Sein Leben, seine Milliarden: Dagobert Ducks Biografie, neu aufgelegt

Für Dagobert Duck ist die Geschichte seines Reichtums eine Geschichte voller Begegnungen und Erinnerungen. | Spiele.de
Für Dagobert Duck ist die Geschichte seines Reichtums eine Geschichte voller Begegnungen und Erinnerungen. © Disney / Egmont Comic Collection
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Das Universum der Disney-Ducks kann man echt beneiden: Dort ist nicht etwa Jeff Bezos der reichste Mann der Welt, sondern Zylinderträger und Abenteurer Dagobert Duck – ein Erpel mit Stil, immensem Erfahrungsschatz und sentimentalem Kern (wenngleich er ihn nur ungern zeigt). 1947 von Comicautor und Zeichner Carl Barks für eine Donald-Duck-Weihnachtsgeschichte erfunden, ist der Gamaschen und Muskatnusstee liebende „Fantastilliardär“ längst zu einer der berühmtesten Figuren der Popkultur geworden. Und auch, wenn es seinem vom Unglück verfolgten, von Pleite zu Pleite gleitenden Neffen Donald Duck nicht gefallen wird: Dagobert Duck gehört auch zu den beliebtesten Comicschöpfungen Disneys. 

Für eine ganze Generation an Comicfans leistete dazu ein Mann einen enormen Beitrag: Don Rosa. Von 1987 bis 2006 verfasste und zeichnete er Disney-Comics, die sich zumeist um Dagobert Duck drehen und ihn häufig in einem sehr positiven Licht dastehen lassen. Während manch andere Disney-Künstler in Donalds Onkel einen halsabschneiderischen Ausbeuter sehen, skizzierte Rosa in seinen Geschichten das Bild eines schottischen Immigranten, der sich mit zäher Arbeit, Wagemut und Pfiff einen wohlverdienten Reichtum aufgebaut hat.

Der ultimative Dagobert-Comic

Vor allem Rosas zwölfteilige Comicsaga „Sein Leben, seine Milliarden“ festigte bei Millionen von Fans dieses romantische Bild des Abenteurers, Entdeckers und Self-Made-Erpels. Und auch in der Comicbranche wurde diese Dagobert-Duck-Biografie umjubelt: Obwohl Disney-Comics bei prestigeträchtigen Branchenauszeichnungen üblicherweise keine Rolle spielen, wurde Rosas Saga, die Dagobert unter anderem am Klondike und im Duell mit Teddy Roosevelt zeigt, mit dem hoch angesehenen Will Eisner Award prämiert.

Rosa beendete seine Karriere in den späten 2000ern, nachdem Depressionen, eine Netzhautablösung und wiederholte Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Disney-Konzern sowie einigen Comicverlagen, die unter Disneys Lizenz agieren, ihm die Freude an seinem Job nahmen. 2013 kam es dann zu einer erneuten Auseinandersetzung zwischen ihm und Disney, als der Konzern die Veröffentlichung des finalen Teils einer Don-Rosa-Komplettausgabe untersagen wollte, weil ihm Rosas Schlussworte zu hart waren.

Man einigte sich darauf, dass die Komplettausgabe vervollständigt werden und Rosa den Epilog zu seinem Schaffen im Internet veröffentlichen darf – eine sonderbare Kompromissfindung, wie Rosa im ergänzten Abschiedskommentar festhält: „Falls sich in meinem Text etwas findet, das jemand nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte, scheint es mir, dass die Aufnahme in ein teures Buch, das nur einige Tausend Käufer in ein paar unterschiedlichen Ländern hat, eine recht harmlose Enthüllung dargestellt hätte. Aber jetzt findet sich dieser Text im INTERNET. Das war von mir nie so gewollt.“

Neuauflage im Sinne des Meisters

Glücklicherweise hat Rosa weiterhin einen guten Draht zum deutschen Disney-Comic-Lizenzinhaber, und so ist nun in der Egmont Comic Collection eine Neuauflage des „Sein Leben, seine Milliarden“-Sammelbands erschienen, nachdem die Auflagen aus den Jahren 2003 und 2011 im Internet zuletzt nur noch für horrende Preise zu haben waren. Und diese Neuauflage ist nicht einfach bloß ein Nachdruck, sondern sogar eine aufwändig überarbeitete Neufassung:

© Disney / Ehapa: Die bunte Original-Farbgebung

© Disney / Ehapa: Die gediegenere, neue Farbgebung

Neben den zwölf offiziellen Kapiteln der Dagobert-Duck-Biografie umfasst der neue „Sein Leben, seine Milliarden“-Sammelband acht Bonusgeschichten Rosas, die ebenfalls auf Dagoberts frühe Jahre zurückblicken, sowie ausführliche Kommentare des Autoren, was er sich bei diesen Storys gedacht hat.

Zudem werden die Geschichten in einer neuen, vereinheitlichten Übersetzung abgedruckt und (erstmals in einem kompakten Band) in der von Don Rosa bevorzugten Farbsetzung veröffentlicht: Weniger farbenfroh, sondern atmosphärischer und „geerdeter“. Man könnte auch „realistischer“ schreiben, aber es geht letztlich noch immer um eine sprechende Ente, die in Gold schwimmt …

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