Wie gut ist Spider-Man Miles Morales?

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Mit Spider-Man gelang Sony 2018 ein echter Hit. Das Spiel bekam mehrere Mini-DLCs, in denen manche Storylines weitererzählt oder zum Abschluss gebracht wurden. Und die Geschichte führte auch einen gewissen Miles Morales ein, Sohn einer spanisch-stämmigen Mutter und eines afro-amerikanischen Cops, der im Verlauf der Handlung ebenfalls zum Superhelden wurde. Seine Abenteuer erzählt nun das Stand Alone-Add-On Spider-Man Miles Morales, das Sony als Launch-Titel für die neue Playstation 5 (kommt auch für PS 4) auf den Markt bringt. Kann Entwickler Insomniac Games die hohe Qualität der Spider-Man-Games auch hier halten?

Spider-Man Miles Morales

Die Handlung

Nach einem heftigen Kampf gegen den frisch ausgebrochenen Rhino verrät Peter Parker seinem Schützling undf Freund Miles Morales ein Geheimnis: Er wird einige Wochen mit seiner Freundin Mary Jane nach Europa reisen, um Fotos für den Bugle zu machen. Nun soll Miles allein als neuer Spider-Man New York vor Verbrechern und Superschurken schützen - kein leichter Job für einen Anfänger im Heldengeschäft! Doch Miles nimmt die Herausforderung an - und stößt bald auf eine neue Gang in der Stadt - den Underground. Deren Anführerin ist eine neue Schurkin namens Tinkerer und die hat offenbar eine private Rechnung mit dem riesigen Energiekonzern Roxxon offen.

Dessen Boss Simon Krieger macht auf Miles zwar zunächst einen netten Eindruck, doch Miles ist bereits erfahren genug, um darauf nicht allzuviel zu geben. Als Miles dann durch Zufall seinen Onkel Aaron wiedertrifft, der sich vor Jahren mit Miles' Vater zerstritten hatte, scheint sich für den 17-jährigen wieder alles zum Besseren zu wenden, nachdem er seinen Vater verloren hatte (was in Spider-Man erzählt wird). Denn auch seine Schulfreundin Phin taucht wieder in seinem Leben auf und feiert Weihnachten mit ihm zusammen. Kommen sich die beiden wieder näher? Hat Miles als Spider-Man überhaupt Zeit für eine Freundin? Und wie wird der Krieg zwischen Underground und Roxxon enden?

Spider-Man Miles Morales

Action satt mit neuem Helden

Wenn du Spider-Man bereits gespielt hast, kannst du auch in Spider-Man Miles Morales sofort loslegen, denn die grundsätzliche Steuerung ist dann ebenso bekannt wie die Figuren der Story. Zwar bekommt Miles ein paar andere Fähigkeiten als Peter, so kann er bioelektrische Stromstöße verteilen und sich für kurze Zeit unsichtbar machen, aber am Grundprinzip der wilden Kämpfe gegen eine Überzahl von Gegnern ändert das nichts. Und das ist noch immer der Großteil des Spielgeschehens. Neben der Hauptstory, über die wir hier nichts verraten wollen, kannst du als Miles Morales in vielen Nebenmissionen, Herausforderungen, laufenden Verbrechen und anderen Mini-Jobs Erfahrung sammeln.

Diese Erfahrung und Aktivitätspunkte investierst du dann in neue Fähigkeiten des Helden, um ihm beispielsweise stärkere Venom-Attacken (so heißen die bioelektrischen Schläge) zu verpassen oder neue Kostüme zu kaufen. Wie im Hauptspiel hat auch Miles zahlreiche coole, lustige und seltsame Kostüme zur Wahl, die du aber erst freispielen und kaufen musst. Einige davon beinhalten nützliche Fähigkeiten, andere sind nur Zierde. Stellst du fest, dass du bei bestimmten Missionen oder einem Teil der Hauptgeschichte Probleme hast, kann es sich lohnen, andere Missionen zu erledigen und deinen Helden mit den Punkten zu verstärken, bevor du es wieder versuchst.

Spider-Man Miles Morales

Story reißt keine Bäume aus

Die Story selbst ist ganz in Ordnung, wird jetzt aber auch niemanden überraschen, der schon ein paar Games hinter sich hat, dazu fehlen schlicht die Charaktere. Mit derart wenig Protagonisten ist es nicht sonderlich schwer zu erraten, wer sich hinter welcher Maske verbirgt. Mega-Überraschungen gab es allerdings auch bei Spider-Man nicht, denn jeder Fan weiß eben, wer Otto Octavius oder Wilson Fisk tatsächlich sind. Auch Miles Morales spielt hier klug mit der Erwartungshaltung der Fans, die sich im Spider-Man-Universum auskennen und beispielsweise wissen, welcher Charakter hinter dem Prowler steckt.

Dazu haben die Entwickler auch viele Anspielungen auf viele verschiedene Storylines in der langen Spider-Man-Geschichte versteckt. Wer sich damit nicht so gut auskennt, verpasst deshalb nichts von der Handlung, Kenner der Comics haben deswegen aber gleich nochmal mehr Spaß an diesem Game. Wer Fan der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft ist, sich aber nicht unbedingt an einen Actiontitel herantraut, kann unbesorgt sein: Vier Schwierigkeitsgrade sind vorhanden, der einfachste lässt auch Anfängern jede Chance, das Ende des Abenteuers zu erleben.

Optisch ist das Spiel auf der Playstation 4 ebenso gut wie Spider-Man, auf der PS 5 hingegen macht die Grafik eine ordentlichen Satz nach vorn. Vor allem bei natürlich aussehendem Licht wie einem Sonnenuntergang und bei der Fernsicht im Spiel (Miles kann von hoch oben ganz New York gestochen scharf sehen) ist die verbesserte Qualität auffällig. Aber auch Gesichter sehen auf der neuen Konsole realistischer und lebendiger aus als früher. Nachteil: Nicht jeder wird zum Verkaufsstart am 19. November eine PS 5 bekommen - und Spider-Man Miles Morales kommt bereits am 12. November in den Handel - PS 4-Besitzer spielen das neue Marvel-Abenteuer also früher.

Spider-Man Miles Morales

Fazit:

Mit Spider-Man Miles Morales bringt Entwickler Insomniac Games einen weiteren Sony-Exklusivtitel heraus, der einfach Spaß macht. Hier werden sowohl Action- als auch Marvelfans abgeholt. Und grafisch macht das Spiel vor allem auf der neuen PS 5 richtig etwas her. Da lassen sich die Schwächen in der Hauptstory gut verschmerzen. Zusätzlich bietet das Spiel jede Menge andere, kleine Herausforderungen, die manchmal schwerer sind als der eine oder andere Endboss. Wer das Hauptspiel schon kennt, bekommt eine starken DLC dazu, Neulinge in der Spider-Man-Gameswelt erwartet sogar ein großartiges Erlebnis.

Wertung

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