Diablo 4 mit MMO- und PvP-Elementen? Bitte nicht!

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Natürlich hat Activision Blizzard die jüngst vergangene Blizzcon-Hausmesse dazu genutzt, um neue Informationen zu "Diablo 4" und dem Remaster von "Diablo 2" zu streuen. Einen konkreten Erscheinungstermin für die beiden kommenden Dungeon-Kloppereien gibt es leider weiterhin nicht. Aber es sind die Details zu "Diablo 4", die sicherlich vielen Fans die Zornesröte ins Gesicht treiben.

Mit "Diablo 4" wollen die Entwickler ein düsteres Action-RPG abliefern, und alles sieht danach aus, als ob die Optik für ein Spiel dieser Art wirklich über alle Zweifel erhaben ist. Blubbernde Sümpfe, fahl erleuchtete Minen oder sengende Wüsten machen in den ersten Videos eine tolle Figur. Aber die Entwickler scheinen auch an Stellschrauben drehen zu wollen, die das Spiel nicht unbedingt für jeden Spieler besser machen. In den zahlreichen Interviews, die während der Blizzcon gegeben wurden, tauchen viele neue Informationen auf, die sich auf eine "komplett offene Spielwelt", "PvP-Kämpfe" und "MMO-Elemente" für "Diablo 4" beziehen. Und, ganz ehrlich gesagt, diese Neuerungen passen so gar nicht zu einem neuen Spiel der Reihe, wie es sich die Fans eigentlich wünschen würden.

Diablo 4 mit ungeliebten Zusätzen

Activision Blizzard

Am ehesten kann man sich sicherlich damit anfreunden, dass "Diablo 4" in einer großen offenen Welt zu spielen ist. Also keine einzelnen Gebiete mehr, alles hängt zusammen und ihr könnt selber entscheiden, welche Richtung ihr einschlagen wollt. Eine echte "Verbesserung" sieht die Redaktion von spiele.de in dieser Maßnahme zwar nicht, aber die nächsten zwei Neuerungen sorgen für erheblich mehr Stirnrunzeln. Denn "PvP"-Kämpfe haben in Diablo absolut nichts zu suchen, besonders Spieler, die damit schon in "Destiny 2" keine Freude hatten, ahnen, was auf sie zukommt. Eines ist schon jetzt absehbar: Ihr könnt soviele Monster wegprügeln, wie ihr wollt, ihr könnt nicht das Equipment erspielen, das im PvP-Modus auf euch wartet. So sehr die Entwickler jetzt noch versprechen, dass "der PvP-Modus eine komplett freiwliige Angelegenheit ist", so sehr wird es letztlich nicht der Fall sein. Macht euch also darauf gefasst, das erstens bestimmte Teile eines Sets nur in den PvP-Arenen zu bekommen sind und zweitens es sicherlich eine Währung gibt, die ihr im PvP-Modus deutlich schneller und effzienter farmen könnt, als im eigentlichen Spiel. 

Wer will ein Diablo-MMO?

Auch der Begriff "MMO" wurde in den Interviews immer wieder in den Vordergrund gestellt. Glücklicherweise scheint es momentan aber so zu sein, dass ihr lediglich an bestimmten Punkten des Spiels in der Lage sein werdet, euch einer anderen Spielergruppe anzuschließen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass der MMO-Aspekt in der weiteren Entwicklung des Spiels einen deutlich größeren Anteil am Spielgeschehen haben könnte. Am Horizont winken Aufgaben, die ihr mit einer normalen 4er-Gruppe dann nicht mehr bewältigen könnt und zwangsweise auf die Hilfe weiterer Spieler angewiesen seid. Neben dem Orga-Chaos, das dann auf euch wartet, geht damit natürlich die Spielerfahrung flöten, die gerade bei "Diablo" für viel Spaß gesorgt hat. Ein englisches Sprichwort sagt: "Never change a running system" – und "Diablo 3" war nach unzähligen Patches schon nahe an der Perfektion. Warum wollen die Entwickler für "Diablo 4" nun mit Neuerungen punkten, die eigentlich kaum ein Spieler haben möchte? Vielleicht ist das Remaster von "Diablo 2", das im Laufe des Jahres für PC und Konsolen erscheinen soll – und ohne PVP- und MMO-Firlefanz auskommt – vielleicht doch die bessere Wahl für echte Fans der Serie.

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