Alles über Fortnite: Was Battle Royale mit Zahnseide zu tun hat

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Seit 2018 ist dieser Titel nicht mehr von YouTube, Twitch und Schulhof wegzudenken: Mit einem motivierenden Spielprinzip, coolen Charakteren und jeder Menge Individualität hat "Fortnite" die Gamer-Welt im Sturm erobert und ist Teil der Jugendkultur geworden. Doch wie funktioniert das farbenfrohe Actionspiel, welche Details lohnt es sich zu kennen und was macht es so erfolgreich? 

Landung auf der Fortnite-Insel

Einer gegen alle 

Einer der aktuell vier zentralen Modi von Fortnite hat das Spiel berühmt und beliebt gemacht und ist immer noch die bevorzugte Spielvariante: Battle Royale. Der Begriff stammt von einem japanischen Kultfilm aus dem Jahr 2000 und bezeichnet in der modernen Gaming-Welt ein Genre, bei dem es darum geht, die anderen Mitspieler auszuschalten und solange wie möglich zu überleben. 

In Fortnite sind es jeweils hundert Spieler, die in das Battle Royale starten: Sie springen aus einem fliegenden Bus über einer Insel mit Seen, Wäldern, Bergen und Siedlungen ab, schnappen sich in der Umgebung verborgene Waffen und bekämpfen ihre Gegner. Die Insel ist groß und sie bietet zahllose Verstecke: Um die Spieler zur Konfrontation zu zwingen, braut sich an den Rändern der Spielumgebung ein todbringender Sturm zusammen, dessen Auge im Lauf der Zeit immer kleiner wird - irgendwann kann sich niemand mehr der Entscheidungsschlacht entziehen. 

Bei Forntite Battle Royale geht's einer gegen alle

 

Sammler und Jäger 

Neben dem Aufstöbern effektiver Waffen und diverser Hilfsmittel wie Heil- und Schildtränken nutzen die Spieler die Zeit, in der sie gerade nicht in Feuergefechte verwickelt sind, mit dem Sammeln von Materialien: Mittels Spitzhacke werden Inselbauten zu Holz, Stein und Metall zerlegt, die Ressourcen dienen anschließend zur Errichtung eigener Strukturen zum Schutz der Spielfigur oder zur Überwindung von Hindernissen. Wegen der Verunstaltung des Schauplatzes muss man sich übrigens keinen Kopf machen: Ist der Sieger gekürt, beginnt die nächste Runde auf einer frischen Insel. Doch Fortnite ist nicht nur was für Einzelkämpfer: Das Battle Royale kann auch in Teams bestritten werden, zudem gibt es drei weitere Spielvarianten, die am besten gemeinsam bestritten werden: Party Royale, der Kreativmodus und "Rettet die Welt". Bei der Party Royale entspannt man mit seinen Freunden auf einer friedlichen Insel und bestreitet dort beispielsweise einen Hindernisparcours. Im Kreativmodus lassen sich auf eigenen Inseln eigenhändig Spielvarianten entwerfen (und die der Community ausprobieren).  

"Rette die Welt" ist schließlich das ursprüngliche Spielprinzip von Fortnite, bevor das Battle Royale den Titel so beliebt machte: In einer Mischung aus Action, Bauen und Strategie werden hier solo oder mit Freunden immer neue Monsterhorden in Schach gehalten. Im Gegensatz zu allen anderen Fortnite-Gratis-Modi muss diese Spielvariante für Geld freigeschaltet werden. Zudem ist sie nicht in der Version des Spiels für Nintendo Switch enthalten. 

 

Wer stirbt, kann den Fortnite-Überlebenden beim Spielen zusehen

 

Fast überall zuhause 

Neben der Switch beehrt Fortnite so gut wie jede weitere aktuelle Plattform: Das Spiel gibt es als kostenlosen Download für PC, Xbox One, PS4 und Android-Geräte, Umsetzungen für PS5 und Xbox Series X sind angekündigt. Auch auf iPhones und iPads lässt sich Fortnite spielen - wenn es sich bereits auf diesen Geräten befindet. Ein Disput zwischen dem Fortnite-Hersteller Epic Games und Apple hat dafür gesorgt, dass die App momentan nicht im Store erhältlich ist.  

Obwohl Fortnite problemlos ohne Geldausgabe gespielt werden kann (was einen Teil seiner Beliebtheit ausmacht), verdient der Hersteller monatlich viele Millionen von Dollar damit. Das Zauberwort heißt Mikrotransaktionen - digitale Verkäufe über einen Shop im Spiel. Dort gibt es neben einem "Battle Pass", der immer neue Belohnungen für fleißiges Spielen verspricht, vielerlei kosmetische Gegenstände zu kaufen, deren Angebot sich stetig ändert: Outfits für die Spielfiguren, Lackierungen für Waffen oder Jubeltänze. Manche davon haben es in den Alltag geschafft, so wie der "Zahnseide"-Tanz, bei dem sich der Tänzer hüftwackelnd ein unsichtbares Handtuch zwischen den Beinen hindurchzieht. 

Geld muss in Fornite nicht ausgegeben werden. Kann aber, in Mengen.

Die zahllosen Kostüme und Emotes, die vielfach an der Popkultur angelehnt sind, tragen zur großen Popularität des Spiels erheblich bei - sorgen aber auch für Kritik: Durch ihr zeitlich begrenztes Angebot wird ein gewisser psychischer Druck auf die oft jungen Spieler ausgeübt, bares Geld dafür auszugeben, statt sich langsam die dafür notwendige Währung im Spiel zu erarbeiten. Wer sich aber von solchen Mechanismen nicht beeindrucken lässt, erlebt mit Fortnite einen fröhlichen Multiplayer-Spaß, der von den Entwicklern durch immer neue thematische Schwerpunkte, Insellayouts und Optiken frisch gehalten wird.  

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