Metal-Merch: Saufen, zocken, Liebe machen

Metalbands kleckern nicht beim Merchandise, sie klotzen: Von Bier über Rum bis hin zu Sexspielzeug und Särgen – die Auswahl ist gigantisch!
Metalbands kleckern nicht beim Merchandise, sie klotzen: Von Bier über Rum bis hin zu Sexspielzeug und Särgen – die Auswahl ist gigantisch! © Rammstein
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Heavy Metal ist mehr als bloß eine Musikrichtung – für Millionen von Fans ist Metal eine Lebenseinstellung. Kein Wunder, dass sich Metalbands daher in Sachen Merchandise schon längst weit über die klassischen T-Shirts, Aufnäher und Flaggen mit dem Bandlogo hinaus bewegt haben.

Wir von 'spiele.de' haben uns den Kaninchenbau hinunter gewagt und stellen euch hier eine kleine Auswahl an außergewöhnlichen Metal-Fanprodukten vor. Wir wollen erfrischend beginnen – mit einer Reihe von Bieren …

© Iron Maiden / Robinson Brewery

Iron-Maiden-Bräu trinken, Gutes tun

Die britischen Rock- und Metal-Legenden von Iron Maiden sind seit 1975 nicht mehr aus dem Geschäft zu denken – und sie haben ihr Maskottchen Eddie bereits auf unzählige Produkte gedruckt. Seit einigen Jahren ist rund um Iron Maiden und Eddie auch eine ganze Reihe an Bieren entstanden, deren Auswahl unregelmäßig rotiert. Derzeit bietet die in ihren Songs unter anderem auf „Predator“, „Braveheart“ und „Apocalypse Now“ anspielende Band beispielsweise ein Golden Ale an, das als „Iron Maiden Light Brigade“ vermarktet wird.

Mit diesem von Sänger Bruce Dickinson und dem Braumeister Martyn Weeks der Robinson Brewery entwickelten Bier tut man zudem Gutes: Light Brigade wurde erschaffen, um der britischen Wohltätigkeitsorganisation Help for Heroes unter die Arme zu greifen, die einen Anteil des Verkaufserlöses erhält. Help for Heroes setzt sich für Veteranen und deren Hinterbliebene ein, um sie bei ihrem Weg zurück in den Alltag zu unterstützen. Darüber hinaus entwickelte Dickinson zusammen mit der Unicorn Brewery das „Iron Maiden Trooper Beer“, ein Ale, das es sich zum Ziel setzt, süffig, kraftvoll, herb und karamellig zugleich zu sein.

Zudem ist aktuell noch das limitierte „Iron Maiden Trooper Red N Black Porter“ erhältlich, das erste Dunkelbier der rockenden Briten. Es ist an ein 170 Jahre altes Rezept der Robinson Brewery angelegt, das speziell für Iron Maiden abgewandelt wurde. Wie der Name des an einen Song vom Album „The Book Of Souls“ angelehnten Porters bereits verrät, ist es ein rot-schwarz schimmerndes Bier. Die Brauerei verspricht als Aromenerlebnis einen Blend aus Schokolade, karamellisiertem Gerstenmalz, Lakritz und Honig.

© Rammstein

Hochprozentiges von Rammstein

Auch Rammstein ist in das Alkoholgeschäft eingestiegen und veredelt mit seinem Namen derzeit eine breite Palette an Getränken: Lindemann, Kruspe, Landers, Riedel, Schneider und Flake bieten in ihrem Fanshop ein „zu 100% auf dem Land gebrautes“ Pilsener namens Rammsteiner an, einen trockenen Rotwein-Cuvée (benannt nach dem „Liebe ist für alle da“-Song „Wiener Blut“), einen halbtrockenen Rosé namens „Rosenrot“, der die Aromen von Kirschen, Himbeere und Karamell vereinen soll, sowie Tequila, Rum, Gin und Wodka.

Der Rammstein-Rum ist ein Blend aus Rums aus Guyana, Jamaika und Trinidad, die bis zu zwölf Jahre in Bourbon-Fässern gereift sind, und wirbt damit, dass er ein breites Aromenspektrum bietet – von Früchte, Holz, Rauch sowie Würze bis hin zu einem Hauch Süße. Der Rammstein-Tequila (die bis dato teuerste Spirituose des Neue-Deutsche-Härte-Acts) ist ein in Mexiko abgefüllter Reposado, der aus der Blauen Weberagave gewonnen und „für ein Minimum von acht Monaten in französischen Eichenfässern“ reift. Geschmacklich verkauft sich der Tequila als Brand mit kräftigen Agaven-Noten sowie mit „Aromen konservierter Früchte, von Vanille und Karamell.“

Der in drei verschiedenen Designs angebotene Rammstein-Wodka derweil wird in Berlin aus deutschem Weizen gewonnen, mehrfach destilliert, und versteht sich trotz des Namens „Feuer und Wasser" (ein „Rosenrot“-Song lässt grüßen) als sehr sanfter Vertreter seiner Gattung. Ebenso positioniert sich der Rammstein Gin als vergleichsweise milder Dry Gin. Beschrieben wird er als „eine lebendige Mischung aus Botanicals wie Wacholder, Koriander, Angelikawurzel und Zitronenschale“.

© Motörhead

Wein ohne Ende

Obwohl das Klischeegetränk zum Heavy Metal eine Pulle oder Dose Bier ist, haben sich bereits zahlreiche Bands zum „Konkurrenten“ Wein bekannt. Neben den bereits erwähnten Weinen von Rammstein gibt es beispielsweise zwei Weine von Motörhead. Deren Entstehungsgeschichte ist denkbar simpel: Sänger Lemmy hat sich 2010 bei einem Glas Rotwein die Idee in den Kopf gesetzt, einen eigenen Wein zu entwickeln, der sich ganz seinen Vorlieben fügt. Noch im selben Jahr entschied er sich für die Rebsorte Shiraz aus dem südaustralischen Anbaugebiet Hunter Valley fündig.

Der Motörhead-Rotwein weist auf Band-Anweisungen hin „ein sehr fruchtiges Aroma mit Noten von Vanille, Brombeeren, Pflaumen, Eukalyptus und Lakritze auf“, der aus derselben Rebsorte gewonnene Motörhead-Rosé kommt nach Angaben der Hersteller derweil mit „einem fruchtigen Aroma und Geschmacksnoten von Vanille, Brombeeren, Pflaumen, Eukalyptus, Lakritze und sehr weichem Tannin“ daher.

Auch die Band AC/DC lässt ihren Wein (wenig überraschend) in Australien anbauen. Der „Thunderstruck“ ist ein trockener Chardonnay, der von „weißem Pfirsich und Zitrusfrüchten“ geprägt ist. Slayer dagegen hat einen nach ihrem dritten Album „Reign in Blood“ benannten Wein herausgebracht – der ist naheliegenderweise blutrot. Der kalifornische Wein wird aus der Rebsorte Cabernet Sauvignon gekeltert und wird im Handel als kantiges Aufeinandertreffen von schwarzen Beeren und Vanille positioniert.

© Alestorm

Zocken mit Metal-Piraten

Aber es muss ja nicht immer Alkohol sein – auch ohne Umdrehungen gibt es so Einiges an ungewöhnlichem Merch in der Welt des Metals, wie unter anderem Alestorm beweist. Angesichts ihrer Vielzahl an Trinkliedern ist es zwar äußerst überraschend, dass die Metal-Piraten bislang noch keinen Drink auf den Markt gebracht haben, dafür gibt es immerhin bereits einen Flachmann von Alestorm – veröffentlicht wurde der als Teil der Luxusedition des Albums „Sunset on the Golden Age“.

Das Sammlerset zum fünften Alestorm-Album, „No Grave But the Sea“ kam wiederum unter anderem mit einer Flagge, einer Schallplatte mit gebellten Alestorm-Covern (WTF?) und einem Kartenset daher. Dieses Kartenset ist mit allerhand unvorteilhaften Schnappschüssen der Band bedruckt, so dass sich in diesem Kartendeck unter anderem eine wortwörtliche Arschkarte befindet.

Des Weiteren hat Alestorm bereits eine Kollektion an Kilts herausgebracht – was sich ja nicht so ganz ins Piraten-Thema der Rumpelkombo fügt. Doch die Älteren unter uns erinnern sich: Alestorm begann einst als Band, die ihr Genre selbst als True Scottish Pirate Metal bezeichnete. Die Kilts sind so gesehen ein Relikt aus dieser Zeit. Und ein Rückgriff auf eine ganz andere Zeit ist darüber hinaus der im Fahrwasser von „Curse of the Crystal Coconut“, des sechsten Alestorm-Albums, veröffentlichte Nintendo 64 im Alestorm-Look.

Ein weniger rares Kuriosum aus dem schier unendlichen Fundus an Alestorm-Merch sind derweil die Hoodies und Patches, die Darth Vader mit einem Kapitänshut zeigen – die Macht muss stark in den Alestorm-Anwälten sein, dass sie bisher Ärger aus dem Hause Lucasfilm abwenden konnten …

© Motörhead / Lovehoney

Vom Kinderwagen über das Schlafzimmer bis zum Grab

Diese Übersicht über außergewöhnliches Metal-Band-Merchandise ließe sich nahezu unendlich fortführen. Kein Wunder: Wohletablierte Heavy-Metal-Bands genießen üblicherweise die sehr intensive Begeisterung und langjährige Treue ihrer Fans, statt bloß kleine musikalische Strohfeuer darzustellen. Da lohnt es sich halt, das ganze, breite Spektrum der Lebenswelten von Metal-Fans abzudecken. Die 2003 aufgelöste, texanische Metal-Truppe Pantera etwa lizenzierte ihren Namen zu ihrer Blütezeit etwa für einen Kinder-Buggy – inklusive Bierhalter für Mami oder Papi.

Sowohl Slayer als auch Kiss haben es unterdessen schon mit eigens gestalteten Fahrrädern versucht, wohingegen sich Stillbirth im Badezimmer ihrer Fans breit machen wollen und einen eigenen Klodeckel auf den Markt gebracht haben. Sogleich mehrere Bands fühlten sich dagegen offenbar mit der Vorstellung wohler, im Schlafzimmer ihrer Fans zu landen – weshalb es unter anderem Motörhead-Vibratoren gibt sowie ein ganzes Sex-Toy-Set der ein religiöses Motiv verfolgenden Schweden Ghost. Und ein „Liebe ist für alle da“-Fan-Set kam mit Rammstein-Dildos daher.

Die alten Merch-Meister von Kiss schlussendlich sind willens, ihre Fans bis in den Tod zu begleiten und lizenzierten bereits Särge mit Kiss-Motiven. Ob diese Särge „Hotter Than Hell“ sind, bleibt offen …

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