Finanztipp: Besser in ETFs oder Investmentfonds investieren?

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© Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
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Breit streuen ist bei der Geldanlage eine gute Idee. Denn um das Risiko gering zu halten, solltest du nicht alles auf eine Karte setzen, sondern „diversifizieren“, wie es im Fachjargon so schön heißt. ETFs und Investmentfonds sind dafür ideal, schließlich bündeln diese Anlageformen hunderte Wertpapiere in einem Produkt. Aber wo liegen die Unterschiede? Und welche Anlageform verspricht die bessere Rendite? Spiele.de klärt auf.  

ETF & Investmentfonds: Berührungspunkte 

Tatsächlich weisen ETFs und Investment-Fonds einige Gemeinsamkeiten auf. So bestehen beide Anlageformen aus einer Ansammlung von verschiedenen Vermögenswerten bestehen wie Aktien, Futures oder Anleihen. Zudem
gibt es ganz nach Geschmack verschiedene Produkte mit bestimmten Schwerpunkten und Risikoklassen. Weitere Gemeinsamkeiten: 

  • Ein Fondsmanager verwaltet das Vermögen. 
  • Für die Verwaltung zahlst du als Anleger Gebühren. 
  • Sie orientieren sich oft einem sogenannten Index nach, etwa den deutschen Leitindex DAX oder den globalen MSCI World. 
  • Steuerlich werden beide Anlageformen ähnlich behandelt.  

Das unterscheidet ETF & Investmentfonds 

Der entscheidende Unterschied zwischen Investmentfonds und ETFs: Investmentfonds werden im Gegensatz zum ETF meist aktiv verwaltet. Diese Aufgabe übernehmen (hoffentlich) versierte Experten, die sogenannten Fondsmanager. Sie versuchen Chancen, Risiken und Trends zu erkennen und entsprechend das Portfolio des Fonds anzupassen, getreu dem Aschenputtel-Motto „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“. Ihr Ziel: Den Markt zu schlagen, also besser als
vergleichsbare Indizes und andere Fonds abzuschneiden. Der Manager eines ETFs bildet dagegen meist stur einen Index ab – beispielsweise den DAX. Dafür gibt es bei ETFs auch meist keine großen Überraschungen: Sinkt der Index, fällt auch
der ETF entsprechend, genauso verhält es sich bei Kursgewinnen. Darüber hinaus gibt es weitere Unterschiede. 

  • Gebühren: „Aktive“ Fondsmanager und Ihre Berater wollen bezahlt werden, und das in der Regel fürstlich. Die Personalkosten fallen bei ETFs dagegen geringer aus, das Gleiche gilt für die Gebühren, die du zahlen musst. Obendrauf kommt bei den meisten Investmentfonds oft noch ein Ausgabeaufschlag, also eine Art Kaufgebühr. Die entscheidende Kennzahl sowohl bei ETFs und Investmentfonds stellt die „Total Expense Ratio“ dar, kurz TER, frei übersetzt „Gesamtkostenquote“. Ein Beispiel: Du legst 10.000 Euro in einem Fonds an mit einer TER von 1 Prozent an. In diesem Fall fallen 100 Euro Gebühren pro Jahr an. Liegt der TER bei einem ETF dagegen nur bei 0,3 Prozent, zahlst du nur 30 Euro Gebühren pro Jahr. Das sieht auf den ersten Blick nicht nach einer gigantischen Differenz aus. Aber betrachte es einmal so: Nach zehn Jahren würde die Differenz (bei unverändertem Kurs) zwischen ETF und Investmentfonds schon satte 700 Euro betragen. Dazu kommt: Steigen sowohl ETF und Investmentfonds in einem Jahr um 10 Prozent, bleiben dir bei dem Fonds vom Kursgewinn nur 9 Prozent (im Beispiel 900 Euro), beim ETF dagegen 9,7 Prozent (im Beispiel 970
    Euro). Entsprechend hat die Höhe der Gebühren mittel- bis langfristig also sehr großen Einfluss auf die Rendite.  
  • Kontrolle: Welche Titel ein Investmentfonds enthält, entscheiden allein der Manager und sein Team. Du hast keinen Einfluss, welche Papiere er kauft und welche er verkauft. Zudem weißt du nicht genau, was er vorhat, denn die rosigen Erläuterungen im Fondsprospekt, enthalten meist nur grobe Informationen, wo es langgeht. Allein regelmäßig erscheinende Berichte klären auf, was bereits passiert ist. Sprich: Demnach hast du also eine geringe Kontrolle über dein Geld und musst dem Fondsmanager vertrauen, dass er das Richtige tut. Bei ETFs gibt es dagegen keine großen Aufreger. Da sie meist blind einem Index folgen, weißt du genau, wo die Reise hingeht. Denn ETFs enthalten
    stets den gleichen Anteil an Wertpapieren wie im Index vorgegeben.   
  • Wertentwicklung: Fondsmanager versuchen, aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung mit ihren herausgepickten Wertpapieren besser als der Markt abzuschneiden. Sprich: Ein Aktienfonds, der große europäische Aktien beinhaltet, schreibt sich meist auf die Fahnen, besser als die Referenz EuroStoxx 50 abzuschneiden – dafür zahlst du letztendlich die höheren Gebühren. Allerdings schaffen das nicht alle Fondsmanager, nüchtern betrachtet sogar die wenigsten.  
  • Handel: ETFs ähneln in diesem Punkt Aktien. Ihr Preis schwankt kann minütlich schwanken und du kannst sie zu jedem Zeitpunkt während eines Handelstages kaufen und verkaufen. Im Gegensatz dazu wird der Preis von Investmentfonds einmal alle 24 Stunden am Ende eines jeden Handelstages festgelegt.  

Vergleichen lohnt auf jeden Fall. Viele ETFs entwickeln sich besser als vergleichbare Fonds.

Das spricht für Investmentfonds 

Investmentfonds sind eine großartige Möglichkeit für dich, zu überschaubaren Kosten Zugang zu professionell verwalteten Fonds zu erhalten. Sie sind meist weniger riskant sein als einzelne Aktien, da dein Geld auf Hunderte (wenn nicht Tausende) verschiedener Aktien und/oder Anleihen verteilt ist. Das Angebot an Investmentfonds ist zudem gigantisch, für jeden Anlagetyp gibt es den richtigen. 

Das spricht für ETFs  

ETFs weisen die gleichen Vorteile von Investmentfonds auf, wie professionelles Management, Diversifizierung und große Auswahl. Dafür sind sie in der Regel billiger als Investmentfonds. Auf lange Sicht versprechen Sie daher bei vergleichbaren Produkten eine bessere Rendite. 

Fazit  

Ein Sparplan auf Basis eines stabilen Fonds oder ETF ist per se eine gute Idee. Unterm Strich bleibt es dabei ein wenig Geschmackssache, ob dir aktive gemangte Investmentfonds oder die passiven ETFs eher zusagen.Nüchtern betrachtet sind ETFs in der Regel die vernünftigere Wahl, denn nur in Ausnahmefällen gelingt es Investmentfonds ihren Vergleichsindex zu schlagen.    

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