänzlich unerwarteter Knall-Effekt, aber nie unmotiviert oder platt. Und die Optik enttäuscht dann auch nicht. Ob riesige Kröten, eine gigantische Schnecke oder fiese armlange Würmer, das Publikum bleibt interessiert, wird aber nie über die Maßen mit Ekel konfrontiert. So ist Love and Monsters ein Film, der, obwohl er von Paramount zu Netflix wechselte, ein nicht unerhebliches Disney-Feeling verbreitet. 

Fazit:

Coole Monster, eine starke Hauptfigur und jede Menge Herz und Humor: Netflix' Entscheidung, sich Love and Monsters für den eigenen Dienst zu angeln, ist eine richtig gute Wahl. Der Film macht von der ersten Szene an Spaß, hat so gut wie keine Längen, einen guten Cast mit Highlights wie Michael Rooker und Jessica Henwick und natürlich Dylan O'Brian als extrem charismatische Hauptfigur. Dazu überzeugt Love and Monsters auch mit guten Effekten und einem spannenden, aber stets familienfreundlich Plot. Selbst wenn manches sehr vorhersehbar ist: So muss ein Unterhaltungsfilm aussehen!

Love and Monsters startet am 14. April 2021 bei Netflix.

Love and Monsters @Paramount Players

Wegen dieser Tipps überlebt Joel einige gefährliche Begegnungen mit Monstern.

Wertung

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