DIRT 5 für Playstation 5 im Test: Hübscher Funracer mit groben Schönheitsfehlern

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Natürlich seid ihr zum Start eurer Karriere in DIRT 5 noch ein blutiger Anfänger. Großes Glück: Der einflussreiche und leider im feinsten Hipster-Jargon dauerplappernde Radio-Moderator AJ nimmt sich eurer an und unterstützt euch mit hilfreichen Hinweisen und sorgt natürlich auch für die entsprechenden und lohnenden Verträge mit den unterschiedlichsten Sponsoren. Im Lauf der Karriere, die natürlich abermals das Herz des Spiels darstellt, düst ihr rund um den Globus um den Sieg. Im Spielverlauf warten 13 Fahrzeugklassen auf euch, denen ihr auf 70 unterschiedlichen Rennstrecken in zehn verschiedenen Spielumgebungen die Sporen gebt. Neben den spannenden Rennen gibt es wieder zahlreiche Nebenveranstaltungen, die sicherlich nicht jedem Spieler gefallen. Besonders die ungeliebten Drift-Events könnt ihr zum Start eurer Karriere nicht ausblenden, da ihr die sauer verdienten Punkte unbedingt braucht, um weiterzukommen. Zum Glück habt ihr im späteren Verlauf aber die Möglichkeit, euch ganz bestimmte Rennarten herauszusuchen, um die Karriere voranzutreiben.

Dirt 5

Die Optik ist ein Hingucker – meistens

Optisch macht DIRT 5 einen wirklich guten Eindruck. Ihr genießt eine hohe Zeichendistanz mit seltenen Plopp-Texturen oder Bildfehlern. Die Reflektionen auf den Fahrzeugen und natürlich auch auf nassen Untergründen sind ein echter Augenschmaus. Düst ihr in Thailand der untergehenden Sonne entgegen, während euch der Schlamm um die Ohren spritzt und die Konkurrenz sichtbare Furchen auf der Strecke hinterlässt, ist das schon ein Schnalzen mit der Zunge wert. Leider können nicht alle Rennpisten mit dieser grafischen Güte überzeugen. Die Nachtrennen sind viel zu dunkel, nur mit ein wenig Mühe und noch mehr Streckenkenntnis könnt ihr dann die Kurveneingänge ausmachen, um entsprechend zu reagieren. Auch das Zerreissen des dargestellten Bildinhalts, auch Tearing genannt, ist unschön und sollte auf einer neuen Konsole wie der PS 5 einfach nicht vorkommen. Hier gibt es trotz insgesamt hübscher Optik also Abzüge in der B-Note.

Unausgegorener Schwierigkeitsgrad

Für noch mehr Unmut auf der Soll-Seite von DIRT 5 sorgt der ungewöhnlich stark schwankende Schwierigkeitsgrad. Zieht ihr eure Kontrahenten in den normalen Rennen meistens recht locker über den Tisch, sorgen andere Events wiederum dafür, dass ihr am liebsten in den Dual-Sense-Controller beissen würdet. Besonders die Renneinlagen auf eisigen Untergrund sorgen für mehr Frust als Lust und stellen herbe Dämpfer in der sonst eher entspannten Karriere dar. Versteht uns nicht falsch, die Redaktion mag Herausforderungen, aber was sich Hersteller Codemasters hierbei gedacht hat, können wir uns einfach nicht erklären.

Dirt 5

Der Streckeneditor: Das Spiel im Spiel

Besonderes Lob geht aber an die Implementierung des Streckeneditors. Der ist nicht nur äußerst umfangreich und einfach zu bedienen, sondern bietet euch die Möglichkeit euch die Streckenkreationen anderer Spieler herunterzuladen und auszuprobieren. Schon jetzt findet ihr schier zahllose selbstgebaute Pisten für die verschiedensten Rennarten, viele davon sind sogar noch besser, als die des Herstellers selbst. Mit dem Umfang und den umfangreichen Möglichkeiten bietet der Baukasten euch also auch abseits des eigentlichen Spiels noch stundenlang Spaß.

Passt auf euren Spielstand auf!

Bis hierhin ist DIRT 5 für die Playstation 5 ein mehr oder weniger gelungener Arcade-Racer, der euch mit ein paar kleinen Unzulänglichkeiten nervt. Was aber gar nicht geht, ist der Umstand, dass das Spiel an den verschiedensten Stellen der Karriere dazu neigt, einfach mal euren Spielstand zu fressen. Das ist uns mitten in der Karriere passiert uns schon waren etliche, hart erarbeitete Spielstunden futsch. Berichten zufolge passiert es besonders häufig im letzten Rennen, das ja eigentlich den krönenden Abschluss eurer Karriere darstellen sollte. Hersteller Codemasters redet das Problem auf Twitter zwar klein, bei uns sorgt es aber für den Abzug eines kompletten Sterns in der Wertung. Um dem Problem entgegenzuwirken, synchronisiert eure Spielstände für DIRT 5 in der Cloud oder zieht sie regelmäßig auf einen USB-Stick, falls ihr kein Playstation-Plus-Mitglied seid.

Dirt 5

Fazit:

DIRT 5 steht für Rennspaß in Schlamm, Dreck und einer Menge Wasser – und das setzt das Spiel ziemlich gut um. Hübsche Optik, ein genretypisches Fahrverhalten, das aber nicht vollkommen unrealistisch daherkommt und viel Auswahl bei Strecken und Austragungsorten. Geärgert haben wir uns über einige Physik-Bugs, das unnötige Tearing und den unausgeglichenen Schwierigkeitsgrad. Hier muss der Hersteller mit Patches noch nachbessern, was natürlich auch für die verlorenen Spielstände gilt.

Wertung

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