Wonder Woman 1984: Endlich bei Sky in Deutschland - schlägt die göttliche Amazone wieder richtig zu?

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Eigentlich hätte schon 2020 ein großes Jahr für Superheldenfilme werden sollen, doch alle Studios zogen ihre starken Blockbuster in diesem Bereich zurück. Während aber Marvel nach wie vor auf die Chance wartet, Black Widow und Shang-Chi in die Kinos zu bringen, ging Warner andere Wege. Auch um den neuen Streaming-Dienst HBO Max zu stärken, verkündete das Studio, viele potenzielle Hits neben der Leinwand auch dort zu veröffentlichen. Wonder Woman 1984 war der erste, der nun auch exklusive in Deutschland am 18. Februar zu Sky kommt. Wie gut ist er geworden?

Wonder Woman 1984

Die Handlung

1984. Diana (Gal Gadot) arbeitet in einem Museum in Washington DC und versucht weiterhin, unerkannt zu bleiben, während sie in ihrer anderen Identität als Wonder Woman den Menschen zur Seite steht. Bei einem Raubüberfall in einem Einkaufszentrum kommt sie gerade rechtzeitig, um die Schurken zu stoppen und zahlreiche Unschuldige zu retten. Und doch kann sie das Unheil nicht aufhalten. Denn der ausgeraubte Juwelier handelte heimlich mit magischen Artefakten und eines davon wird für Dianas neue Kollegin Barbara (Kristen Wiig) zum Problem. Ein unscheinbarer Stein, der laut Inschrift einen großen Wunsch erfüllt, ist in der Tat echt – und das hat Folgen!

Der Businessmann Maxwell Lord (Pedro Pascal), geschäftlich eine echte Niete, versucht schon lange, den Stein in die Finger zu bekommen und macht Barbara daher Annäherungsversuche. Doch die hat sich schon längst etwas gewünscht, das ihr Leben verändern wird. Und auch Diana hatte einen Wunsch im Kopf, während sie den Stein in den Händen hielt. Und dessen Erfüllung haut auch eine Göttin aus den Socken: Ihr geliebter Steve Trevor (Chris Pine), den sie 1918 verlor, steht plötzlich quicklebendig vor ihr! Kann Diana mit seiner Hilfe das drohende Unheil durch Barbara und Maxwell Lord aufhalten? Oder wird ihr der Preis dafür zu hoch sein?

Wonder Woman 1984

Mehr Jenkins und Gadot

Vor gut drei Jahren wurde der erste Film von Regisseurin Patty Jenkins weltweit ein Megahit und spielte mehr als 800 Millionen Dollar ein. Und das, obwohl er die damals typischen Schwächen der DC-Verfilmungen aufwies: übertriebene Action und ein Finale voller Explosionen und Feuer. Doch Jenkins gelang es, vor allem im Mittelteil des Films eigene Akzente zu setzen und den sonst so bierernsten und düsteren Filmen eine heitere und hellere Note zu verleihen, sicher ein Grund für den großen Erfolg. Diesmal durfte sie sogar gemeinsam mit DC-Comic-COO Geoff Johns das Drehbuch schreiben und somit nochmals mehr von ihrer Version von Wonder Woman einbringen. und das merkt man – im Guten wie im Schlechten.

Positiver Höhepunkt ist erneut Gal Gadot. Die Israelin ist nicht nur erneut strahlend schön, der Zuschauer nimmt ihr auch die Rolle der nicht mehr ganz so naiven, aber tief emotional mit der Menschheit verbundenen Halbgöttin jederzeit ab. Und ihre Szene gemeinsam mit Chris Pine lassen die besten Momente des Vorgängers wieder aufleben, die Chemie zwischen den beiden stimmt nach wie vor. Neben den gefühlvollen Szenen meistern die beiden aber auch die Actionsequenzen mit der nötigen Präsenz und bringen comichafte Bilder auf den Bildschirm. So soll ein Superhelden-Film aussehen!

Wonder Woman 1984

Gute Besetzung in mäßiger Story

Bei der Besetzung hat Jenkins aber komplett Kompetenz bewiesen. Denn auch Kristen Wiig, eigentlich in der Comedy zuhause, setzt mit ihrer zunehmend gefährlicher werdenden Barbara gute Akzente, gerade, weil man ihr die anfänglichen Ungeschicklichkeiten ebenso abnimmt wie ihre verbalen Ausrutscher. Und Pedro Pascal hat schon öfter bewiesen, dass er mehr kann als nur den schweigsamen Helmträger in The Mandalorian zu spielen. Wer sich hingegen auf Connie Nielsen und Robin Wright als Amazonen gefreut hat, muss sich mit einem Cameo begnügen, beide sind kaum eine Minute im Film zu sehen. Das ist schade, aber nicht das Hauptproblem des Films.

Wonder Woman 1984 lässt sich bei der Story ausgiebig von hoher Literatur wie Goethes "Der Zauberlehrling" oder William Jacobs' berühmter Kurzgeschichte "Die Affenpfote" inspirieren, letztere wird sogar mehrfach erwähnt. Das verleiht dem Film zwar einen fast märchenhaften Touch, wenn Wonder Woman gegen das unsichtbare Wirken von Magie bestehen muss, es das aber als Superheldenstory nur bedingt geeignet. Und so wirken die wenigen echten Wonder Woman-Auftritte von Diana fast ein wenig unbeholfen in die Story geschrieben, denn so richtig notwendig sind manche für die Handlung nicht.

Wonder Woman 1984

Dafür ist die Einbindung des titelgebenden Jahres gut gelungen, denn die Story weist nicht nur passende Übereinstimmungen auf (Neon-Farben, hässliche Kleidung, Kalter Krieg), sondern ist auch optisch immer wieder perfekt umgesetzt. Dazu kommen schöne Parallelen zum ersten Film, wenn Diana diesmal ihrem Steve die neue Welt zeigt und sich damit für seine Lehrstunde im ersten Film revanchiert. Auch das Finale ist endlich keine bombastische Explosion, sondern hat deutlich mehr mit Emotion als mit Superkraft zu tun. Wonder Woman 1984 ist kein großartiger Superheldenfilm geworden, traut sich aber auf neue Wege und hat seine Momente. Vielleicht macht es Patty Jenkins im dritten Teil noch besser.

Fazit:

Wonder Woman 1984 bringt einiges mit, was einen guten Superhelden-Film ausmacht. So ist die Besetzung wie schon im ersten Teil sehr stark, das Zeitkolorit der 80er Jahre sehr gut eingefangen – und die Action passt auch. Abzüge gibt es vor allem bei der Story, die sich mit ihrer märchenhaften Anmutung nicht so recht in die Heldenwelt einfügt. Zudem ist der Film mit 150 Minuten auch etwas zu lang geraten. Und gerade der mittlere Teil – im ersten Film das Prunkstück – gerät diesmal zum leichten Langweiler. DC-Fans können aber ebenso unbesorgt einschalten wie Freunde gepflegter Popcorn-Unterhaltung. Wonder Woman 1984 liefert zum großen Teil ab, was erwartet wird.

Wonder Woman 1984 startet am 18. Februar 2021 bei Sky.

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