Und was ist mit Tee?

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Deutschland ist die Kaffee-Nation Nummer eins. Doch auch der Tee verbreitet sich seit Jahren rasend schnell unter den Konsumenten. Heutzutage wird kein staubtrockener Beuteltee mehr getrunken. Der Trend geht zur aufwändigen Maschine, die mit frischen Zutaten schmackhaften Tee zubereitet. Dabei sind der Fantasie (fast) keine Grenzen gesetzt. Vom klassischen Kamillentee über verschiedene Früchtezubereitungen bis hin zu exotischen Schwarzteesorten ist alles dabei, was dem Gaumen Freude bereitet. Doch Tee hat nicht nur etwas mit Genuss zu tun. Viele Sorten wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Dabei gilt: Je frischer das Getränk zubereitet ist, desto besser entfaltet sich dessen Wirkung. Teebeutel sind zwar praktisch, enthalten aber kaum noch jene Inhaltsstoffe, mit denen frisch aufgebrühter Tee auftrumpfen kann.   

Nicht jeder Tee ist "echter Tee"

Unter dem Begriff Tee versteht man heute sämtliche Aufgussgetränke, die unter Zugabe von heißem Wasser auf
Pflanzenbestandteile wie Blätter oder Blattknospen bestehen. Schätzungsweise gibt es auf der Welt über 3000 verschiedene Teesorten. Doch unter sogenanntem echten Tee werden weltweit nur sechs verschiedene geführt: 

  • Schwarzer Tee
  • Grüner Tee
  • Gelber Tee
  • Weißer Tee
  • Oolong Tee
  • Pu-Erh-Tee

Bei diesen Sorten wird der Tee aus den verschiedenen Teepflanzen gewonnen, der beim Herstellungsprozess fermentiert. Gleichwohl haben sich aus diesen sechs echten Tees unzählige weitere Sorten entwickelt, sodass heutzutage für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und für jeden Notfall! Denn viele Teesorten schmecken nicht nur gut, sondern haben auch eine heilende Wirkung auf den Körper.

Kamillentee - Der tut dir gut!

Der Kamillentee ist ein echter Klassiker unter den Teesorten. Wie der Name schon sagt, wird Kamillentee aus dem Blüten, dem Kraut und dem Samen der Kamillenpflanze gewonnen. Die Pflanzenart aus der Gruppe der Korbblütler wurde im Jahr 2002 zur “Heilpflanze des Jahres” gekürt und war bereits 1987 die erste “Arzneipflanze des Jahres”. Der Grund: Die Blütenköpfe der Kamille wirken aufgrund ihres höhen Gehalts ätherischer Öle antibakteriell und dadurch entzündungshemmend sowie krampflösend. Daher ist Kamillentee auch das Hausmittel Nummer eins bei Magen- und Darmbeschwerden. 

Kamillentee


Pfefferminztee - Der schmeckt frisch!

2004 mit dem Titel “Heilpflanze des Jahres” ausgezeichnet, haben die Inhaltststoffe der Pfefferminze verschiedene Wirkungen auf den menschlichen Körper. Dazu gehören ätherische Öle, Labiatengerbstoffe und Flavanoide, die für eine optimale Wirkung möglichst hoch dosiert werden müssen. Dann wirkt Pfefferminztee wohltuend auf Gallenfluss und Gallensaftproduktion, krampflösend, antimikrobiell und antiviral. Darüber hinaus werden die ätherischen Öle der Pfefferminze häufig als kühlend empfunden und sollen dadurch beruhigend auf den Patienten wirken.   

Ingwertee - Der ist scharf!

Die vorwiegend im Wurzelstock der Ingwerpflanze enthaltenen Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Zingiberen, Curcumen und beta-Eudesmol sowie Scharfstoffe (Gingerole, Shogaolen), die der Pflanze zu ihrem charakteristischen Geschmack verhelfen, wirken Entzündungen entgegen, weshalb sich Ingwer unterstützend bei Gelenkschmerzen bewährt hat. Im Magen-Darm-Trakt kurbelt Ingwertee zudem die Bildung von Magensäure an, was eine appetitanregende Wirkung mit sich bringt. Darüber hinaus sorgen vor allem die Scharfstoffe für eine aktive Verdauung. Außerdem sagt man Ingwertee brechreizunterdrückende Wirkung zu. 

Ingwertee

Salbeitee - Der beruhigt!

Salbeitee wird vorwiegend aus den Blättern der zu den Lippenblütlern zählenden Pflanze hergestellt, da diese reich an ätherischen Ölen aus den Bestandteilen Thujon und Kampfer sind. Diese verleihen Salbei seinen markanten Geruch. Auch Gerb- und Bitterstoffe wie Rosmarinsäure können eine arzneiliche Wirksamkeit aufweisen, etwa bei der Behandlung von Durchfallsymptomen. Hier unterstützt Salbei den Körper beim Kampf gegen das Wachstum von Viren und Bakterien. Darüber hinaus wirkt Salbeitee bei Magen-Darm-Beschwerden desinfizierend und krampflösend.

Melissentee - Der bringt dich auf Trab!

Die aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende Melisse wurde bereits 1988 zur “Arzneipflanze des Jahres” gekürt und wird in der Pharmazie vorwiegend für ihre beruhigenden Wirkungen auf Körper und Seele geschätzt. Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Flavonoide, Glykoside, Rosmarinsäure, Bitterstoffe und viel Vitamin C unterstützen die Magenfunktion. Allen voran die Bitterstoffe kurbeln die Produktion der Verdauungssäfte an und beruhigen so die Darmmuskulatur. Infolgedessen können Blähungen gemindert und Magenkrämpfe gelöst werden. 

Schwarzer Tee - Der macht dich wach!

Ob Darjeeling, Assam oder Earl Grey: Schwarzer Tee zählt gemeinhin zu den gesündesten aller Teesorten. Er wird aus den jungen (fermentierten) Blättern des Teestrauchs Camellia sinensis hergestellt und enthält besonders viel Fluorid, Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium und Zink. Darüber hinaus ist in Schwarzem Tee viel Koffein enthalten, sodass sich das Getränk als ideales Pendant zum Kaffee entwickelt hat und gerade von Konsumenten getrunken wird, die Kaffee nicht mögen oder vertragen. 

Teebeutel

Grüner Tee - Der macht dich stark!

Im Gegensatz zu Schwarzem Tee werden die Blätter der Camellia sinensis beim Grüntee-Verfahren nicht fermentiert. Trotzdem hat auch Grüner Tee richtig was drauf! Einer seiner Hauptinhaltstoffe ist Epigallocatechin-Gallat. Er wirkt auf Krebszellen wachstumshemmend und kann darüber hinaus auch die Entstehung von Tumoren vorbeugen. Wie auch Schwarzer Tee ist Grüntee reich an Vitaminen. Doch eine noch höhere Konzentration als bei Vitaminen weisen die beiden Sorten bei Polyphenolen auf. Diese sekundären Pflanzenstoffe stärken das körpereigene Abwehrsystem und schützen die Zellen und Gefäße, indem sie zerstörerische freie Radikale abfangen.  

Zusammenfassung: Was steht denn da im Teeregal?

Grundsätzlich tritt beim Tee jene Wirkung zutage, die vom Inhalt ausgeht. Die Kamillenpflanze wirkt ebenso wie der Fenchel oder Anis wohltuend auf Magen und Darm. Bei Magenbeschwerden sind diese Teesorten also die beste Wahl. Die Pfefferminze zählt zu den beliebtesten Heilpflanzen weltweit und ist aufgrund ihres hohen Mentholgehalts die erste Wahl bei Halsbeschwerden. Dies gilt auch für Salbei- und den etwas exotischeren Borretschtee. Baldriantee eignet sich durch die beruhigende Wirkung ideal als natürliche Einschlafhilfe. Bei Erkältungen empfehlen Apotheker neben Kamillentee vor allem Ingwer als Hauptbestandteil von Getränken, aber auch Lindenblütentee ist hier eine gute Wahl. Frauen wird bei Menstruationsbeschwerden zudem Scharfgabentee oder Oreganotee empfohlen. Sämtliche Sorten sind im gut sortierten Supermarkt oder in der Apotheke erhältlich. 

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