Geld: Wie du mit Öko reich werden kannst

 | Spiele.de
Springe zu...
TEILEN

Das Jahr 2020 avanciert zu einem der heißesten Jahre aller Zeit. Die Antarktis schmilzt. Und die Wälder brennen lichterloh im Amazonas-Gebiet, Kalifornien und Sibirien. Solche Meldungen lassen nicht nur Umweltschützer aufhorchen, auch Investoren sind besorgt. Die Auswirkungen des Klimawandels scheinen immer deutlicher. Die Folge sind nicht nur Katastrophen wie Waldbrände, auch Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen können die Wirtschaft aus dem Takt bringen. Und sie rücken Unternehmen immer mehr in den Fokus, die sich Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf die Fahnen schreiben.  

Börse: Öko ist in

Öko liegt auch an der Börse im Trend. Laut den Analysten von Morningstar investierten Anleger schon 2019 rund 20,6 Milliarden US-Dollar in Fonds, die sich auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen konzentrieren. Das bedeutet nahezu eine Vervierfachung gegenüber 2018. Laut der Global Sustainable Investment Alliance machen in den USA die mit nachhaltigen Anlagestrategien verwalteten Gelder inzwischen mehr als ein Viertel des gesamten verwalteten Anlagevermögens aus. Und die Bank of America erwartet, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten über 20 Billionen Dollar in Fonds mit dem Thema Klimawandel fließen. Vor allem die jüngere Generation fahre auf das Thema ab, bei ihr ständen Themen wie Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Umwelt- und Sozialaspekte ganz oben auf dem Zettel. Für die Zielgruppe gibt es sogenannte Öko-Fonds oder -ETFs, die versprechen, ausschließlich „saubere“ Unternehmen abzubilden. Das Angebot wächst stetig, fundierte Aussage lassen sich aber nur zu Produkten machen, die schon länger am Markt sind.   

iIt Öko reich werden

Öko-ETFS: Nicht unbedingt grün 

Zu dieser Gruppe zählt etwa der UBS MSCI World Socially Responsible (Isin LU 062 945 974 3), der auf dem Index MSCI World Socially-Responsible-Investing (SRI)-Index basiert. Der Index enthält rund 390 Aktien aus 23 Ländern. Das entspricht zwar nur rund einem Viertel des „großen“ MSCI, die Streuung ist immer noch breit. Dabei sind laut eigenen Angaben nur die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche und nur solche, die „sozial verantwortlich investieren“. Tabu sind dagegen Waffenproduzenten ebenso wie Unternehmen mit umstrittenen Geschäftspraktiken, die unter anderem mit Themen wie Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang stehen. Aus diesem Grund wurden zum Beispiel der Ölkonzern Exxon, Apple (wegen mangelnden Engagements gegen Kinderarbeit) und Facebook aufgrund von Datenschutzproblemen nicht dabei. Zu den derzeit größten Positionen zählen Microsoft, Tesla, Procter & Gamble sowie nVidia.  

Es sind aber auch fragwürdige Aktien von Konzernen im Index vertreten, wenn man den aktuellen Halbjahresbericht genauer unter die Lupe nimmt. Etwa das französische Mineralölunternehmen Total S.A., das nicht nur Öl- und Gasförderung betreibt, sondern auch Kohle und Uran zur Energiegewinnung nutzt und zu den größten Wasser- und Luftverschmutzern der Welt zählt. Zudem sind viele Unternehmen aus den Bereichen Pipeline, Bergbau, -Unternehmen dabei, genau wie viele Pharma- Biotech, sowie weitere Vertreter aus dem Öl- und Gassektor. 

Auch der ETF iShares Dow Jones Global Sustainability Screened (IE 00B 57X 3V8 4), der auf dem iShares Dow Jones Global
Sustainability-Index aufbaut, ermöglicht seit mehreren Jahren grünes Investieren. Der Index, auf dem der Form basiert, besteht aus rund 500 Titeln aus 36 Ländern. Laut Prospekt nimmt der Index nur Werte auf, die auf ihre wirtschaftlichen,
umweltbezogenen und sozialen Merkmale getestet wurden. Außen vor sind aber obendrein Firmen, die ihr Geld mit Waffen und Rüstung, Alkohol, Tabak, Glücksspiel und Pornografie erwirtschaften. Atomkraft ist zulässig und auch Menschenrechtsverletzungen sind nicht ausdrücklich verboten. Da zudem auf den Ausschluss von fossilen Brennstoffen verzichtet wird, bleibt Klimaschutz auf der Strecke. Zu den Positionen zählt unter anderem Nestle, das speziell
aufgrund von fragwürdigen Wasserunternehmungen in Afrika, Abholzung des Regenwaldes für Palmöl und Tierversuchen oft kritisiert wird. Auch das Bergbauunternehmen Rio Tinto ist vertreten, dessen Chef unlängst nach der Sprengung heiliger Stätten australischer Ureinwohner den Hut nehmen musste. 

Öko: Die Rendite stimmt 

Und was ist mit der Rendite? Steigen die Kurse von nachhaltigen Unternehmen vielleicht langsamer? Studien von aktiven gemanagten Nachhaltigkeitsfonds zeigen, dass im Vergleich zu anderen ähnlich konzipierten Fonds mit unsauberen Wert
praktisch kein Unterschied zu beobachten war. Es spricht einiges dafür, dass sich diese Erfahrungen auch auf ETFs übertragen lassen. Zu einem noch besseren Ergebnis kommt die Fondsgesellschaft DWS. Gute Governance zahle sich aus, auch beim Aktienkurs, so eine Studie. Vergleiche man den Spezialindex MSCI World Governance-Quality Index mit dem breiter gefassten MSCI World, komme der auf nachhaltige Unternehmensführung fokussierte Index auf eine jährliche Performance von 12,15 Prozent, der MSCI World dagegen „nur“ auf 9,72 Prozent. Sprich: Nachhaltige
Unternehmensführung scheint die Kursentwicklung positiv zu beeinflussen. 

 

ds

Fazit 

Nachhaltig investieren liegt definitiv im Trend und verspricht überdurchschnittliche Renditen. Wer aber mit grünem Daumen investieren will, muss genau hinschauen. Viele Fondsgesellschaften versuchen sich derzeit einen grünen Anstrich zu verpassen. So richtig „grün“ sind entsprechend viele auf Nachhaltigkeit getrimmten Fonds und ETFs eher nicht.   

Weiterlesen