PS4 Spiele auf PS5: Wenn Träume in Erfüllung gehen

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Ihr habt die zum Start der neuen Playstation 5 verfügbaren Spiele schon alle durchplatiniert? Dann wendet euch doch mal den Spielen zu, die schon auf der Playstation 4 für Begeistung gesorgt haben. Ihr werdet staunen, was bei vielen PS4-Titeln für dramatische Verbesserungen zu sehen sind. Denn mit der doppelten Bildwiederholrate läuft das Spiel nicht nur flüssiger, sondern kann auch in anderen Bereichen ganz groß auftrumpfen. Wir zeigen euch, bei welchen PS4-Spielen uns auf der PS5 nochmals die Kinnlade runtergeklappt ist.

Viele Spiele der letzten Generation waren dermaßen gut, dass es sich locker gelohnt hätte sie zweimal durchzuspielen. Dafür gibt es nun einen echten Grund. Denn PS4-Spiele laufen nicht nur auf der neuen Playstation 5, sie erstrahlen – ob nun mit oder ohne kleinem Update-Patch – in einem völlig neuen Glanz. Damit gibt es dann wirklich einen Grund noch einmal von vorne zu beginnen, um sich die neue Optik in allen Bereichen des Spiels ganz genüsslich auf die Netzhaut zu ballern.

30 Frames waren das Maß aller Dinge

Die alte Leier "läuft aber nur mit 30 Frames" waren zu weiten Teilen absolut diskussionsbestimmend, wenn es um neue Spiele für die Konsolen Playstation 4 oder Xbox ging. Viele Konsolen-Zocker haben sich daran gewöhnt, dass die meisten Spiele nur mit einer Bildwiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde zu realisieren waren. Es gab zwar – besonders im Bereich der Rennspiele – ein paar löbliche Ausnahmen, generell war an 60 Frames aber kaum zu denken, dafür war die Hardware der vorigen Generation oft nicht leistungsfähig genug. 30 Bilder pro Sekunde bedeutet in vielen Fällen aber eben nicht nur ein "zäheres Spielvergnügen", auch andere Faktoren kommen zum Tragen: Auf vielen TV‘s, die eine 4K-Ausgabe ermöglichen, zieht das Spiel bei langsamen Kamerafahrten ein Doppebild hinter sich her. Das ungeliebte und sogenannte "Ghosting" war besonders für Besitzer eines Fersehers mit OLED-Technologie kaum auszuhalten. Da hätte man die neue, teure Glotze am liebsten gleich wieder aus dem Fenster geschmissen. Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles - so eben auch an die 30 Frames/Sekunde und Doppelkonturen. 

Ghost of Tsushima/Sucker Punch

60 Frames als Standard auf der PS5?

Auf der Playstation 5 sieht das Ganze dann schon deutlich anders aus: "Spider-Man: Remastered", "Ghost of Tsushima", "God of War", "Tom Clancy‘s The Division 2" oder "Control: Ultimate Edition" laufen im nun verfügbaren Performancemodus auf der PS5 fast durchgehend mit 60 Bildern pro Sekunde. Das kann bei dem ein oder anderen Spiel eine absolut lebensverändernde Erfahrung sein. Denn das Spiel läuft eben nicht nur doppelt so "schnell", sondern zusätzlich proftiert die Bildruhe enorm und die Eingabelatenz sinkt deutlich. "God of War", das kürzlich einen kleinen Patch bekommen hat, um mit 4K/60 laufen zu können, sieht aus wie ein völlig anderes Spiel. Also nicht völlig anders, aber eben so, dass man beim Spielen denkt: "Es hätte sicher gerne von Anfang an so ausgesehen." Zackigere und absurd wuchtiger wirkende Kämpfe sind neben der enorm erstarkten Optik dann die Kirsche auf der Torte. Natürlich entfällt bei 60 Bildern pro Sekunde auch der oben beschriebene Ghosting-Effekt. In dieser Qualität können die PS5-Spiele locker als Werbevideos für TV-Hersteller genutzt werden. Irre! 

Was ist mit Raytracing?

Jetzt wird es kompliziert: Denn auf dem Papier ist die PS5 (wie auch die Xbox Series X) in der Lage hardwarebasiertes Raytracing darzustellen. Das bedeutet letztlich realistische(re) Licht- und Reflektionseffekte in der Spielwelt. Der Preis dafür ist aber recht hoch, denn noch geraten auch die Konsolen der neuen Generation beim Einsatz dieser speziellen Technik schnell an ihre Grenzen. Dann sind die Spiele-Entwickler gefragt: Wird Raytracing bei einer Auflösung eingesetzt, die höher als 1080p (Full HD) sein soll, dann kann es scheinbar aktuell keine 60 Bilder pro Sekunde geben. Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft bietet auf der PS5 im Performancemodus Raytracing plus 60 Bilder pro Sekunde, fährt aber als Auflösung dann eben nur Full HD. Ein Kompromiss, den man gut eingehen kann – das Spiel sieht auch in 1080p immer noch ziemlich genial aus. Bei der "Control: Ulitmate Edition" haben die Entwickler einen anderen Weg gewählt: Hier gibt es Raytracing (Bild unten) nur bei 30 Frames und einer dymamischen 4K-Auflösung, die 60 Frames Variante hat keinerlei Raytracing, läuft aber sehr flüssig bei einer Auflösung von 1440p. Einen Ausnahmefall bildet scheinbar das kommende "Resident Evil Village". Denn die für die PS5 verfügbare Demo des Horrorspiels läuft in den dort begehbaren Räumen mit 4K bei 60 Frames und bietet kleine, feine und punktell eingesetzte Raytracing-Effekte. Es wird spannend zu sehen, ob das Spiel auch in den deutlich größeren Aussenarealen mit mehreren Gegnern gleichzeitig in der Lage sein wird diese technische Glanzleistung abzubilden.

Control/Remedy Entertainment

Das Problem mit dem Gehirn

Das Szenario ist wie folgt: Ihr habt "God of War", "Demon‘s Souls", "Ghost of Tsushima" und "Days Gone" mit 60 Bildern pro Sekunde ein paar Wochen lang gespielt. Nun sind die neuen Spiele für Playstation Plus für den Februar 2021 am Start und ihr habt euch dazu entschlossen, die "Control: Ultimate Edition" auf eure PS5-Platte zu ziehen. Ihr startet das Spiel im "Schicke-Optik-über-alles"-Modus, weil ihr euch das Raytracing mal ansehen wollt. Tja, und dann lasst ihr vor lauter Schreck fast den Controller fallen. Denn nun sehen für euch die 30 Frames wie ein absolutes Ruckelfest aus, das Spiel ist so gut wie kaum mehr anständig spielbar. Die hübschen Raytracing-Bling-Bling-Effekte können die nun extrem schlabbrig wirkenden Bildwiederholrate absolut nicht aufwiegen, also stellt ihr auf den Performancemodus und atmet erleichtert aus, wenn sich die flüssigen 60 Bilder pro Sekunde wieder an eure Sinne schmiegen, sobald ihr den Stick bewegt. Natürlich würde sich das Hirn nach ein paar Spielstunden wieder auf eine niedrigere Bildwiederholrate einstellen – aber wollen wir das wirklich?

Gran Turismo 7/SIE

Was bringt die Zukunft?

Bei den Spielen, die in nächster Zeit für die Playstation 5 erhältlich sein werden , stellt sich nun die spannende Frage: Werden die Entwickler einen Modus für 60 Frames auch bei grafisch aufwändigen Spielen wie "Horizon Forbidden West" oder "Kena: Bridge of Spirits" anbieten können? Oder geht es dann wieder in das dunkle Zeitalter zurück und wir erleben Spiele mit 30 Frames, die vor Blender-Effekten nur so überquellen? Schwer zu sagen! Immerhin wird wohl das neue Gran Turismo 60 Bilder pro Sekunde bieten – und das mit Raytracing (Bild oben) an Bord. Allerdings dürfte die Raserei dann eben nur in Full HD laufen. Ein Kompromiss, den sicher viele Spieler nur zu gerne eingehen. Es wäre auf jeden Fall absolut wünschenswert, wenn es auch in der Zukunft gelingen würde, bei so gut wie jedem neuen PS5-Spiel auch einen Modus mit 60 Bildern pro Sekunde anzubieten, denn es ist einfach ein absoluter Gamechanger für Konsolenspieler.

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