Tattoos: Die bunte Gefahr unter der Haut?

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Das ist doch nicht schön

Vor wenigen Jahrzehnten warst du mit einem Tattoo noch ein hartgesottener Querolant. Du warst anders, komisch und bestimmt echt gefährlich. Nur Kriminelle und Biker haben doch Tattoos, aber normale Menschen definitiv nicht. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren komplett gewandelt und mittlerweile hat ca. jeder achte unter uns mindestens ein Tattoo. Tendenz steigend! Woher die Vorurteile gegenüber Tätowierten kommen ist nicht ganz klar, denn es ist eine jahrhundertealte Kunstform. Bei den Wikingern, den Kelten, Urvölkern in den Regenwäldern und vielen mehr haben Tattoos schon immer Tradition und waren ein Zeichen von Prestige. 

Gift in den Farben

Tattoos sind immer langweilig Schwarz-weiß oder grau? Ja und nein muss man in dieser Stelle sagen. Denn ganz ursprünglich war ein Tattoo nur dunkle Farbe in der Haut. Vielleicht noch Schattierungen, aber mehr nicht. Seit einigen Jahren hingegen spezialisieren sich viele Künstler auch auf Farbtattoos und schaffen somit einzigartige Farbschauspiele. Den Motiven sind dabei im Grunde keine Grenzen gesetzt, nur das Können des Tätowierers ist entscheidend. Für die Farbgebung in den Tattoofarben sind Pigmente verantwortlich. Diese Partikel sind der Hauptbestandteil einer Tattoofarbe und in der Haut nicht löslich. Bei der Entwicklung und Herstellung von sicheren Tattoofarben, an denen sich alle optisch erfreuen können, sind einige Punkte unverzichtbar: Farbechtheit, Verträglichkeit, Verarbeitung und Anwendbarkeit. Eine Entscheidung, ob ein Pigment zugelassen werden kann, wird erst getroffen, wenn alle Qualitätskriterien erfüllt sind. Nichtsdestotrotz wurden in den letzten Jahren immer wieder Giftstoffe oder Metalle in Tattoofarben nachgewiesen. Es gelangt immer auch Farbe in deinen Körper. Bisher ist nicht ganz klar, was mit ihr passiert oder ob sie eventuell eine schädliche Wirkung hat. Es ist also trotz aller Liebe zum Tattoo immer ein gewisses Risiko im Spiel. Umso wichtiger ist es, ein seriöses, sehr sauberes und erfahrenes Tattoo-Studio zu finden.

buntes Tattoo

Ich will ein Tattoo – jetzt sofort!

Kann man machen, aber der Enthusiasmus tauscht seinen Platz garantiert ganz schnell mit Verzweiflung und Reue. Ein Tattoo ist Körperkunst für die Ewigkeit. Weglasern eines unüberlegten Tattoos ist schmerzhaft, sehr teuer und hinterlässt nur geschädigte Haut. Wie zuvor erwähnt sollte auch das Tattoo-Studio mit Sorgfalt gewählt werden. Es muss hohe Qualitäts- und Hygienestandards einhalten, um eine sichere und entspannte Session zu ermöglichen. Erfahrene Künstler oder Lehrlinge, die unter den Argusaugen eines versierten Künstlers arbeiten sind ein Muss. Ist dir Tierschutz oder ein veganer Lebensstil wichtig, erkundige dich nach Studios, die vegane Farben nutzen. Diese kommen ganz ohne tierische Inhaltsstoffe und natürlich ohne Tierversuche aus. Und dann ist natürlich auch das Motiv wichtig. Möchtest du den Stern auf dem Knöchel, den irgendwie alle haben oder nimmst du dir Zeit für eine eigene Idee. Tattooartists sind dir auch sehr gern bei der Verwirklichung einer Idee behilflich, wenn sich deine Zeichentalente in Grenzen halten. Große Studios bieten für jeden Stil den passenden Künstler, sodass du sicher zufrieden bist.

Jeder wie er mag: Tattoo-Trends

Als in den 90ern jedes dritte Steißbein plötzlich mit einem Arschgeweih versehen war, hat das der Beliebtheit und dem Ansehen von Tattoos nicht gut getan. Auch der Hang zum Extremen wie Gesichts- oder Kopftattoos sorgt regelmäßig für einen gesellschaftlichen Aufschrei. Zum Glück hat sich die Körperkunst mit all ihrer Individualität bis heute gehalten und es sind ihr keine Grenzen gesetzt. Selbst innerhalb aktueller Trends gibt es unglaublich viele kreative Möglichkeiten. Ob abstrakte und realistische Kunst, Aquarelle, Oldschool Motive, Dotwork und vieles mehr: Egal was du möchtest, alles ist mit dem richtigen Künstler möglich. Es gilt lediglich die Regel, dass es dir gefällt und dich glücklich macht.

Tätowierte Frau

Aus alt mach neu

Es sollte ein Porträt der Liebsten sein doch irgendwie sieht sie aus wie Oma Erna? Das ist ärgerlich, kann aber bei vorschnellen Entscheidungen passieren. Solche Fehlgriffe oder alte Tattoos, die man einfach nicht mehr ertragen kann, lassen mehr oder weniger gut retten. Ein Touch up gibt deinem alten Tattoo, das über die Jahre verblasst ist, neuen Glanz. Du kannst es auffrischen, aber auch verschönern und mit Farbe auffüllen lassen, die vorher nicht da war. Findest du dein altes Tattoo so richtig mies oder der Liebste, dessen Name auf deinem Arm prangt, ist längst der verhasste Ex, gibt es die Möglichkeit eines Cover ups. Doch nicht jedes Tattoo lässt sich so leicht covern. Sehr dunkle und großflächige Werke stellen auch den besten Artist vor Probleme.

Die richtige Pflege

Wenn nun aber doch endlich alles passt. Motiv, Studio und Künstler stehen für dich fest und du hast platzgenommen, dann heißt es still halten, denn Fehler möchte niemand in der Haut. Die Farbe wird mit ca. 120 Stichen in der Sekunden ein bis drei Millimeter unter der Hautoberfläche in die ledrige Hautschicht gestochen. So wie es klingt ist es auch: Tattoos gelten als Körperverletzung. Du wirst in einem anständigen Studio immer eine entsprechende Erklärung unterzeichnen, bevor es losgeht. Wie jede andere Verletzung oder Wunde braucht auch ein Tattoo zum Heilen die richtige Pflege. Je nach Studio wird das Werk mit Klarsichtfolie komplett luftdicht vor äußeren Einflüssen geschützt oder du bekommst ein hauchdünnes Folienpflaster. Das Pflaster ist vorzuziehen, denn unter der Folie fängt die Haut
schnell zu schwitzen an. Außerdem schützt ein Tattoopflaster bis zu drei Tage und kann auch unter der Dusche getragen werden. No-gos sind in jedem Fall Kratzen und austrocknen lassen. Dein frisches Tattoo solltest du mehrmals täglich kalt abspülen, trocken tupfen und
danach dünn mit Panthenolsalbe versorgen. Im Sommer ist spezielle Sonnencreme für Tattoos oder normale mit mindestens LSF
50 Pflicht. Nach dem Stechen selbst hast du allerdings erstmal Sonnenbank, Strand und Badeverbot.

Quellen:
Tätowier Magazin,
Tattoofarben.info 

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