Turbo-Küche: Schnell und lecker

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Eines steht fest: Das klassische Rollenbild in deutschen Küchen – es war einmal. Direkt nach dem Krieg, quasi bei der Großeltern- und teils auch noch bei der Eltern-Generation, waren die Aufgaben zumeist klar verteilt. Der Mann geht arbeiten, die Frau derweil verdient vielleicht hinzu, kümmert sich in erster Linie aber um Kind und Kegel. Zwar sind laut einem Bericht der Arbeitsagentur für Arbeit auch 2018 noch deutlich mehr Männer als Frauen in Deutschland erwerbstätig, dennoch wächst die Zahl der sozialversicherungspflichtig angestellten Frauen weiterhin. In einer Familie und in einer Beziehung mit zwei (voll) Erwerbstätigen, bleibt so manche Zeitnot abends nicht aus – und führt zur Frage: ‚Was kochen wir denn?‘ – oder anders: ‚Was geht denn schnell?‘

Alles in einem

Die gute Nachricht – es gibt vielfältige Möglichkeiten für abwechslungsreiche Kost, selbst wenn die Zubereitung eine halbe Stunde nicht überschreiten soll. Besonders beliebt sind dabei Rezepte, die dem „Alles in einem“-Trick folgen. Sprich: „One Pot“-Gerichte. Das fängt bei der „Gemüsepfanne“ an und geht weiter bis zur „One-Pot-Pasta.“ Aufgebaut sind alle Gerichte nach einem relativ einfachen Muster – und können so theoretisch auch nach Belieben variiert werden.

Das heißt: Allen Rezepten liegt ein Basis-Lebensmittel zu Grunde. Also Nudeln, Kartoffeln, Reis oder manchmal auch nur eine Sandwich-Scheibe. Hinzu kommen dann meist unterschiedliche Gemüse-Sorten. Populär sind derzeit kleine Cocktail-Tomaten, Auberginen oder Zucchini. Auch klein geschnittene Karotten, Paprika, Zwiebeln, Oliven oder Spinat können zugemischt werden.

Foto: Rafael Ben-Ari / stock.adobe.com

Für eine potentielle Soße, die längst aber nicht mehr in jedem Rezept Pflicht ist, wird meist ein Mix aus Sahne, Wasser und manchmal einem Stoß geriebenem Käse empfohlen. Alles einkochen lassen, fertig. Mit einigen Gewürzen, etwa Petersilie, Salz und Pfeffer wird alles am Ende noch abgeschmeckt. Ganz nach Belieben kann auch noch Knoblauch, Paprika-Gewürz oder eine Gemüsebrühe beigemischt werden. Wer Fleisch dazu mag, kann zum Beispiel ein Schnitzel kleinschneiden und gewürfelt mit anbraten oder aber gleich Hackfleisch verwenden. Gut durchbraten und dann zu den anderen Zutaten hinzugeben. Wichtig ist bei allen Turbo-Rezepten: Sie setzen auf eine geringe Anzahl an Zutaten und zudem auf solche, die meist ohnehin im Haushalt vorrätig oder wirklich in jedem selbst schlecht sortierten Discounter zu erwerben sind.

Wie kann so ein Rezept dann in der Theorie aussehen?

Da wäre also eine Nudel-Gemüsepfanne, für die man die Nudeln kurz aufkocht, während man das Gemüse schneidet (zum Beispiel Auberginen und kleine Tomaten). Das Gemüse wird dann in heißem Öl in der Pfanne angebraten (nach etwa einer Viertelstunde ist es gar), mit den Nudeln vermengt, noch etwas angeröstet und schließlich mit Gewürzen versehen. Fertig

Pro-Tipp: Wer gleich immer etwas mehr kocht und zum Beispiel die Hälfte einfriert, der muss einige Tage später alles nur auftauen, kurz in die Pfanne schmeißen und hat ein gutes, selbstzubereitetes Essen ohne die lästige Vorbereitung. Achtung: Man sollte das Gericht nur nicht über Jahre im Gefrierschrank vergessen…

Bääh, Tiefkühlkost?!

Sie sind fester Bestandteil eines jeden Supermarktes – die langen Reihen von Tiefkühltruhen, in denen wahlweise gefrorenes Gemüse oder gar schon komplett fertige Gerichte lagern. Nur schnell warmmachen, essen, fertig. Doch kann das gesund sein? Die Hersteller werben damit, dass sämtliches Gemüse immer noch alle Vitamine enthält. Direkt nach der Ernte wird es zum Beispiel mit Wasser und Dampf blanchiert – so sollen die Vitamine bis zum endgültigen Auftauen konserviert werden. Teils behaupten Hersteller sogar, dass so letztlich mehr Vitamine im Körper des Konsumenten ankommen als bei vermeintlich frischem Obst oder Gemüse, das aber allein auf dem Weg bis in den Supermarkt schon eine lange Strecke zurücklegen musste.

Foto: Anita / stock.adobe.com

Der bekannte Fernseh-Mediziner Dr. Johannes Wimmer ist der Meinung, es müsse eben nicht immer frisches Gemüse auf den Tisch, um eine Mahlzeit gesund zu machen. Wimmer empfiehlt in einem Video, das er für die Techniker Krankenkasse produziert hat, etwa, Tiefkühlgerichte einfach noch etwas zu pimpen. Zu einem Fertig-Nudelgericht würde sich die Zugabe von Tiefkühl-Gemüse, wie gefrorenem Brokkoli prima eignen, erklärt der Fernsehmediziner. „Der Brokkoli enthält richtig viel Vitamin C“, sagt Wimmer. Ein ähnliches Prinzip gilt auch für ein schnelles Frühstück oder aber ein leckeres Dessert. Smoothies zum Beispiel können direkt aus verschiedenen gefrorenen Beeren hergestellt werden, auch ein leckerer Joghurt lässt sich selbst herstellen, in dem man einfach Naturjoghurt mit verschiedenen aufgetauten TK-Früchten, etwa Erdbeeren oder Himbeeren, anreichert.

Die Mikrowelle

Ähnliches Naserümpfen wie um die Tiefkühlkost gibt es auch rund um die Mikrowelle. Kaum zu glauben: Der Absatz der Mikrowellen wächst in Deutschland weiterhin. Zwar rechnet die Branche 2020 mit rückläufigen Umsätzen, dies sei allerdings auf die Geschäftsschließungen in Zusammenhang mit Corona zurückzuführen. 2019 war für den Mikrowellen-Markt mit einem Umsatz von fast 270 Millionen Euro ein Rekordjahr. Bis 2025 wird mit einer jährlichen Steigung von drei Prozent gerechnet.

Ob Essen aus der Mikrowelle letztlich schädlich ist, lässt sich auch über Studien nicht genau und eindeutig sagen. Fest steht: Die abgesonderten Strahlen liegen weit unter der erlaubten Grenze – hiervon geht also nicht mehr Gesundheitsgefahr als von einem herkömmlichen WLAN-Netz aus. Ob in der Mikrowelle letztlich Nährstoffe, etwa in Gemüse, abgetötet werden, ist umstritten. Einige Studien bestreiten dies, andere bestätigen es. Allerdings: Selbst die Studien, die davon sprechen, dass Nährstoffe verloren gehen, schließen nicht gänzlich aus, dass das mit eventuell zu hohen Temperaturen zu tun haben könnte. Wichtig ist – da herrscht Einigkeit: Beim Erwärmen in der Mikrowelle muss Geschirr eingesetzt werden, dass eine entsprechende Tauglichkeit hat. Ist das nicht der Fall, könnten sich Weichmacher lösen und so in den Körper gelangen.

Foto: Africa Studio / stock.adobe.com

Der Mythos, eine Mikrowelle sei krebserregend, ist jedenfalls falsch. Für gesunde Menschen stellt die Mikrowelle also eine zeitsparende Methode dar, abseits vom klassischen Backofen in sehr kurzer Zeit Gerichte zu erhitzen.

Der Klassiker – die Brotzeit

Wer abends nicht unbedingt warme Kost auf dem Tisch haben muss, dem ist ein echter Klassiker ans Herz gelegt: Die Brotzeit – oder eben das „Abendbrot“, wie die Großeltern-Generation noch zu sagen pflegte. Denn selbst bei Oma und Opa war keineswegs immer Zeit für aufwändiges Kochen. Nach getaner Arbeit wurde somit einfach schnell der Kühlschrank ausgeräumt. Wurst, Käse, Aufstriche auf den Tisch, dazu ein paar Scheiben Brot und fertig. Zubereitung: Keine fünf Minuten. Echte Turbo-Küche eben. 

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