Neuer Adam Sandler-Film: Hubie Halloween

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Seit Adam Sandler einen langfristigen Vertrag mit Netflix abgeschlossen hat, dreht der Komiker im Jahrestakt Filme ab. Die Ergebnisse sind dabei höchst unterschiedlich. So wechselten sich echte Gurken wie Die lächerlichen Sechs mit von Kritikern geschätzten Werken wie Die Meyerowitz-Stories oder Der schwarze Diamant ab. Wenn es um ernstere Rollen geht, kann Sandler offenbar durchaus überzeugen, dennoch zieht es ihn immer wieder in die gleiche Rolle zurück - die des Dorftrottels, der von niemandem gemocht wird und doch stets sein Bestes gibt. Ob dahinter möglicherweise ein persönlicher Antrieb steckt, wird nur sein Therapeut wissen, fürs Publikum ohnehin wichtiger: Braucht man das?

Die Handlung

Hubie Dubois (Adam Sandler) ist schon seit Kindertagen in Salem der Trottel vom Dienst. Niemand kann ihn leiden, lediglich seine Mum (June Squibb) und sein Jugendschwarm Violet (Julie Bowen, Modern Family) sind nett zu ihm. Der Rest der Stadt macht sich über den schüchternen, aber herzensguten Kerl lustig. Dennoch zieht Hubie jedes Jahr aus, um während der Halloween-Feierlichkeiten in Salem, der Hochburg des Brauches in den USA, für Sicherheit zu sorgen. Und das, obwohl er damit nicht nur Officer Steve (Kevin James) furchtbar auf die Nerven fällt. In seinen Bemühungen, jede Gefahr zu melden, schießt Hubie einfach regelmäßig übers Ziel hinaus.

Dieses Jahr ist es ganz besonders hart. Da ist zum einen der neue Nachbar Walter (Steve Buscemi), der sich offenbar in Vollmondnächten in etwas Nichtmenschliches verwandelt. Dazu meldet die nahe Nervenklinik den Ausbruch eines Patienten, der aus Salem stammt. Und schließlich scheinen während der Halloween-Aktionen auch noch regelmäßig Menschen zu verschwinden, die Hubie allesamt gut kennt. Doch seinen wilden Theorien will natürlich niemand glauben. Also muss der selbst ernannte Sicherheitsbeauftragte für Halloween die Sache selbst in die Hand nehmen und nach den entführten Bürgern Ausschau halten ...

Hubie Halloween

Sandler, der Polarisierer

An Komiker Adam Sandler scheiden sich schon seit Jahrzehnten die Geister. Während die Kritiker seine Komödien regelmäßig in der Luft zerreißen - außer, Drew Barrymore spielt mit - konnte er in den vergangenen Jahren mit ernsteren Rollen durchaus überzeugen, schrammte für Der schwarze Diamant sogar halbwegs dicht an einer Oscar-Nominierung vorbei und gewann einige kleinere FIlmpreise für die Rolle. Man muss dem polarisierenden Comedian also zumindest ein gewisses schauspielerisches Talent zusprechen. Die Frage, die sich dann natürlich aufdrängt, ist klar: Warum nutzt er das nicht häufiger? Eine Antwort darauf finden in Hubie Halloween definitiv nur beinharte Fans.

Denn sein neuester Film schart nicht nur jede Menge Stars um Sandler herum, die ihn schon seit Kindsköpfe regelmäßig begleiten, wie Kevin James, Maya Rudolph, Steve Buscemi, Rob Schneider, Tim Meadows und andere, er ist wohl nach Die lächerlichen Sechs auch der bisher schwächste von allen. Hatte Murder Mystery noch einen gewissen Witz und punktete als Agatha Christie-Parodie auch mit der Anwesenheit von Jennifer Aniston, so fällt er in Hubie Halloween wieder auf das Niveau von Waterboy zurück und gibt den harmlosen, gutherzigen aber dennoch extrem nervtötenden Idioten. Diese Masche hat ihre Fans. Wer Sandler aber deshalb nicht mag, wendet sich auch hier mit Grausen ab.

Wenig gute Gags, viel Leerlauf

Eine Totalkatastrophe wird von Regisseur Steve Brill, ebenfalls ein regelmäßiger Weggefährte Sandlers, nur dadurch verhindert, dass einige Running-Gags tatsächlich lustig sind. So hat Hubies Mum sehr günstig eine ganze Wagenladung T-Shirts ergattert, die sie im Film stündlich wechselt - und die allesamt höchst schlüpfrige Sprüche als Aufdrucke verkünden. In jeder neuen Szene mir ihr gibt es ein neues Shirt - und ein paar davon sind wirklich witzig. Ebenso wie die Tatsache, dass Hubie beim Radfahren regelmäßig von allen Seiten mit Gegenständen beworfen wird, die im Verlauf des Films immer skurriler werden. Auch der Running Gag ist nicht ohne Charme, ebenso wie Hubies spektakuläre vielseitige Thermonskanne. Aber dann wird es schon dünn.

Hubie Halloween

Denn die Flut an Pipi-Kaka-Kotzwitzen spricht nur ein bestimmtes Publikum an, der Rest dürfte darüber nur wenig lachen. Und sonst hat Hubie Halloween eigentlich nichts zu bieten. Wenn man von den wirklich liebevoll gemachten Kulissen einmal absieht. Denn so viel Gespenster und Hexen waren womöglich noch nie in einem Film zu sehen. Hier haben sich die Ausstatter richtig ausgetobt und eine hübsche kleine Halloween-Metropole auf den Bildschirm gezaubert. Aber was nutzt die schönste Umgebung, wenn die auftretenden Figuren keinerlei Profil haben?

Das von Sandler und Tim Herlihy stammende Drehbuch lässt außer Hubie keinen anderen Charakter mehr sein als einen bloßen Stichwortgeber für einen in der Regel schlechten Gag für Sandler selbst. Das macht den Film nicht nur sehr vorhersehbar, sondern auch recht eintönig. Denn das erschreckte Dauerschreien Sandlers, wenn sein Hubie wieder einmal einem Streich auf den Leim gegangen ist, ist wirklich nicht abendfüllend. 

Fazit:

Hubie Halloween gehört nach dem herausragenden Der schwarze Diamant leider wieder zu den typischen schwachen Komödien, mit denen der Komiker zuerst Hollywood und seit einigen Jahren Netflix-Zuschauer bombardiert. Und hatten Die Woche und Murder Mystery noch hin und wieder ein wenig Charme, ist Sandlers neuester Streich leider nur selten komisch und die meiste Zeit nervtötend. Lediglich Fans genau dieses Humors dürfen sich auf einen weiteren Sandler-Film freuen. Dass Hubie Halloween aber nicht die Klasse von Eine Hochzeit zum Verlieben oder 50 erste Dates hat, dürfte auch ihnen auffallen.

Hubie Halloween

Wertung

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