Das hilft gegen Kater

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Mal ehrlich: Wer kennt es nicht? Was anfangs als gemütlicher Abend mit ein paar Kumpels beginnt, endet in einer wilden und (zu) feucht-fröhlichen Party. Bis die Sonne wieder aufgeht, sind unzählige Flaschen entkorkt und Trinksprüche ausgestoßen. Und am nächsten Morgen (oder manchmal auch erst Nachmittag) kommt das böse Erwachen. Der Kopf fühlt sich an, als werde er in den nächsten Minuten zerbersten. Was Fachleute als Alkoholintoxikation bezeichnen, ist im Volksmund schlicht als Kater bekannt.

Der Begriff Kater kommt aus dem 19. Jahrhundert; damals, so ist überliefert, sei er vor allem von Studenten gebraucht worden und lässt sich von Katarrh ableiten – das ist eine eher schmerzhafte Schleimhaut-Entzündung. Wer an einem Kater leidet, der leidet im Grunde an einer Dehydration des Körpers, dem Blut werden Stoffe entzogen und Acetaldehyd, das beim Abbau von Ethanol im Körper entsteht, tut sein Übriges.

Hoch die Pulle!

Dehydration ist eines der wesentlichen Probleme, mit denen sich der Körper am Tag nach einer wilden Feier herumschlagen muss. Daher ist es ratsam, viel zu trinken. Das in manchen Kreisen als Heilmittel beschworene „Konterbier“ hilft dabei nur wenig – durch die erneute Alkoholzufuhr können zwar Kopfschmerzen in der Tat gelindert werden; letztlich verschiebt es die Symptome aber nur um einige Stunden. Von daher ist vor allem Wasser an Katertagen ratsam. Wem das zu fad schmeckt, der kann eine Scheibe Zitrone, etwas Ingwer oder auch ein Stuck Salatgurke in das Wasser legen. Wem wirklich sehr schlecht ist, der kann auch auf magenschonende Tees zurückgreifen. Tee gibt es inzwischen in vielen Sorten, spiele.de hat darüber schon ausführlich berichtet .

Verzichten sollte man auf Getränke, die Bitterstoffe enthalten. Finger weg also von Cola, Spezi, Limo oder auch Kaffee.

Wenn der Schädel brummt

Auch stetige und umfangreiche Wasserzufuhr wird aber im Extrem-Fall die massiven Kopfschmerzen nicht bekämpfen. Die Einnahme einer Schmerztablette hingegen schon. Weil die aber den Magen zusätzlich reizt, wird Professor Helmut Seitz vom Salem Medical Center in Heidelberg und Leiter des Alkoholforschungszentrums der Universität Heidelberg, in Fachartikeln davon eher abgeraten. Es gibt ohnehin einige Tipps und Tricks gegen das Kopfweh. Knabbern von Salzstangen oder allgemein die Zunahme von salziger Nahrung hat einen positiven Effekt. Ärzte berichten zudem davon, dass es Erfolge gibt, wenn man sich ätherische Öle, etwa Lavendel, auf die Schläfen tropft und das dann vorsichtig einmassiert.

Yantra - stock.adobe.com

Nahrungszunahme ist auch nach durchfeierten Nächten wichtig. Ganz klassisches Bild eines Katerfrühstücks: Ordentlich Rollmops auf den Tisch. Das muss aber gar nicht sein. Auch ein Müsli mit Obst oder ein lecker belegtes Vollkornbrot hilft, verriet Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in der „Apotheken Umschau“.

Auch der Kreislauf ist wegen des anhaltenden Entgiftungsprozesses angeschlagen; daher kann dann auch Schwindel kommen. Eine vorsichtige Jogging-Runde um den Block hilft hier, wenn man dabei tief ein- und ausatmet. Vorsichtig sollte man deshalb sein, weil man den Kreislauf nicht direkt überfordern darf und in manchen Fällen auch der Gleichgewichtssinn noch gestört sein kann…

Die Mythen um das Vorbeugen

Ein Kater ist nun wahrlich nicht angenehm. Daher gibt es auch zahlreiche Mythen darüber, wie man ihn von vornherein verhindern kann. Dazu zählt zu allererst natürlich: Weniger Alkohol zu sich nehmen. Das ist selbsterklärend. Aber es kommt auch ein bisschen auf die Art des Getränkes an. In der Tat ist es erwiesen, dass hochwertige alkoholische Getränke weniger Kopfweh am nächsten Tag machen als Gesöff. Weil man auch aufpassen sollte, nicht zu viele Begleitalkohole zu sich zu nehmen, ist es obendrein ratsam, bei einem Getränk zu bleiben.

„Wein auf Bier, das rat‘ ich dir“, „Bier auf Wein, das lass‘ sein“ ist daher wirklich nur ein Mythos. Grundsätzlich aber gilt: Jedes alkoholische Getränk, das entweder warm getrunken wird oder viel Zucker enthält – Glühwein ist hier der Klassiker – geht schneller ins Blut und ist somit folgenreicher.

Vor der Party ist eine deftige Mahlzeit empfohlen. Weil fettreiche Speisen länger im Magen bleiben, wird die Alkoholaufnahme dadurch verzögert. Dieser Trick hilft aber auch nur, wenn man es später mit den Alkoholika nicht allzu sehr übertreibt. Genauso wichtig wie die Mahlzeit vor der Feier, ist aber auch, dass man während des Abends immer wieder kleine Häppchen zu sich nimmt. Da reichen schon ein paar Chips oder eine saure Gurke.

Syda Productions - stock.adobe.com

Ein echter Hit ist zudem der Trick, vor einer wilden Feier einen Esslöffel (hochwertiges) Öl zu sich zu nehmen. Tatsächlich legt das Öl zunächst einen dünnen Film über die Zellmembrane und verhindert so, dass der Alkohol schnell in die Organe vordringt. Entscheidender ist aber, dass die Leber als Reaktion auf das Öl große Mengen der Enzyme ausschüttet, die den Alkohol zersetzen.

Kein Qualm!

Es ist auch erwiesen, dass sich Zigarettenkonsum und Alkohol schlecht vertragen. Das liegt daran, dass Nikotin den Alkoholspiegel im Blut senkt – so hat der Körper also das trügerische Gefühl noch gar nicht so betrunken zu sein. Ein Irrtum.

Statt der Zigarette während der Party ist es zudem ratsam, vor dem Ins-Bett-Gehen ein bis zwei Gläser stilles Wasser zu trinken. Das ist quasi die erste Feuerwehr für die beginnende Dehydrierung. Obendrein ein weiteres Glas Wasser direkt neben dem Bett zu haben, das schnell getrunken werden kann, schadet nicht.

Wer all das vermeiden will, kann auch allen Freunden einer wilden Partynacht einen echten Gefallen tun: Denn wer gar nichts trinkt, ist am nächsten Tag vielleicht müde, aber nicht verkatert, kann den ein oder anderen Kumpel aber am Ende einer Nacht sogar noch sicher nach Hause fahren. 

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