Outriders: Endlich frischer Wind für das Genre der Loot-Shooter?

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Hört man sich im Freundes- und Bekanntenkreis so um, wenn es bei den täglichen Voice-Chats auf der Konsole oder dem PC um den kommenden Loot-Shooter "Outriders" geht, hört man eigentlich nur zwei Dinge: Entweder es heißt: "Och, nee! Nicht schon wieder sowas wie Destiny!" oder "Outriders? Was ist das für ein Spiel? Habe ich noch nie gehört!" Und, ja momentan fliegt der vielversprechende Third-Person-Shooter noch etwas unter dem Radar. Aber es gibt gute Gründe, sich das Spiel doch einmal etwas genauer anzusehen, wenn man mit dem Genre generell etwas anfangen kann.

Outriders ist kein GaaS

Eines ist sonnenklar: "Destiny 2" hat verbrannte Erde hinterlassen. Nicht wenige Spieler haben weit über 1000 Stunden in dem Spiel verbracht und wurden mehr und mehr enttäuscht. Denn Entwickler Bungie schert sich scheinbar überhaupt nicht, um die Mühe, die sich die Zocker mit dem Titel gemacht haben. Hart erkämpfte exotische Waffen waren nach den Updates unbrauchbar, viele Inhalte, für die die Spieler bare Münze bezahlt haben, wurden einfach wieder aus dem Game herausgestrichen. Da wundert es wenig, dass Destiny-Fans langsam aber sicher den Kahn voll haben und generell mit dem Ansatz "Gaas" (Games as a Service) nichts mehr zu tun haben wollen. Aber jetzt kommt‘s: Denn diesen Ansatz mit ständig neuen Inhalten, die nach und nach geliefert werden und regelmäßig auf eure vorangegangene Arbeit spucken, verfolgt "Outriders" gar nicht. Hier gibt es zum Release am 01. April das komplette Paket: Eine 30-40 stündige Kampagne plus ein Endgame mit rund 20 Stunden Spielzeit. Das Endgame wiederholt keinerlei Inhalte aus dem Hauptspiel, die dann einfach nur schwerer werden, hier bekommt ihr völliig neue Aufgaben. Das Beste: Die verhassten Mikrotransaktionen werdet ihr in "Outriders" vergeblich suchen – es gibt keine. Ihr zahlt den Preis für das Spiel und das war‘s!

Outriders macht vieles anders

Outriders

Auch das System mit erspielbaren, besonders durchschlagskräftigen Waffen, wird bei "Outriders" vollkommen anders gehandhabt, als bei der Konkurrenz von "Borderlands 3", "The Division 2" oder "Destiny": Hier könnt ihr euch eure eigene Superknarre ganz nach euren Wünschen Schritt für Schritt selber zusammenbauen. Findet ihr eine Waffe, die eurem Spielstil besonders zuträglich ist, könnt ihr zum Beispiel die exotische Fähigkeit einer anderen Waffe abreissen und auf eure neue Lieblingsknarre draufpappen. Zusätzlich lässt sich die Wertigkeit eurer Schießprügel mit den entsprechenden Materialien ebenfalls ganz einfach verbessern. Wenn ihr also wollt, könnt ihr die komplette Kampagne mit nur einer Waffe durchspielen, die ihr dann nach und nach an die immer schwieriger werdenden Umstände anpassen könnt. Diese Mechanik greift auch bei euren Rüstungsteilen und in gewisser Weise für die Zauber-Fähigkeiten eurer Spielfigur.

Outriders gibt Raum für Experimente

Outriders

In "Outriders" könnt ihr zum Spielstart aus vier verschiedenen Klassen auswählen, die natürlich alle mit unterschiedlichen Fähigkeiten in die feindliche Welt des Planeten Enoc treten. Das war aber noch lange nicht alles, denn innerhalb eurer gewählten Klasse stehen auch zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl, diese entsprechend weiterzuentwickeln. Der Talentbaum (Bild oben) lädt hier zu Experimenten ein, es gibt viele Verästelungen für eure Zauberkräfte, die ihr ganz in Ruhe durchprobieren könnt. Denn gefällt euch der eingeschlagene Weg auf dem Talentbaum plötzlich doch nicht mehr, könnt ihr per Knopdruck alles zurücksetzen und die Punkte einfach neu verteilen, bis ihr euch wieder wohlfühlt. Und dafür bezahlt ihr keinen einzigen Cent oder sonst irgendwelchen mühsam erspielten Kram. Vorbildlich!

Outriders sorgt (noch) für Fragezeichen

Outriders

Einige Dinge sind allerdings noch nicht ganz klar, oder besser, können erst entsprechend beurteilt werden, wenn wir das erste Mal für einen längeren Zeitraum Hand an das Spiel legen konnten. Einige Design-Entscheidungen wirken momentan noch etwas seltsam: Es gibt, wie erwähnt, vier Klassen in "Outriders". Der kooperative Online-Modus unterstützt allerdings nur drei Spieler gleichzeitig. So wird man nie in den Genuss kommen, das Zusammenspiel aller verfügbaren Fähigkeiten während einer Session erleben zu können. Eine weitere Mechanik sorgt ebenfalls für Stirnrunzeln: Mit dem Spielfortschritt wechselt ihr den Schwierigkeitsgrad des Spiels. Die sogenannten "World Tiers" beschreiben dabei, wie schwer die nächsten Kämpfe ausfallen. Scheitert ihr an einer bestimmten "World Tier", dann wird euch ein Stück eures Erfahrungsbalkens abgeknabbert. Das könnte auf Dauer ziemlich frustig werden und für Unfrieden in der Online-Truppe sorgen. Die letzte "Hürde" für "Outriders" ist der fehlende PvP-Modus. Viele Spieler kloppen sich gerne gegenseitig mal einen rein, und genau das ist bei Outriders eben nicht möglich, das Spiel unterstützt ausschließlich PvE-Gefechte. 

Wenn ihr jetzt noch nicht ganz sicher seid, ob "Outriders" in der Lage ist eure bleierne Müdigkeit für "Loot-Shooter" zu beenden, dann könnt ihr euch schon sehr bald selber ein Bild vom Spiel machen. Ab dem 25. Februar steht für alle Systeme eine kostenlose Demoversion in den einschlägigen Downloadstores bereit. Es ist sogar möglich den Fortschritt, den ihr dort erzielt habt, mit in das Hauptspiel zu übernehmen, wenn es ab dem 01. April zum Kauf verfügbar sein wird. Wir sind auf jeden Fall dabei und werden euch so schnell es geht erste Eindrücke zu "Outriders" liefern.

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