Resident Alien: Wie lustig ist die neue Sci-Fi-Comedy bei SYFY?

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Alan Tudyk ist fast schon ein Urgestein der amerikanischen Comedy. Als Pilot Wash gehörte er zur Crew der Serenity in der Kult-Serie Firefly. Ebenso kultig ist die blutige Splatter-Comedy Tucker and Dale vs Evil, in der Tudyk eine Hauptrolle spielt. Und als Original-Stimme des menschenfeindlichen Droiden K-2SO in Rogue One konnte er sich wohl schon am ehesten auf seine neue Rolle vorbereiten. Passt der Humor der Serie, die auf einer Comic-Reihe basiert, zum Comedy-Verständnis des mittlerweile 50-jährigen Schauspielers? Oder ist der Alien hier gar nicht so witzig? Das klärt die Kritik. 

Resident Alien @Universal Content Productions

Der Außerirdische hat sich in den Pathologen Harry verwandelt, um nicht aufzufallen.

Die Handlung

Das war so nicht geplant! Eigentlich wollte der namenlose Alien kurz auf der Erde landen, ein Gerät einsetzen, das die gesamte Menschheit auslöscht und dann wieder nach Hause fliegen. Doch ein Absturz verhinderte das – vorerst. Der Außerirdische fand etwas später den allein lebenden Dr. Harry Vanderspeigle (Alan Tudyk), tötet ihn und nahm seine Gestalt an, um unentdeckt zu bleiben, bis er im tiefen Schnee von Colorado sein Schiff und sein Vernichtungsgerät gefunden hat. Doch der Plan wird empfindlich durcheinander gebracht, als der Sheriff (Corey Reynolds) der nahen Kleinstadt Patience bei ihm vor der Tür steht. Der einzige Arzt von Patience wurde tot aufgefunden und nun soll Harry, der Pathologe ist, sich das Ganze ansehen.

Gar nicht ungefährlich, denn Harry hat sein Wissen über Sprache und Benehmen auf der Erde ausschließlich durch Wiederholungen der TV-Serie Law and Order erhalten, die er sich regelmäßig ansieht. Als er die Leiche in Augenschein nimmt, lernt er nicht nur die nette Krankenschwester Asta (Sara Tomko) kennen, die den Neuling allerdings mächtig schräg findet, sondern kann tatsächlich auch die Todesursache klären. Doch dann wird Harry geschockt: Ein Junge auf der Straße erkennt ihn als Alien und gerät völlig aus der Fassung.. Für Harry ist klar: Er muss das Kind so schnell wie möglich töten, bevor es seine Verkleidung auffliegen lässt. Doch Max (Judah Prehn) ist ausgerechnet der Sohn des Bürgermeisters und nicht so leicht zu erwischen ...

Resident Alien @Universal Content Productions

Doch als in der Kleinstadt Patience eine Leiche gefunden wird, fragt der Sheriff Harry nach Hilfe. 

Ungewöhnliches Comedy-Konzept

Dass das Konzept der Serie als Comedy-Show eher ungewöhnlich ist, sieht der Fachmann schon an der Laufzeit. Comedy dauert 30 Minuten oder weniger, das ist im US-Markt fast ein eisernes Gesetz. Die vorab gezeigten Resident Alien-Folgen sind aber alle 45 bis 50 Minuten lang. Und so setzt Showrunner Chris Sheridan auch nicht auf permanente Witze, sondern auf eine lustig-schräge Grundstimmung. Das heißt nicht, dass die Serie nicht brüllend komische Momente hätte, wie beispielsweise Harrys ersten Arbeitstag als neuer Arzt der Kleinstadt, aber generell ist die Serie nicht auf möglichst viele Lacher aus, sondern erzählt im Schwerpunkt eine Geschichte.

Dass sie das weitgehend aus der Sicht des Schurken tut, ist dabei besonders gelungen, denn Harrys Sichtweise auf die in seinen Augen erbärmliche Menschheit birgt durchaus einige Wahrheiten, die hier allerdings statt anklagend eher augenzwinkernd eingebaut werden. Dennoch bleibt Akan Tudyks Figur der Bösewicht, der alle Einwohner der Erde töten will. Doch es deutet sich bereits früh in der Serie an, dass er das am Ende der Staffel möglicherweise anders sehen wird. Denn seine Umwandlung in einen menschlichen Körper haben auch menschliche Schwächen wie Emotionen zur Folge. Und mit denen tut sich Harry ganz schön schwer.

Resident Alien @Universal Content Productions

Der junge Max kennt Harys Geheimnis und muss deshalb getötet werden. Doch das ist gar nicht so einfach.

Tudyk ist der Star

Die Serie wird zwar komplett von Alan Tudyks Rolle getragen, allerdings steht er auch nicht allein. Vor allem Sara Tomko als hilfreiche Krankenschwester Asta wird für Harry bald zur wichtigen Stütze für seine Arbeit, und diese Figur nutzen die Autoren hauptsächlich, um auch Nebenhandlunhgen einzubauen, die nicht unbedingt lustig sind. Auch wenn Resident Alien im Schwerpunkt Comedy bleibt, so hat die Serie doch auch ein paar ernste Momente. Damit erinnert sie ein wenig an frühere Erfolge wie Ausgerechnet Alaska oder Picket Fences – Tatort Gartenzaun. Denn die schrulligen und seltsamen Charaktere finden sich auch in Patience, Colorado wieder.

Wie den Sheriff Mike, dessen Wunsch, mit dem Spitznamen "Big Black" angesprochen zu werden, bei der Bevölkerung nicht auf große Gegenliebe trifft. Oder dessen Deputy Liv (Elizabeth Bowen), die sich zwar stets im Hintergrund hält, letztlich aber viel mehr leistet als ihr Boss. Solche Figuren sorgen dafür, dass es auch ohne Harry unterhaltsam bleibt, obwohl all diese Charaktere auch im Zusammenspiel mit Tudyk richtig gut funktionieren. Der Star bleibt allerdings der 50-jährige, dessen Körpersprache allein schon komisch ist, der aber auch wundervolle, trockene Dialoge hat und das Geschehen auch oft als Monolog aus dem Off kommentiert.

Resident Alien @Universal Content Productions

Barkeeperin D'Arcy flirtet mit Harry, doch der weiß gar nicht, was das ist.

Tudyks Kumpel Nathan Fillion, mit dem er seit Firefly-Tagen befreundet ist, ist in dieser Serie allerdings nur im Original zu hören. Er spricht in der englischen Version einen Oktopus, mit dem Harry in einem Restaurant ins Gespräch kommt. Die beiden spielen sonst gern gegenseitig in Serien oder Filmen des anderen kleine Rollen. So war Tudyk in einer Folge von The Rookie zu sehen. gemeinsam spielten sie in der Netflix-Serie Santa Clarita Diet mit. So schwarzhumorig wie dort wird Resident Alien allerdings nicht, obwohl der Running Gag der von Harry regelmäßig versuchten Kindstötung durchaus in die Richtung geht.

Fazit:

Resident Alien ist kein typisches Sitcom-Format, dafür sind die Folgen zu lang und die Serie erzählt auch eine lange, zusammenhängende Geschichte, statt kurzer Episoden, die wenig miteinander zu tun haben. Deshalb ist der Humor oft auch leiser und etwas subtiler als die Lachband-Jokes klassischer US-Comedy. Für Sci-Fi-Fans bietet die Serie abgesehen von der Hauptfigur allerdings wenig, hier werden sich Liebhaber schräger Dramedy-Serien wie Picket Fences sicher wohler fühlen als Star Trek-Fans. Wer aber mit dem wunderbaren Humor von Alan Tudyk etwas anfangen kann, sollte hier unbedingt einmal reinschauen. Eine zweite Staffel der Serie ist bereits bestellt.

Resident Alien startet am 8. April 2021 bei SYFY.

Resident Alien @Universal Content Productions

Krankenschwester Asta wird für Harry schnell zur wichtigen Helferin im neuen Job als Arzt.

Wertung

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