Truth Seekers: Horror-Comedy auf Prime

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Obwohl Simon Pegg mittlerweile der deutlich bekanntere Schauspieler ist, haben er und Nick Frost ihren Durchbruch doch weitgehend gemeinsam geschafft - in Edgar Wrights Cornetto-Trilogie Shaun of The Dead, Hot Fuzz und World's End. Truth Seekers, ihr neuestes gemeinsames Projekt, passt gut dazu. Denn auch hier geht es um übersinnliche Phänomene, Geister und andere unheimliche Dinge, allerdings eben mit einem guten Schuss Comedy. Kann die aus acht Folgen bestehende erste Staffel, die ab dem 30. Oktober 2020 bei Amazon Prime zu sehen ist, die Fans des Duos überzeugen?

Truth Seekers Simon Pegg

Die Handlung

Gus (Nick Frost) ist der beste Mann der Installationsabteilung von Telefonanbieter Smyle, aber sein Herz gehört der Jagd nach unheimlichen Phänomenen, Geistersichtungen, Monstern und ähnlichem. Daher holt er seinen neuen Kollegen Elton (Samson Kayo) gleich mit ins Boot, obwohl der mit Spuk und Dämonen so gar nichts zu tun haben will. Doch das ändert sich, als den beiden die völlig verschreckte Astrid (Emma D'Arcy begegnet, die von Geistern verfolgt wird. Natürlich wollen die beiden der jungen Frau helfen, doch beide haben auch noch andere Sorgen. So muss sich Gus um seinen alten Schwiegervater Richard (Malcolm McDowell) kümmern. Und Elton hat mit Helen (Susie Wokoma) eine Schwester mit schweren psychischen Störungen zuhause.

Dennoch wollen die beiden nicht nur Astrid helfen, sondern geraten bei ihren Einsätzen für Smyle auch immer wieder an Menschen mit ähnlichen Problemen. Mal ist es eine alte Dame, die allein lebt und ihren Hund, der vor Jahrzehnten verschwand, immer noch vermisst. Mal ist es ein gruseliger Keller, in dem offenbar eine Puppe ein unheiliges Eigenleben führt. Gus' Chef Dave (Simon Pegg) hat Verständnis für das Hobby seines besten Mannes, denn er schlägt sich selbst mit merkwürdigen Ereignissen herum. Wie sich herausstellt, ist er nicht der einzige mit Geheimnissen ...

Truth Seekers Astrid mit Geist

Von Nerds für Nerds

Die Formel für Truth Seekers ist ganz einfach: Je mehr du dich mit Horror, Fantasy- und Sci-Fi-Serien und Filmen auskennst, desto besser ist sie! Denn die eigentliche Story - ein sehr ungleiches Trio untersucht in jeder Folge seltsame Vorkommnisse - ist nicht sonderlich originell oder mitreißend. Zum Spaß wird es, wenn man die zahlreichen Anspielungen auf berühmte Serien und FIlme bemerkt, mit denen Truth Seekers gespickt ist. So bastelt sich beispielsweise Helen für eine Cosplay-Convention ein Dalek-Kostüm (böse Roboter aus der Doctor Who-Serie). Auf diesem Treffen spielt ein Gast eine berühmte Szene aus Die Körperfesser kommen nach.

Solche und andere Querverweise, Hommagen und Zitate gibt es in der Serie zuhauf - und sie zu entdecken ist der Clou in einer ansonsten eher durchschnittlichen Serie. Bei der es zudem sehr hilft, wenn man mit dem trockenen und manchmal speziellen Humor der Briten etwas anfangen kann. Denn die oftmals leicht zu überhörenden One-Liner oder kurze Kommentare sorgen für die meisten der nicht eben üppig gestreuten Lacher. Allerdings ist Truth Seekers deswegen noch keine schlechte Serie, denn die Ankündigung, Horror-Comedy machen zu wollen, schließt eben auch unheimliche Momente mit ein, die nicht lustig sein dürfen.

Frost und Pegg gehen immer

Simon Pegg brachte das in einem Interview im Juli gut auf den Punkt: "Man darf sich nicht über den Horror lustig machen. Der Schlüssel zur Horror-Comedy ist es, den Horror komplett ernst zu nehmen und den Humor in der Nähe zu behalten." Das gelingt der Serie recht gut, auch wenn hier natürlich kein beinharter Terror zu erwarten ist. Aber einige düstere Momente kreiert Regisseur Jim Field Smith, der alle acht Folgen inszenierte, durchaus. Und hin und wieder gibt es auch etwas zu lachen. Beides ist möglicherweise nicht so intensiv, wie man sich das wünschen würde, aber für ordentliche Unterhaltung funktioniert es gut genug. Das liegt auch an den guten Schauspielern.

Truth Seekers Malcolm McDowell

Der wohl größte Star neben Frost und Pegg ist dabei Malcolm McDowell, der schon seit den 70er Jahren Filme wie Uhrwerk Orange oder Caligula drehte und den ständig mies gelaunten Schwiegervater von Gus großartig verkörpert. Auch Simon Pegg spielt hier seine Paraderolle des von trockenem Humor durchsetzten Pedanten gewohnt souverän. Den Löwenanteil übernimmt hier aber Nick Frost, dessen Hauptrolle ebenso witzig wie tragisch ist und einen Verlierer beschreibt, der einfach nicht aufgeben will. Frost schafft den ein paar guten Pointen auch einige Momente, die wirklich berühren.

Zu kämpfen hat die Serie dagegen mit ihrem Budget. Sind Effekte nötig, sind die auch ansehnlich geworden, die Serie hat keinesfalls einen billigen Look. Aber es gibt eben nicht viele Spezialeffekte zu sehen. Bei einer Serie, die sich um Geister, Hexen und andere Dimensionen dreht, würde man da schon etwas mehr erwarten als letztlich kommt. Das Drehbuch funktioniert da besser, denn der rote Faden, der sich durch alle Folgen zieht, endet durchaus mit Überraschungen. Zudem lässt Truth Seekers sich mit den letzten Szenen eine Tür für eine interessante zweite Staffel offen.

Fazit:

Truth Seekers ist weder ein Gag-Feuerwerk noch eine richtige gruselige Angelegenheit, sondern mischt Horror und Humor auf eine zwar eigenwillige, aber für Simon Pegg und Nick Frost doch auch typische Art und Weise. Allerdings ist die Serie deutlich besser, wenn man sich mit Horror und Sci-Fi- Serien und Filmen richtig gut auskennt - und deutlich schwächer, wenn nicht. Denn viele der Pointen verlangen Vorwissen. Für echte Nerds ist Truth Seekers daher ein kleiner Schatz, für die Allgemeinheit eher nicht. Aber vielleicht macht das offenkundig niedrige Budget dennoch eine zweite Staffel möglich.

Truth Seekers läuft ab dem 30. Oktober 2020 bei Amazon Prime.

Truth Seekers Zombie

Wertung

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