Zehn Weihnachtsfilme, die du bestimmt noch nicht kennst

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Bald ist Weihnachten! Keine Jahreszeit bietet sich besser an, um unter einer warmen Kuscheldecke (mehr oder weniger festliche) Filme anzuschauen, die einem so richtig Lust auf die kommenden Festtage machen. Wer es brandaktuell mag, für den halten die gängigen Streamingdienste - insbesondere Netflix und Disney+ - einige spannende Neuheiten bereit. Doch nicht nur dort lohnt es sich, nach festlichen Filmen zu stöbern. Auch sonst eröffnen sich einem im Heimkino diverse Filme, die das Potenzial besitzen, euer nächstes "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" zu sein. Denn so schön kitschig und romantisch der osteuropäische Märchenklassiker auch ist, ist er mittlerweile doch ganz schön in die Jahre gekommen. Also stellt euch Kakao und Kekse bereit und durchstöbert unsere Top 10 der besten (unbekannten) Weihnachtsfilme. Viel Spaß dabei!

Holidate

Platz 10: Holidate (Netflix)

Sloane (Emma Roberts) und Jackson (Luke Bracey) hassen die Feiertage. Sie sind ständig alleinstehend, sitzen am Kindertisch und wenn sie doch mal ein Date mit zur Familienfeier bringen, endet es meist im Chaos. Als sich die beiden zufällig nach einem besonders schlechten Weihnachtsfest in der Shopping Mall über den Weg laufen, schließen sie den Pakt, sich gegenseitig im kommenden Jahr zu jedem festlichen Anlass zum „Holidate“ zu machen. Mit viel Verachtung für die Feiertage und der Gewissheit, dass sie kein romantisches Interesse an dem jeweils anderen haben, bilden sie das perfekte Team. Als jedoch ein Jahr voller absurder Feierlichkeiten zu Ende geht, stellen Sloane und Jackson fest, dass das gemeinsame Teilen von so viel hassenswerten Dingen auf Dauer in Liebe münden könnte…

Das Netflix-Original "Holidate" beginnt am heiligen Abend. Hier muss sich Sloane von ihrer Verwandtschaft Vorwürfe darüber anhören, weshalb ihr es auch in diesem Jahr nicht gelungen ist, mit männlicher Begleitung zum Fest zu erscheinen. Nachdem sie schließich Jackson kennengelernt hat, streift die RomCom einmal sämtliche US-amerikanische Feiertage, eh die Figuren das Finale wieder in der Weihnachtszeit bestreiten. Zwar würde es zu weit greifen, den Weg vom ersten Kennenlernen der Hauptfiguren hin zum vorhersehbaren Liebes-Happy-End von sämtlichen Romanzenklischees freizusprechen; Wer zuvor auch nur irgendeinen Liebesfilm gesehen hat, weiß einfach, wie die Geschichte ausgeht. Gleichzeitig punktet "Holidate" eben auch mit der genau richtigen Portion Feiertagskitsch und holt mit seiner süffisanten "Ich hasse alle Feiertage!"-Attitüde auch die Leute ab, denen es genauso geht wie Sloane und Jackson. Am Ende wird's trotzdem kuschelig - also genau so, wie ein Weihnachtsfilm sein soll.

Noelle

Platz 9: Noelle (Disney+)

Kris Kringles Tochter Noelle (Anna Kendrick) ist von Weihnachten besessen. Für sie ist Heiligabend der schönste Tag im Jahr. Die anderen 364 Tage verbringt sie am Nordpol und verpackt dort Geschenke und bastelt Weihnachtskarten. Als eines Tages ihr Vater, niemand Geringeres als Santa Clause himself, stirbt, muss Noelles Bruder Nick (Bill Hader) die Nachfolge antreten. Nur hat der so gar keine Ahnung, was er als Weihnachtsmann tun muss. Nachdem Noelle ihren Bruder unbedacht in den Urlaub geschickt hat, ist das ganze Dorf sauer auf sie. Um ihren Ruf zu retten, muss sie nach Phoenix reisen, um Nick wiederzufinden und davon zu überzeugen, dass er ein toller Weihnachtsmann ist. Doch das ist leichter gesagt als getan...

Seit Anfang des Jahres ist die charmante Weihnachtskomödie "Noelle" bei Disney+ zu sehen. Unter Zuhilfenahme von viel, viel Kitsch und einer zuckersüß aufspielenden Anna Kendrick ist Regisseur und Drehbuchautor Marc Lawrence ("Mitten ins Herz") hier ein modernes Weihnachtsmärchen gelungen, das vor allem über den Humor funktioniert. Es ist verdammt ulkig, zu sehen, wie eine naive Weihnachtsprinzessin durch die Realität von Phoenix stakst, ihre Mitmenschen in "Artig" und "Unartig" einteilt, mit ihrem kleinen, schnuckeligen Rentier kuschelt und dabei nach und nach realisiert, dass nicht ihr Bruder, sondern vielleicht sie die Nachfolge ihres Vaters antreten sollte. Und auch, wenn "Noelle" unter der schieren Masse an Zuckerguss fast zu ersticken droht, sind es doch genau diese Filme, die uns Lust auf eihnachten machen.

Paddington

Platz 8: Paddington (Amazon Prime)

Da er eine Schwäche für alles Britische hat, nimmt der ebenso tollpatschige wie liebenswerte Bär Paddington (in der deutschen Fassung gesprochen von Elyas M’Barek) die Reise aus dem „finstersten Peru“ bis nach London auf sich. Als er sich aber mutterseelenallein an der U-Bahn-Station Paddington wiederfindet, wird ihm bewusst, dass das Stadtleben doch nicht so ist, wie er es sich vorgestellt hat. Doch zum Glück findet ihn die Familie Brown und bietet ihm ein neues Zuhause an. Es scheint, als hätte sich sein Schicksal zum Guten gewendet – wäre da nicht eine zwielichtige Tierpräparatorin (Nicole Kidman), die es auf den seltenen Bären abgesehen hat…

Im Jahr 2014 kam kurz vor Weihnachten der wundervolle Familienfilm „Paddington“ in die Kinos und hat sich direkt als unabdingbarer Bestandteil der Weihnachtszeit etabliert. Die Geschichte um eine Londoner Familie, die kurz vor den Festtagen einen heimatlosen Bären bei sich zu Hause aufnimmt, ist eine Ode an die Menschlichkeit, an Nächstenliebe und ein liebevolles Miteinander. Dabei ist nicht nur die Animaton des Bären Paddington vortrefflich gelungen, auch der Cast mit einer sich selbst genießenden Nicole Kidman und diversen anderen Darstellern ist vortrefflich gewählt. Hier ist etwas zeitlos Schönes entstanden – ein Fest für die ganze Familie. Und auch der zweite Teil ist verdammt gut!

Last Christmas

Platz 7: Last Christmas (DVD, Blu-ray, VOD)

Vom Leben enttäuscht und ohne Zukunftsperspektiven zieht es die junge Kate (Emilia Clarke) zurück in ihre Heimatstadt London. Hier heuert sie als Elf in einem Weihnachtsgeschäft ein. Ihre resolute Chefin (Michelle Yeoh) verzweifelt jedoch regelmäßig an Kates lockerer Arbeitsmoral. Als sie eines Tages nach einer Schicht auf den charmanten Tom (Henry Golding) trifft, scheinen sich die Dinge für Kate zu wenden. Immer häufiger ziehen die beiden gemeinsam um die Häuser, doch richtig nah kommen sich die zwei dabei nie. Immerhin ermutigt Tom Kate, endlich ihrer Leidenschaft, dem Singen, nachzugehen. Kate geht zu Castings und Talentshows, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Vor allem ihre besorgte Mutter Adella (Emma Thompson) macht sich große Sorgen um ihren Sprössling. Es braucht eben seine Zeit, bis sich die junge Frau entschließt, endlich Menschen in ihr Leben zu lassen und ihren Schutzpanzer abzulegen…

„Last Christmas, I gave you my Heart. But the very next Day, you gave it away.“ – Jedes Jahr pünktlich zur Weihnachtszeit bescheren uns Fernsehstationen und Radiosender den ewig gleichen Ohrwurm. „Brautalarm“- und „Ghostbusters“-Regisseur Paul Feig hat sich für seine Romantikomödie "Last Christmas" genau diesen Song zur Brust genommen, um anhand dessen sowie diverser weiterer George-Michael-Klassiker eine zuckersüß-anarchische Weihnachtsgeschichte zu erzählen. Zuckersüß, weil die Unschuld dieser Geschichte, gepaart mit dem wohl zauberhaftesten Leinwandpaar jüngerer Kinogeschichte (Emilia Clarke und Henry Golding) nicht besser zur (Vor-)Weihnachtszeit passen könnte. Und anarchisch deshalb, weil es sich bisweilen so anfühlt, als würde man einem Sack Flöhen zuschauen; So viele Ideen packt Feig in seinen Film, in den er insbesondere in der zweiten Hälfte noch eine ordentliche Portion Melancholie miteinfließen lässt. Gerade aufgrund eines Twists auf der Zielgeraden werden sich an „Last Christmas“ zwar definitiv die Geister scheiden. Doch schon aufgrund der unbändigen, kreativen Vielfalt – das gilt sowohl für die Inszenierung als auch für den bemerkenswert diversen Cast – sollte man sich diesen ganz speziellen Weihnachtsfilm auf keinen Fall entgehen lassen. „Last Christmas“ ist eine Hollywoodrarität, wie man sie kaum noch zu Gesicht bekommt.

Die Hüter des Lichts

Platz 6: Hüter des Lichts (Netflix)

Der Weihnachtsmann, der Osterhase, der Sandmann und die Zahnfee: Das sind sie wohl, die Helden der Kindheit. Sie schenken den Kindern den Glauben an das Gute und beschützen sie vor finsteren Gestalten. Doch nur der, an den geglaubt wird, der kann auch gesehen werden. So kommt es, dass Jack Frost ein einsames Dasein fristet und er sich lediglich daran erfreuen kann, den Kindern beim Spielen im von ihm gebrachten Schnee zuzuschauen, anstatt mit ihnen gemeinsam Spaß zu haben. Somit legt er auch keinen besonderen Wert darauf, sich zu seinen eben genannten Kollegen zu gesellen und ebenfalls „Hüter“ zu werden. Doch es kommt anders. Als der „schwarze Mann“ Pitch seinem Schattendasein überdrüssig wird, beschließt er, den Kindern mit von ihm gebrachten Albträumen den Glauben an die Hüter zu nehmen. Um dies zu verhindern beruft der Mann im Mond den jungen Jack Frost sich aufzumachen, um an der Seite von Osterhase, Zahnfee und Co. gegen die finsteren Mächte zu kämpfen. Doch warum sollte er, wenn doch sowieso niemand an ihn glaubt?

Auch der 2012 erschienene Animationsfilm „Die Hüter des Lichts“ ist thematisch eigentlich gar kein Weihnachtsfilm. In ihm versammeln sich neben dem Weihnachtsmann nämlich auch Jack Frost, der Sandmann, die Zahnfee und der Osterhase, um zu verhindern, dass die Kinder aufhören, an sie zu glauben. Trotzdem trifft der Film nicht bloß eine gewisse weihnachtliche Melancholie, sie appelliert auch an unsere eigene Fantasie und daran, an seine Träume zu glauben. Dabei kommt der Animationsstil ziemlich erwachsen daher; überhaupt ist „Die Hüter des Lichts“ ein sehr reifer Animationsfilm, an dem vorwiegend die Älteren ihren Spaß haben werden.

Krampus

Platz 5: Krampus (DVD, Blu-ray, VOD)

Weihnachten mit der Familie – für den kleinen Max (Emjay Anthony) ist das der pure Horror. Harmonie und Freude? Nicht bei seiner Verwandtschaft – die ewig grantige Tante Dorothy (Conchata Ferrell), die Mutter (Toni Collette), die darüber die Geduld verliert, die fiesen Cousinen und ein Onkel (David Koechner), der alle Probleme mit der Schrotflinte lösen will – darüber kann man nur verzweifeln. In diesem Jahr stellt sich Max allen trotzig entgegen und verliert darüber seinen Glauben an Weihnachten. Unwissend, dass er damit den unbändigen Zorn des Krampus‘ heraufbeschwört. Er und seine düsteren Helfer kommen nicht, um zu geben, sondern um zu nehmen. Was für eine furchteinflößende Bescherung für Max und seine Familie! Statt um Geschenke und Gezänk geht es für sie plötzlich um viel mehr: ums Überleben! Nur gemeinsam, als Familie, die zusammenhält, kann es gelingen, sich aus den Fängen von Krampus zu befreien.

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung, des Friedens und, natürlich, auch der Völlerei und des Exzesses. Das mit den Feiertagen zum Jahresabschluss längst nicht nur Harmonie einhergeht, haben Filme wie „Stirb langsam“, „Kevin allein zuhaus“ und extremer „Silent Night, Deadly Night“ bereits ausgiebig zur Schau gestellt. Auf der Zielgeraden steht allerdings trotzdem immer die Message im Mittelpunkt, dass alles so viel besser wäre, wenn man in der kalten Jahreszeit dann doch ein wenig näher zusammenrückt als üblich. Zumindest auf dieser Ebene bildet der Horrorfilm „Krampus“ eine wohlige Ausnahme. Hier scheint die familiäre Botschaft nur auf den ersten Blick durch, wird mit der Zeit allerdings so weit in den Hintergrund gerückt, dass sie erst recht im Hinblick auf den Ausgang der Geschichte zu vernachlässigen ist. Die Drehbuchautoren Todd Casey , Michael Dougherty und Zach Shields zeichnen den Heiligen Abend einer Familie nach, wo von Besinnlichkeit keine Rede sein kann und – soviel kann verraten werden – auch nie eine Spur sein wird. Und spätestens wenn die Lebkuchenmännchen anfangen, zu sprechen, schreit dieser Mix aus Weihnachts- und Horrorfilm danach, einmal im Jahr am 23. Dezember bei viel Glückwein und im engsten Freundeskreis in ritueller Ausführung geschaut zu werden. 

Office Christmas Party

Platz 4: Office Christmas Party (Netflix)

Familie hin oder her, die knallharte Businessfrau Carol (Jennifer Aniston) ist fest entschlossen, die wenig lukrative Filiale eines Telekommunikationsunternehmens zu schließen, in dem ihr Bruder Clay (T.J. Miller) als Geschäfsführer tätig ist. Doch so einfach lässt sich der beliebte Chef nicht unterkriegen. Gemeinsam mit seinem besten Freund und Angestellten Josh (Jason Bateman) plant er eine epische Weihnachtsfeier, deren Ziel es ist, einen potentiellen Kunden zu beeindrucken und somit die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter zu sichern. Während der Party entwickelt sich jedoch eine unkontrollierbare Eigendynamik, in der jegliche Grenzen von Moral und Ordnung gesprengt werden.

Kaum einer findet Weihnachtsfeiern so richtig geil. Meist beginnen sie als verkrampftes Beisammensein und enden in einem feuchtfröhlichen Besäufnis; die eine oder andere peinliche Anekdote inklusive. Es ist schon komisch, dass bislang noch keiner auf die Idee kam, diese für peinliche Szenerien prädestinierte Prämisse zum Dreh- und Angelpunkt eines Filmes zu machen. Doch dank des bestens aufeinander eingespielten Regie-Duos aus Josh Gordon und Will Speck („Die Eisprinzen“) dürfen wir ihm nun doch inne wohnen – dem Archetyp einer aus dem Ruder laufenden Weihnachtsfeier. Für „Office Christmas Party“ (im Heimkino unter dem Titel "Dirty Office Party" erschienen), einer Art Clash aus „Hangover“ und „Die Hochzeits-Crasher“ im Büro-Modus, versammeln die Filmemacher eine große Menge namhafter, fest mit dem Genre vertrauter Hollywoodstars um sich und lassen sie nach bestem Wissen und Gewissen eskalieren. Das Endergebnis ist im Großen und Ganzen zwar nicht besonders feierlich, doch als harmlos-spaßiger Partyreigen funktioniert er verdammt gut.

Die highligen drei Könige

Platz 3: Die highligen drei Könige (DVD, Blu-ray, VOD)

Ethan (Joseph Gordon-Levitt) Isaac (Seth Rogen) und Chris (Anthony Mackie), Freunde seit Kindheitstagen, nutzen ihr Treffen an Heiligabend seit Jahren, um gemeinsam eine rauschende Party zu feiern. Doch es ist Zeit, ihr Verhalten endlich ihrem Alter anzupassen und erwachsen zu werden. Während Isaac kurz davor steht, Vater zu werden und Chris als Profisportler mittlerweile viel zu berühmt ist, um gemeinsam mit seinen Freunden um die Häuser zu ziehen, versucht Ethan, wieder das Herz seiner Ex-Freundin zu erweichen. So steht die weihnachtliche Tradition der drei Freunde vor dem Aus. Das bevorstehende letzte Fest muss also so unvergesslich wie möglich werden. Unterstützung haben sie dabei in Isaacs Frau Betsy (Jillian Bell), die ihrem Mann ein „berauschendes“ Weihnachtspäckchen mit auf den Weg gibt – es kann also eigentlich nur noch alles schief gehen. Die drei Kumpels stürzen sich in die Nacht, um den ‚Nutcracka Ball‘ zu finden – den heiligen Gral aller Weihnachts-Partys und hinterlassen dabei eine Spur der Verwüstung.

Allein für sein gewitztes Titelwortspiel hat die im Original simpel "The Night Before" betitelte Weihnachtscomedy "Die highligen drei Könige" einen Orden in Form einer goldenen Bong verdient. Denn das gäbe dann auch direkt die Humorfarbe dieser Seth-Rogen-Jonathan-Levine-Produktion vor; Und wer die Namen kennt, der weiß dank Filmen wie "Bad Neighbors", "Das ist das Ende" und "The Interview", dass ein feuchtfröhliches Gag-Massaker auf ihn wartet. Zusammen mit Joseph Gordon-Levitt und Anthony Mackie in den Hauptrollen begibt sich Rogen auf eine irrwitzige Tour de Force durch das schneebedeckte New York und wird dabei nicht bloß von einem ziemlich pfiffigen Drehbuch sondern auch von einer ganzen Reihe ideal besetzter Nebendarsteller unterstützt. In „Die highligen drei Könige“ dürfen die drei mal so richtig die Sau raus lassen. Trotzdem kommt im Finale auch die Besinnlichkeit nicht zu kurz, durch die ein guter Weihnachtsfilm erst zu einem solchen wird.

Zwei Weihnachtsmänner

Platz 2: Zwei Weihnachtsmänner (Netflix)

Sie sind wie Feuer und Eis: Den witzigen, aber erfolglosen "Poolnudelvertreter" Hillmar Kess (Bastian Pastewka) und den ehrgeizigen Wirtschaftsanwalt Tilmann Dilling (Christoph Maria Herbst) verbindet eigentlich gar nichts, außer der Wunsch, rechtzeitig zu Weihnachten von ihren Dienstreisen zu Hause sein. Auf Tilmann wartet seine Familie mit dem Mittagessen, auf Hilmar seine Freundin, die Krankenschwester Ilka. Doch das Schicksal hat anderes mit ihnen vor. Ihre zufällige Zusammenkunft am Wiener Flughafen ist der Beginn eines Abenteuers, das sich schon bald zu einer winterlichen Odyssee quer durch Osteuropa entwickelt, die jede bisher bekannte Form von Weihnachtswahnsinn übertrifft.

Diese Sat1-Interpretation des Klassikers „Ein Ticket für zwei“ ist das Non Plus Ultra eines Weihnachtsfilms. Seit er im Jahr 2008 das erste Mal im Fernsehen lief, wird er nicht nur pünktlich zu Weihnachten im Fernsehen gezeigt. Seit "Zwei Weihnachtsmänner" auf Netflix verfügbar ist, rangiert er um die Festtage auf den oberen Rängen des Streaminganbieters. Und das ist kein Wunder. Denn die Geschichte eines Duos wider Willen, das eigentlich nur von Österreich nach Deutschland fliegen will und durch widrige Umstände schließlich einmal quer durch Halb-Europa reisen muss, ist so lustig, herzlich und kreativ, dass die drei Stunden (!) im Flug vergehen.Und die Chemie zwischen den beiden Comedygiganten ist einfach phänomenal.

Daddy's Home 2

Platz 1: Daddy's Home 2 (Netflix)

Langweilig gegen cool. Spießig gegen lässig. Schusselig gegen souverän: Das Duell um den Titel als „Super-Dad“ haben der übervorsichtige Brad (Will Ferrell) und der draufgängerische Dusty (Mark Wahlberg) mittlerweile ausgefochten, auch wenn kleinere Sticheleien und Rivalitäten weiterhin an der Tagesordnung sind. Bis eines Tages ihre eigenen Väter vor der Tür stehen und die beiden sich wohl oder übel zusammenraufen müssen, um die Weihnachtsfeiertage zu retten. Denn sich gegen Dustys adrenalinstrotzenden Macho-Dad (Mel Gibson) und Brads übertrieben liebevollen und emotionalen Vater (John Lithgow) durchzusetzen, bedarf einiger Nerven und jeder Menge Männlichkeit. Ein aberwitziger Wettbewerb zwischen vier erwachsenen Männern beginnt.

2016 erschienen zeitgleich zwei neue Hollywoodkomödienreihen auf der Bildfläche, die thematisch ein sehr ähnliches Themengebiet abdecken: das auf-den-Kopf-Stellen von Familienwerten- und Traditionen sowie das Abklopfen des Elterndaseins darauf, was im Leben wirklich wichtig ist. Zwei Jahre später wurden "Bad Moms" und "Daddy's Home" fortgesetzt - beide als Wehnachtsfilm. "Bad Moms 2" ist ympathisch aber zahm, denn an das heilige Weihnachtsfest schienen sich die Macher hier nicht ranzutrauen. "Daddy's Home 2" dagegen pfeift auf festliche Traditionen, lässt die Wichtigkeit des familiären Miteinanders an den Weihnachtstagen jedoch nicht außer Acht. Und ist gleichzeitig eine Ode an das mannigfaltige Familienbild, an Patchworkfamilien und die Liebe zwischen Eltern und Kind. Nun nehme man noch wilde Eskapaden mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen dazu, male sich aus, was passiert, wenn man ein kleines Mädchen auf Truthähne schießen lässt und schon hat man eine Vorstellung davon, was "Daddy's Home 2" - für den man den ersten übrigens nicht zwingend gesehen haben braucht - so großartig macht. 

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