The Mighty Ducks Game Changers: Film-Fortsetzung als Serie jetzt bei Disney+

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In drei Filmen zwischen 1992 und 1998 spielte Emilio Estevez die Rolle des Hockey-Trainers Gordon Bombay. Nach mehr als 20 Jahren Pause kehrt er nun zurück zu dieser Rolle, nachdem es um den ehemaligen Jungstar und älteren Sohn von Martin Sheen etwas stiller geworden war. Gut für ihn, dass Disney+ in den kommenden Monaten und Jahren zur echten Konkurrenz von Netflix werden will. Da müssen Inhalte her – und was liegt da näher, als bereits erfolgreiche Stoffe neu aufzulegen oder fortzusetzen? Das plant der Streaming-Dienst beispielsweise mit der National Treasure -Filmreihe, die Mighty Ducks kommen bereits jetzt zu Serien-Ehren. Lohnt sich das Einschalten?

The Mighty Ducks game Changers @Disney

Evan ist ein Riesen-Hockeyfan, der es kaum verkraftet, dass sein Team ihn rauswirft.

Die Handlung

Evan (Brady Noon) ist 12 Jahre alt, lebt in Minnesota und ist eine riesiger Eishockey-Fan. Er spielt bei den Mighty Ducks, dem Erfolgsteam seit Jahrzehnten. Doch schon am ersten Trainingstag der neuen Saison setzt ihn der neue, junge Trainer vor die Tür – er sei schlicht nicht gut genug für das Team. Das bringt Evans Mutter Alex (Lauren Graham) derart auf die Palme, dass sie dem Trainer auf dem Eis die Leviten darüber liest, dass Sport für Kinder vor allem Spaß machen soll und das Gewinnen nicht im Vordergrund steht. Es endet damit, dass Alex ankündigt, ein eigenes Hockey-Team zu gründen, in dem alle Kids spielen dürfen, die Freude am Spiel haben.

Erst später wird Alex klar, was sie damit angerichtet hat. Denn Evan ist am nächsten Tag in der Schule am Ducks-Tisch nicht mehr erwünscht, seine soziale Position plötzlich ganz unten. Und dann sind da auch noch die anderen Probleme, die Alex lösen muss: In kurzer zeit braucht sie genug Spieler, eine Trainingshalle und einen Coach, damit sie ihr Team für die Liga anmelden kann. Als sie auf den heruntergekommenen Eis-Palast stößt und den Besitzer überreden kann, gegen einen dicken Scheck von der Stadt Trainingszeit freizumachen, ahnt sie nicht, wen sie da vor sich hat. Doch Evan erkennt ihn: Es ist Gordon Bombay (Emilio Estevez), einst Erfolgscoach der Ducks, der nun aber mit dem Sport nichts her zu tun haben will ...

The Mighty Ducks game Changers @Disney

Seine Mutter Alex setzt deshalb alles daran, ein neues Team auf die Beine zu stellen.

Alter, neuer Bombay

Bei dieser Serie setzt Disney auf Kontinuität. Denn neben Emilio Estevez hat der Konzern auch Steven Brill dazu geholt, den Autor der drei Mighty Ducks-Kinofilme. Zudem sind auch Gastaufritte der damaligen Kids-Darsteller (außer Joshua Jackson) angekündigt, auch wenn die in den drei vorab gezeigten Folgen noch nicht zu sehen waren. Was für die jungen Zuschauer also eine ganz neue Erfahrung ist, soll für deren Eltern ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens vermitteln. Und das funktioniert auch ziemlich gut. bei allen Ähnlichkeiten sind es aber die feinen Unterschiede, die für Kenner der Filme den Reiz ausmachen.

Das beginnt bei Hauptfigur Gordon Bombay, dem diese Position in den ersten Folgen allerdings von Lauren Graham streitig gemacht wird. Ob das so bleibt, lässt sich noch nicht abschließend sagen, zu Beginn stehen Evan und seine Mutter deutlich stärker im Fokus als der Ex-Startrainer. Das ist deshalb so sinnvoll, weil die Autoren aus Bombay einen selbstmitleidigen und fast schon fiesen Eigenbrötler gemacht haben, den Grahams Figur Alex mit ihrem unerschütterlichen Optimismus erst einmal aus seinem Schneckenhaus herausholen muss. Und wer nun denkt, das sei nach Folge eins auch schon erledigt, der irrt. Bombay bleibt noch eine Weile ein echtes Ekel – und das ist ganz erfrischend.

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Auf der Suche nach einer Halle trifft sie sogar auf Ducks-Legende Gordon Bombay. Doch der will mit Hockey nichts mehr zu tun haben.

Witziges Muttertier

Denn im Zusammenspiel mit Lauren Graham entstehen so wunderbar kauzige Auftritte des einstigen Coachs, dem man förmlich ansehen kann, dass ihm das dilettantische Spiel der neuen Mannschaft fast körperliche Schmerzen bereitet. Dennoch bleibt er standhaft bei seiner Aussage, mit Hockey nichts mehr zu tun haben zu wollen. Doch ahnt man als Zuschauer früh, dass Alex ihn über kurz oder lang weichkochen wird. Und dabei zuzuschauen, ist wirklich amüsant. Aber auch ohne Estevez hat Graham starke Szenen, denn unaufhaltbar wie eine Dampfwalze rammt sie alle Widerstände gegen ihre Pläne aus dem Weg, wer auch immer da antreten mag.

Etwas sensibler geht die Serie immerhin mit den jungen Helden der Geschichte um und scheuen auch nicht davor zurück, soziale Probleme wie Mobbing und Gruppenzwänge zumindest vorkommen zu lassen, auch wenn sie letztlich nicht allzu viel Raum bekommen – es soll ja eine Komödie bleiben. Es ist auch so deutlich genug, was der Rauswurf aus einem Team auch für soziale Folgen haben kann. Diesmal gibt es auch mehr weibliche Teenager, die Teil des Teams sind, als in früheren Auflagen, Disney geht hier mit der Zeit. Und baut mit Sofi auch noch eine interessante Figur auf, die gegen die Klischees der asiatischen Lern-Roboter angeht, indem sie sich gegen ihre strengen Eltern behauptet.

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Und so versucht sich Alex aus als Coach – mit eher mäßigem Erfolg.

Natürlich erfindet Disney mit der Neuauflage der Ducks das Rad nicht neu. Viele Szenen uns Gags sind auch aus anderen Sportfilmen bekannt, doch in den ersten drei Folgen hält sich der im Genre so oft genutzte Pathos noch angenehm zurück und macht einem milden Spott Platz, der den Kids zwar immer ihre Würde lässt, sie aber auch immer wieder in für den Zuschauer witzige Situationen bringt. So funktioniert die Serie auch für Neu-Einsteiger, obwohl der Nostalgie-Faktor natürlich nicht zu unterschützen ist.

Fazit:

Mit The Mighty Ducks Game Changers legt Disney eine alte Idee neu auf, die in den 90ern schon gut funktionierte. Nach den ersten drei Episoden, die Disney vorab zur Verfügung stellte, lässt sich sagen, dass hier der typische Sportfilm-Pathos zugunsten des Humors auf kleiner Flamme kocht. Für alte Fans ist das Wiedersehen mit Emilio Estevez und seiner Figur sehr nett, neue Fans werden sich mit dem guten Humor, der trotz Disney nicht immer superkorrekt ist, sicher schnell anfreunden können. Bleibt zu hoffen, dass die Autoren auf Kurs bleiben und dem Zuschauer nicht die hundertste Geschichte von Underdogs zu Champions-Story verkaufen wollen. Bislang sieht es aber gut aus.

The Mighty Duck Game Changers startet am 26. März 2021 bei Disney+ (wöchentlich eine neue Folge).

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Doch Evan glaubt allmählich an die Idee seiner Mutter, etwas Neues und Besseres aufzubauen.

Wertung

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