Nachhaltig schmeckt besser: Welchen Fisch darf ich noch essen?

 | Spiele.de
Springe zu...
TEILEN

Was für ein idyllisches BIld: Ein Fischer fährt auf seinem Fischerboot langsam dem Sonnenuntergang entgegen. Er hält seine Angelroute ins Wasser - vielleicht beißt zu so später Stunde noch einer an? Anschließend geht es heim, der Fang wird inspiziert und geschmackvoll zubereitet. Nein, dieses Bild spiegelt gewiss nicht den Alltag dessen wider, wie rund um den Erdball jährlich rund 90 Millionen Tonnen Fisch aus den Weltmeeren geholt werden. Mit riesigen Fischernetzen ausgestattet, begeben sich die Fangflotten tagein, tagaus hinaus auf See. Das hat dazu geführt, dass heute, im Jahr 2020, bereits viele kleinere Fischbestände verschwunden sind. Viele andere sind bedroht. Laut der Welternährungsorganisation FAO sind bereits ein Drittel der weltweiten Fischbestände überfischt, weitere 60 Prozent sind gefährdet. Wer auf eine umweltbewusste, nachhaltige Ernährung achtet, greift schon lange nicht mehr mit gutem Gewissen an der Fischtheke zu. Gleichzeitig ist der regelmäßige Verzehr von Fisch nicht nur verdammt lecker, sondern auch gesund. Aus diesem Grund möchte Spiele.de für euch Licht ins Dunkel - beziehungsweise in den überfischten Ozean - bringen. Wir verraten euch, bei welchem Fisch ihr gefahrlos zugreifen könnt und von welchen Arten ihr der Natur zuliebe besser die Finger lasst.

Fisch

Greif zu! Diese Fischbestände sind nicht gefährdet

  • Hering: Die Bestände des Herings sind rund um den Erdball stabil. Lediglich im Nordostatlantik und Nordwestatlantik droht Überfischung. Von Fängen aus diesem Gebiet also besser die Finger lassen.
  • Karpfen: Die Bestände des Karpfens sind rund um den Erdball ausnahmslos stabil.
  • Wels: Noch hat sich der Wels nicht so sehr als Speisefisch durchgesetzt wie viele andere artverwandte Kollegen. Vielleicht ist das mit ein Grund, weshalb die Welsbestände mit Ausnahme von Brasilien, Deutschland, Niger, Niederlande, Thailand, Ungarn und Vietnam stabil sind.
Wels

Schau genau hin! Diese Fischbestände sind Wackelkandidaten

  • Lachs: Der Lachs gehört zu den beliebtesten, da vielseitigsten Speisefischen der Welt und führt in Deutschland seit jeher die "Speisefisch-Verkaufscharts" an. Aus diesem Grund sind die meisten Lachsbestände der Welt überfischt. Nur im Nordwestpazifik sind die Bestände stabil. Wenn du also mal wieder Lachs essen möchtest, achte am besten darauf, dass es sich dabei um Pazifischen Lachs handelt. Dann machst du garantiert nichts falsch.
  • Seehecht: Genau wie der Lachs ist auch der Seehecht zum Teil stark gefährdet. Mit einer Ausnahme: Im Nordwestpazifik sind die Bestände (noch) nicht von Überfischung bedroht. Frage beim Seehechtkauf nach dem sogenannten Kap-Seehecht. Dieser stammt direkt von dort.
  • Kabeljau: Der Nordostatlantik und der Nordostpazifik bieten dem Kabeljau ideale Lebensumstände. Die Bestände des beliebten Speisefisches sind in diesen Gebieten stabil. Achte beim Fischkauf darauf, dass die Tiere dorther stammen.
  • Forelle: Die Forelle gehört zur Familie der Lachsfische und kommt im Atlantik, in der Nord- und Ostsee, von Spanien bis Island und Westrussland, sowie in vielen angrenzenden Flüssen und Seen Europas vor. Viele der dortigen Forellenbestände sind längst überfischt. Möchtest du dennoch hin und wieder Forelle essen, greife am besten zur Bach- oder Regenbogenforelle. Bei beiden Fischen handelt es sich um Unterarten der Forelle, deren Bestände nach wie vor stabil sind.
  • Shrimps/Garnele: Du möchtest mal wieder Shrimps essen? Dann merke dir am besten folgende Begriffe: Kaisergranat und Eismeergarnele. Die Eismeergarnele ist eine Unterart der Shrimps, der Kaisergranat ein der Garnele ähnlicher Zehnfußkrebs, auch bekannt unter der Bezeichnung "Norwegischer Hummer". Die Bestände beider Arten sind im Nordost- und Nordwestatlantik zuhause, wo ihre Populationen stabil sind.
  • Zander: Zander aus europäischen Seen und Flüssen kann guten Gewissens gegessen werden. Fänge aus dem offenen Meer wie etwa der Ostsee sind dagegen zu meiden. Dort sind die Zanderbestände bereits stark zurückgegangen.
  • Thunfisch: Der Thunfisch gehört in Deutschland zu den beliebtesten Speisefischen. Was viele nicht wissen: Viele Bestände des Thunfischs sind gefährdet. Aus diesem Grund solltest du beim Kauf darauf achten, ausschließlich zu Gelbflossenthunfisch oder Skipjack aus dem Nordpazifik zu greifen.
Lachs

Hände weg! Diese Fische sind vom Aussterben bedroht

  • Alaska-Seelachs: Der Alaska-Seelachs wird hauptsächlich für die Herstellung von Fischstäbchen verwendet. Dadurch sind die weltweiten Bestände mittlerweile arg reduziert. Greife am besten erst wieder zu Alaska-Seelachs, wenn sich diese wieder erholt haben. 
  • Pangasius: Da die weltweiten Pangasius-Bestände überfischt sind, haben sich mittlerweile einige Länder auf Nachzuchten in Aquakulturen spezialisiert. Solltest du mal wieder Pangasius essen wollen, achte darauf, dass der Fisch aus ebendiesen Nachzuchten - am besten aus Vietnam - stammt.
  • Rotbarsch: Die Rotbarschbestände sind weltweit überfirsch. Daher solltest du vorerst erstmal keinen Rotbarsch mehr essen und warten, bis sich die Bestände erholt haben.
  • Seeteufel: Dasselbe gilt für den Seeteufel. Auch dessen Bestände sind überfischt. Am besten, du lässt Seeteufel an der Fischtheke erst einmal aus.
  • Aal: Der Aal und seine vielen Untergattungen kommen rund um den Erdball vorwiegend in Süßgewässern vor. Dort sind sie vom Aussterben bedroht. Da sich bislang nur wenige Länder mit der Nachzucht von Aalen auseinandersetzen, werden noch immer vorwiegend wilde Aale gejagt. Du möchtest der Natur etwas Gutes tun? Dann lass am besten die Finger vom Aal, bis sich seine Population vielleicht irgendwann einmal erholt hat.
  • Makrele: Da die Makrelenbestände weltweit überfischt sind, solltest du für ein gutes Gewissen (vorerst) keine Makrelen essen. 

Weiterlesen