Die besten Escape-Spiele für zu Hause

Verschiedene Hersteller bringen den Rätselspaß nach Hause. Wo liegen die Unterschiede und mit welcher Reihe sollte man einsteigen? | Spiele.de
Verschiedene Hersteller bringen den Rätselspaß nach Hause. Wo liegen die Unterschiede und mit welcher Reihe sollte man einsteigen? © Pixabay / Clockedindk
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Wenn der Mensch nicht in den Escape Room kommt, dann kommt der Escape Room eben gewissermaßen zum Menschen. Das ist eine recht logische Schlussfolgerung. Escape-Spiele jedenfalls haben sich in den vergangenen Jahren zur echten Freizeit-Betätigung für Freundeskreise, nicht zuletzt aber auch als Team-Building-Maßnahme im Kollegium etabliert. 2020 war freilich vieles anders. Die Coronapandemie ließ in weiten Teilen des Jahres eben nicht zwingend zu, dass sich viele Personen in engen Räumen aufhalten und in diesen Rätseln lösen. Das beflügelte eine andere Escape-Sparte: Die Escape-Brett-Spiele.

Spielehersteller hatten diesen Trend schon weit vor 2020 erkannt; weshalb der Escape-Fan nicht nur vor etlichen Escape-Spielen im Regal steht, sondern sogar zwischen mehreren unterschiedlichen Reihen auswählen kann. Teilweise wird dabei sogar mit echten Meisterdetektiven gearbeitet. 

Exit-Reihe des Kosmos Verlags

Die wohl bekannteste Escape-Brettspiel-Reihe stammt aus dem Hause Kosmos und hört auf den Namen Exit. Allein hier gibt es um die 20 Spiele, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen. Wer ganz neu einsteigen will, der kann auf Varianten zurückgreifen, die (auch) für Kinder geeignet sind. Hier sei vor allem ein Spiel empfohlen, das mit einem prominenten Namen aufwartet. In „Das Haus der Rätsel“ schlüpfen die Spieler am heimischen Wohnzimmertisch in die Rollen von Justus Jonas, Bob Andrews und Peter Shaw – sie sind dann also die legendären „Drei ???“. Die Geschichte ist recht klassisch; die drei werden in einem Haus eingeschlossen und müssen verschiedene Codes lösen, um diesem zu entkommen.

Auch das ebenfalls für Einsteiger geeignete „mysteriöse Museum“ bedient sich großer Namen, hier mischen nämlich Albert Einstein und Marie Curie mit. Spielstätte ist diesmal – wie es der Titel schon sagt – ein großes Museum und zwar mitten in der Nacht…

EXIT - Das Spiel: Das Tor zwischen den Welten © KOSMOS

Wer schon mehr Erfahrung mit Escape-Spielen hat, der kann sich ans Level für Fortgeschrittene trauen – auch hier bietet der Kosmos-Verlag mehrere Alternativen an. Unter Escape-Fans ist hier besonders umkämpft, welches Spiel das Beste ist. Der Autor dieses Textes hatte bei „Die vergessene Insel“ besonders viel Spaß – hier gerät eine Freundesgruppe mitten im Ozean in einen wilden Sturm und weil das Boot kentert, retten sich alle auf eine vergessene Insel. Echtes Robinson-Crusoe-Feeling kommt auf und nur die von einem Unbekannten deponierten Hinweise können helfen, die Insel in der vorgegebenen Zeit wieder zu verlassen. In der Tat aber bewerten zahlreiche Spiele-Experten ein anderes Exit-Spiel für Fortgeschrittene als das Beste. Lustigerweise hat auch das mit einem Sturm zu tun. „In die verlassene Hütte“ flieht die Gruppe in eine eben solche, weil bei einer Spazier-Tour ein wilder Sturm losbrach. Am nächsten Morgen sind die Ausgangstüren aber versperrt. Ein geheimer Hinweis sagt: Es gibt nur sehr wenig Zeit, um die mysteriöse Hütte unbeschadet wieder zu verlassen…

Wem diese Spiele zu einfach geworden sind – was man nicht zuletzt daran erkennt, dass man die Spiele allesamt in weniger als einer Stunde gelöst hat, der darf unter anderem auf den Spuren von Agatha-Christie wandeln. Der Kosmos-Verlag hält ein ziemlich gutes Exit-Spiel bereit, das auf deren Kult-Krimi „Mord im Orient-Express“ beruht. Im Verlag heißt es „Der Tote im Orient-Express“ und ist eine Mördersuche in den Zug-Abteilen. 

Dem Kosmos-Verlag muss großes Lob ausgesprochen werden – immer wieder gibt es überraschende Twists und die Spieler müssen erstaunliche Wege gehen, um zur Lösung zu finden. Der Verlag hat teils keine Mühe gescheut, um Lösungen auch in der realen Welt zu verstecken. Zu viel soll nun aber nicht verraten werden, um den Spielspaß nicht zu trüben.

Abseits des Kosmos

Wenngleich die Vielfalt des schon vorgestellten Verlages groß ist, echte Escape-Fans haben längst auch andere Reihen ausprobiert. Noris etwa hat ein recht klassisches Gesellschaftsspiel auf den Markt gebracht, das preislich als Neuanschaffung zwar klar über den Preisen der Kosmos-Reihe liegt, dafür aber auch mehr mitliefert. Während die Kosmos-Spiele für um die zehn Euro zu haben sind, kosten die Noris-Spiele, von denen es inzwischen mehrere Fortsetzungen gibt, gerne um die 20 Euro. Mitgeliefert ist bei Noris ein Decoder, der unter anderem die Zeit stoppt, aber auch verschiedene Decodier-Hilfen bietet, die teils zwingend notwendig sind, um Rätsel zu lösen. Für die rund 30 Euro kommt der Käufer derweil gleich vier Rätsel, alle in unterschiedlichem Schweregrad. Das ist einerseits praktisch, andererseits weniger flexibel als beim Kosmos-Verlag. Daher kann sich Escape Room für Einsteiger eignen, die sich zunächst Stück für Stück steigern wollen.

Her mit der App

Digitaler geht es da schon bei der Unlock-Reihe zu, die teils ebenfalls für einen niedrigen zweistellige Euro-Betrag zu haben ist. Besonderheit: Während bei den Kosmos-Spielen eine App als begleitender Sound-Lieferant für ein bisschen mehr Atmosphäre nutzbar ist, ist die digitale Erweiterung bei der Unlock-Variante Pflicht. Hierüber wird die Zeit gemessen und die Lösung geprüft. Im Vergleich zu den anderen Spielen sind die Rätsel hier einfacher und monotoner, weil es immer um die Kombination zweier mit bestimmten Symbolen versehener Karten geht. Darüber lassen sich Zahlen bilden, aus der dann eine Kartennummer und so die Lösung gebildet wird. Klarer Vorteil der Reihe: Während es bei den Spielen anderer Hersteller (nicht selten) vorkommt, dass man das Spiel auf dem Weg zur Lösung (komplett) zerstören muss, ist das hier nicht der Fall. Unlock-Spiele lassen sich also problemlos mehrfach spielen oder aber an die Nachbarn verleihen.

Fazit

Nicht immer sind die Größten die Besten, hier aber dürfte es zutreffen. Wer sich neu in der Escape-Welt einfinden will, dem sei die Kosmos-Reihe ans Herz gelegt. Mit dem Escape-Fieber infiziert man sich eben am ehesten, wenn’s richtig gut ist. Danach ist von einem Seitensprung zu einer anderen Reihe nicht zwingend abzuraten, getreu dem Motto ‚auch andere Mütter haben schöne Töchter‘, doch an Kosmos heranzureichen, das dürfte schwer werden. 

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