Richtig duschen: Körperpflege will gelernt sein

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Duschen © Pixabay
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Bei der täglichen Duschroutine gibt es viele Dinge, die wir unbewusst falsch machen. Ein zu harter Wasserstrahl, zu heißes Wasser oder falsche Pflegeprodukte greifen die natürliche Schutzbarriere der Haut an und trocknen sie aus. Dabei wollen wir unsere Haut beim Duschen ja eigentlich nur von Schmutz, Schweiß und Unreinheiten befreien. Da wir unsere Haut jedoch generell für schmutziger halten als sie es in Wirklichkeit ist, wird geschrubbt und gerubbelt als gäbe es kein Morgen. „Falsch!“, sagen Experten. Wir von Spiele.de erklären, wie es richtig geht.

Duschen

Duschen – Richtig und falsch

Weil wir mit dem Duschen eine Körperreinigung assoziieren, nehmen wir den Begriff „Reinigung“ gern ein wenig zu wörtlich. Wir duschen gern häufig und lange, das Wasser ist heiß und die Reinigungsmittel sollten am besten Seifenanteile aufweisen. All das ist allerdings grundsätzlich falsch, da es den natürlichen Schutzmantel der Haut angreift. Dieser hält schon von Natur aus Eindringlinge wie gefährliche Keime, Schweiß und Fett ab und sorgt so für ein leicht saures Milieu, auf dem gesunde Pilze und Bakterien wachsen können. Was ekelig klingt, schützt uns vor Ekzemen und Entzündungen und hält die Haut geschmeidig. Wird dieser Säureschutzmantel von selbst uns angegriffen, indem wir ihn mit seifehaltigen Duschgelen, heißem oder allzu hartem Wasser zerstören, haben Bakterien freie Bahn. Die Folge: Rötungen, Juckreiz und Pickel. Bei zu heißem Wasser kommt außerdem die Zerstörung des schützenden Wasserfilms auf der Haut hinzu, die sie austrocknen lässt. Die ideale Temperatur beträgt auch im Winter 32 bis maximal 38 Grad. Wenn deine Spiegel beim Duschen beschlagen oder es von der Decke tropft, dann kannst du dir sicher sein, dass du die Wassertemperatur dringend herunter stellen solltest. 

An einer eiskalten Dusche scheiden sich indes die Geister. Einerseits kurbelt sie das Immunsystem an und strafft die Haut, andererseits ziehen sich dadurch die oberen Blutgefäße zusammen und Körperwärme tritt nach außen. Wenn du also unbedingt kalt duschen möchtest reicht es, die Waden kalt abzuspritzen. Ansonsten sollte das Duschwasser immer lauwarm sein. Übrigens: Die gängigste Methode, um aktiv gegen Orangenhaut ( = Cellulite) vorzugehen, sind Wechselduschen. Der Wechsel von Kalt zu Heiß regt die Durchblutung der Haut an, indem die Gefäße unter der Haut nacheinander zum Erweitern und Zusammenziehen animiert werden. Das wiederum stärkt das Bindegewebe, die Haut wirkt nach regelmäßiger Anwendung straffer. Unterstützt man diesen Vorgang darüber hinaus mit Bürstmassagen, kann es sogar noch schneller zu sichtbaren Erfolgserlebnissen kommen.

Creme

Augen auf beim Duschgel-Kauf!

Das Angebot an Duschgelen ist unerschöpflich. Die Bestandteile sind ebenso vielfältig wie Farben, Gerüche und die Form der Flasche. In erster Linie sollte ein Duschgel an die individuelle Beschaffenheit der Haut angepasst sein. Gereizte, trockene Haut benötigt andere Pflege als etwa eine Haut, die dazu neigt, zu fetten. Wer vielleicht sogar unter einer Hautkrankheit wie Neurodermitis oder schwerer Akne leidet, tut gut daran, sich in der Apotheke oder im Fachhandel beraten zu lassen. In erster Linie sollte ein Duschgel keine Seife enthalten, da Seife einen höheren pH-Wert besitzt als die Haut selbst. Ideal ist ein pH-Wert von etwa 5,5, den auch die meisten Duschgele aufweisen. 

Leidest du unter einer sehr trockenen Haut, hat die Industrie für dich sogenannte Duschöle oder Duschcremes entwickelt, die die Haut zusätzlich und langanhaltend mit Feuchtigkeit versorgen, indem sie die Fett-Wasser-Balance wieder herstellen. Wenn du übrigens einmal kein Duschgel im Haus hast, solltest du auf keinen Fall auf Shampoo zurückgreifen. Shampoos haben aufgrund ihres Anwendungsgebiets andere Bestandteile als Duschgel und entfetten die Haut meist besonders stark.

Shampoo - Ja oder nein?

Wer einmal mehrere Tage lang auf Shampoo verzichtet hat, der kennt den Effekt: Die Talgproduktion der Kopfhaut wird erhöht und die Haare fangen an, zu fetten. Mithilfe von Shampoo wollen wir dem vorbeugen. Haarwaschmittel und Seifen sollen Haare und Kopfhaut reinigen und entfetten. Mittlerweile gibt es für jeden Haar- und Hauttyp verschiedene Shampoo-Arten. Je nach der naturgegebenen Zustandsbeschreibung – von schnell fettend über trocken bis hin zu schuppig – ist für jeden Typ ein eigenes Shampoo erhältlich. Bei Mitteln für sehr empfindliche Kopfhaut wird beispielsweise auf die Beigabe von Parfümen verzichtet, während Anti-Schuppen-Shampoo die raue Kopfoberfläche beruhigen und so dem Schuppen vorbeugen soll. Aber auch für coloriertes oder strapaziertes Haar gibt es besondere Haarwaschmittel. So findet mittlerweile jeder das für sich und seine Bedürfnisse perfekt zugeschnittene Shampoo. Trotzdem gibt es auch Kritiker, die sich nicht nur mit den mitunter umweltschädlichen Inhaltsstoffen, sondern auch mit der Wirkung auf den menschlichen Organismus auseinandersetzen. 

Föhn

Tatsächlich ist es so, dass eine zu häufige Verwendung von Shampoo schädlich auf Haare und Kopfhaut auswirken kann. Wie bei allen Körperpflegeprodukten wird auch hier der natürliche Schutzmantel des Körpers angegriffen. Das kann zu Hautirritationen und Trockenheit führen. Daher empfehlen Experten, sich nicht täglich die Haare zu waschen. Ideal ist die Verwendung von Shampoo im Zweitagesrhythmus, um die Kopfhaut dazwischen zur Ruhe kommen zu lassen. Wer nicht auf seinen täglichen Gang unter die Dusche verzichten möchte, der kann an jedem zweiten Tag einfach das Shampoo weglassen und sich Kopf und Haar ausschließlich mit Wasser lauwarmem waschen. 

Richtig duschen – Und danach?

Um sich nach dem Duschen abzutrocknen, rubbeln viele Haut und Haar ausgiebig ab. Das ist allerdings vollkommen falsch, da es sowohl die Kopfhaut als auch empfindliche Körperstellen reizt. Tupfe deine Haut lieber vorsichtig trocken. Das ist wichtig, damit das Wasser deine Haut nicht im Nachhinein austrocknet. Die Haare sollten im Idealfall an der Luft trocknen. Ein um den Kopf geschlungenes Handtuch erhöht die Bruchgefahr und auf die heiße Luft eines Föhns reagiert die empfindliche Kopfhaut nicht selten empfindlich. Außerdem sollte das Eincremen mit einer milden Feuchtigkeitscreme ohne Farb- und Geruchsstoffe in deine tägliche Reinigungsroutine übergehen, damit diese die natürliche Hautbarriere unterstützt und die Haut geschmeidig hält.

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