Fisch und Fleisch kaufen - darauf musst du achten!

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59,5 Kilo Fleisch verzehrt ein durchschnittlicher Bundesbürger pro Jahr – das besagt die aktuellste Statistik von 2019. 59,5 Kilo pro Jahr sind etwas mehr als ein Kilo pro Woche und pro Kopf. Man braucht nun keinen Rechenschieber, um zu verstehen, dass die deutsche Fleischwirtschaft pro Woche um die 80 Millionen Kilo Fleisch alleine in Deutschland umsetzt. Kurzum: Fleisch ist eine große Industrie (geworden). Die Schlangen vor den Fleischtheken sind lang. 

Wer dafür zahlt, will danach gute Qualität, schmecken soll es also. Und wem ist es noch nicht passiert, dass das erst am Vortag gekaufte Stück Fleisch am nächsten Tag schon einen gammligen Beigeschmack hatte? Dass ein Stück Fleisch unterschiedlich schnell verdirbt, hat einen einfachen Grund.

Wenn Erreger sich guten Tag und guten Abend sagen

Kaum ein Stück Fleisch ist keimfrei. Ab dem Moment der Schlachtung setzen sich Erreger auf dem Fleisch ab – diese stammen entweder von der Tierhaut oder vom Spritzwasser. Doch um sich derart zu vermehren, dass das Fleisch verdirbt und für den Menschen nicht genießbar ist, dauert es. Wie frisch das Fleisch ist, erkennt der Käufer im Wesentlichen an zwei Punkten: Schweinefleisch sollte zartrosa sein, Rind hell- oder dunkelrot. Keine Fleischsorte sollte gräulich aussehen. Säuerlicher Geruch ist zudem ein Zeichen für schlechten Zustand.

Zweiter Punkt: Ganz frisches Fleisch verliert noch kaum Wasser. Wenn in der Verpackung also schon ein größerer Wasserverlust festzustellen ist, kann nicht von allergrößter Frische ausgegangen werden.

Übrigens: Trotz aller Initiativen, immer größerer Aufklärung über Vegetarismus und Veganismus sinkt der Pro-Kopf-Fleischverbrauch hierzulande eher langsam. Anfang der 90er Jahre lag er zum Beispiel bei um die 63 Kilo und somit auf die Woche gerechnet nur minimal höher.  

Nicht Fleisch, aber Fisch

Der Fischkonsum in Deutschland liegt derweil deutlich niedriger: Nach Schätzungen, etwa vom Fisch-Informationszentrum, lag er in den vergangenen Jahren bei etwas über 14 Kilo, das ist also rund ein Viertel des Fleischkonsums. Wer beim Fischkauf Augen und Nase offenhält, kann üblen Überraschungen beim späteren Verzehr ebenfalls entgehen. Das Schuppenkleid eines Fisches glänzt und sollte von einer klaren Schleimschicht überzogen sein. Die Kiemen sind bei frischem Fisch feucht und wegen der noch vorhandenen Durchblutung kräftig rot gefärbt.

Der Fisch riecht angenehm und weht dem Käufer quasi eine Brise Meer in die Nase. Frische beim Fisch lässt sich ganz einfach auch am Kopf erkennen – etwa an den Augen. Diese sollten klar und prall nach außen gewölbt sein. Ein trüber Blick lässt darauf schließen, dass der Fisch nicht mehr frisch ist.

Lachs. Foto: Shutterbug75 / Pixabay

Problem der Überfischung

Schätzungen zufolge zieht der Mensch pro Jahr rund 91 Tonnen Fisch und andere Meeresfrüchte aus den Weltmeeren. Das führt dazu, dass rund 30 Prozent der Fischbestände überfischt sind und somit ihre Art gefährdet ist, weil mehr gefischt wird als nachwächst. Um Verbrauchern beim Kauf den rechten Weg zu weisen: Beim Fisch gibt es mehrere Gütesiegel – als am strengsten gilt hier das Siegel „Naturland“, das sicherstellen soll, dass ganz besonders auf artgerechte Haltung geachtet wird und das zudem auch noch dafür sorgt, dass bestimmte soziale Standards für die Arbeiter der Fischzucht gelten.  

Egal ob Fisch oder Fleisch - beides muss von der Industrie produziert werden. Und hier beginnen oftmals die Probleme. Um allein pro Woche 80 Millionen Kilo Fleisch verkaufen zu können, sind große Anstrengungen seitens der Industrie notwendig. Massentierhaltung ist daher nicht erst seit Kurzem ein prägender Begriff. Unter welchen – für Lebewesen – unwürdigen Bedingungen Rinder, Schweine, Hühner und andere Tiere teils ihr Dasein fristen, ist immer wieder Teil von TV-Dokumentationen oder Aufklärungsfilmen von Tierschutzorganisationen.

Was ist denn Stallhaltung Plus?

Um für mehr Tierwohl zu sorgen, oder aber zumindest etwas Transparenz gegenüber dem Verbraucher zu schaffen, gibt es seit 2019 – etwa auf abgepackter Ware – eine vierstufige Information, die kennzeichnet, welcher Haltungsform das Fleisch entspringt. Die Ziffer „1“ steht dabei für die schlechteste Haltung, vier für die Beste. Was aber heißt das? Eine Darstellung am Beispiel eines Schweins: Haltungsform eins bedeutet für ein Schwein einen Platz von 0,75 Quadratmetern in einem Stall und „veränderbares Beschäftigungsmaterial“, mindestens eine bewegliche Kette. Nach draußen müssen es solche Tiere in ihrem Leben aber nicht schaffen.

Die Haltungsziffer „2“ steht für StallhaltungPlus, was erneut kein Leben an frischer Luft bedeutet, dafür aber 0,825 Quadratmeter Platz im Stall und „Beschäftigungsmaterial“ aus natürlichen Stoffen. Erst ab Haltungsziffer „3“ ist Frischluft vorgesehen – man nennt das „Außenklima“. Das heißt nicht sehr viel mehr, als dass „Außenklimareize“ geschaffen werden, etwa also regelmäßig Fenster oder Tore geöffnet werden. Als Platz stehen dem Tier 1,05 Quadratmeter zur Verfügung. Selbst die derzeit beste Haltungsform „4“ sieht nur 1,5 Quadratmeter pro Schwein vor, immerhin aber ständigen Zugang nach draußen.

Siegel über Siegel

Darüber hinaus gibt es in Deutschland etliche Siegel, die mehr über Haltungsformen aufzeigen. Hier ist die Situation aber weitaus unübersichtlicher, da auch nicht sichergestellt ist, dass sämtliche Regeln und Richtlinien immer eingehalten werden. Eines der bekannteren Siegel ist „Pro Weideland“, wobei aber der Begriff „Weidemilch“ überhaupt nicht geschützt ist. Offiziell gilt: Das Label steht dafür, dass Kühe pro Jahr mindestens 120 Tage und an diesen sechs Stunden lang auf der Weide waren.  

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