Smartphone-Trends: Was stellen Huawei, Samsung, Apple und Co. in die Läden?

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Während Huawei weiterhin zu kämpfen hat, weil die Google-Software fehlt, plant Apple etwa mit einer Mini-Variante seines iPhone. Samsung hat es mit dem nächsten Falt-Handy in die Schlagzeilen geschafft.

Für die großen Technologie-Hersteller weltweit beginnt derzeit wieder eine wichtige Phase im Geschäftsjahr: Mit dem Start des Herbstes geht es in die umsatzträchtige Zeit und nicht zuletzt deshalb auch schon direkt in Richtung des lukrativen Weihnachtsgeschäfts. Nicht umsonst stellen zahlreiche große Technik-Unternehmen nun die neuesten Modelle vor. Hier findet ihr einen Überblick über die spannendsten Entwicklungen und heißtesten Gerüchte der Handy-Branche.

Der Smartphone-Markt, der vor rund eineinhalb Jahrzehnten durch die damals bahnbrechende Erfindung des iPhone an Fahrt aufnahm, wird derzeit von mehreren großen Playern regiert – vier davon sind der Konkurrenz ein bisschen voraus.

Huawei bietet ein Fotowunder mit Makel

In der Tat ist die Firma Huawei mit ihren zahlreichen Smartphone-Modellen inzwischen globaler Marktführer. Im zweiten Quartal 2020 kamen 20 Prozent der gekauften Smartphones von diesem Hersteller. Damit wurde auch eine Delle ausgebügelt, die entstand, weil die Firma seit 2019 ohne Google-Dienste auskommen muss. Sie wurde in den USA auf die schwarze Liste gesetzt, weshalb neue Geräte jetzt nicht mehr auf die Software des US-Riesen setzen können. Entsprechend wurden die Modelle der neuen P40-Serie von Technik-Experten mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet, letztlich aber als eine sinnige und konsequente Weiterentwicklung der Modelle aus der P30-Serie eingestuft.

Huaweis Kirin 990-Chip ist auch Teil der neuesten Handys, 5G wurde von Huawei mit großer Freude als Standard deklariert. Die Firma selbst sieht sich als weltweiter Vorreiter der Technologie, die letztlich auch Deutschland erobern soll, aber eben noch in den Kinderschuhen steckt. Besonders viel Lob bekommt Huawei – übrigens nicht erst seit der P40-Reihe – für die verbauten Kameras. Sensoren für hohe Lichtaufnahme und einen großen Dynamikfarbraum sind verbaut und sorgen vor allem bei trübem Licht für verhältnismäßig gute Aufnahmen. Zudem sind Videoaufnahmen in 4K möglich. 

Für den Herbst hat der Konzern nun das Modell Mate 40 angekündigt, das erneut mit seiner Kamera von sich reden macht: Es soll sich dabei um eine Quadkamera handeln, die mit vier Sensoren ausgestattet ist. Beim Mate 40 Pro ist angeblich ein 6,4 Zoll großes Display verbaut. Die Mate-Modelle starten bei Verkaufspreisen von gut 1000 Euro.

Weitere neue Modelle der Firma werden erst 2021 erwartet. Huawei hat angekündigt, dass diese dann mit einem eigenen Betriebssystem, nämlich Harmony OS 2.0, ausgestattet sind. Großes Problem für Huawei könnte eher der verbaute Chip werden: Im Sommer 2020 verhängte die US-Regierung ein Embargo gegen die Firma, das erreichen soll, dass Huawei der Zugang zu Chips verwehrt wird, die auf US-Technologien basieren. Das Modell Mate 40 könnte somit das zunächst letzte mit halbwegs aktuellem Chip sein. Berichte, wonach die Huawei-Führung mit einem Rückgang der Produktion rechnet, wurden vom Unternehmen nicht bestätigt.

spiele.de-Empfehlung: Eine gewisse Vorsicht ist geboten – die US-Regierung macht Huawei ernsthaft zu schaffen; wie gut das neue und eigene Betriebssystem sein wird, lässt sich kaum abschätzen. Huawei käme es in jedem Fall gelegen, würde die Trump-Administration die US-Wahlen im November 2020 nicht gewinnen.

Einmal falten, bitte! Samsungs „neue“ Idee

Erst diese Woche hat Samsung ein neues Modell auf den Markt gebracht. Das Samsung S20 FE ist das neueste, recht farbenfrohe Mitglied der Galaxy-Familie und kann ab sofort vorbestellt werden. Der Zusatz „FE“ weißt laut Hersteller darauf hin, dass Samsung das Handy nach dem Feedback der Fans optimiert hat. Erhältlich ist es sowohl in einer 4G- als auch in einer 5G-Variante und soll im Vergleich zum „normalen“ S20 unter anderem durch starke Akkuleistung und einen etwas größeres Display bestechen. Doch nicht nur mit diesem Modell will sich Samsung die Marktführung sichern (mit rund 19 Prozent im zweiten Quartal lag der Konzern weltweit knapp hinter Huawei). 

Bildquelle: Samsung

Für Wirbel sorgt derzeit zudem das neue Falt-Handy von Samsung, Z Fold 2 5G. Von Samsung selbst vollmundig als „das nächste Kapital der Galaxy Smartphones“ beworben. Als wesentlicher Vorteil gegenüber der ersten Version des Falt-Handys wird die Abschaffung der dicken Ränder des vorderen Displays gesehen. Somit vergrößerte sich das Display im zugeklappten Zustand von vormals 4,6 auf nun 6,2 Zoll. Das Display im Innern, das im aufgeklappten Zustand zu Tragen kommt, misst ganze 7,6 Zoll. Bemängelt wird die HD+-Auflösung des vorderen Bildschirms. Samsung kündigte vor allem an, dass das neue Gerät sein Potential auch bei der Software ausschöpfen solle und wolle. Das Modell kommt mit 256GB Speicherplatz daher, was in Zeiten von Cloudlösungen für die meisten Nutzer absolut ausreichend sein dürfte. Während der Hersteller verspricht, dass die im Vergleich zum Vorgänger überarbeiteten Scharniere des Geräts 200.000 Faltvorgänge unbeschadet überstehen, bleibt die Frage, ob das Falten eines Mobiltelefons wirklich der neueste Trend wird. Zwar verwies Samsung immer wieder darauf, dass es praktisch sei, sein Handy mittels Ausklappen auf Tablet-Größe zu erweitern, in welchen exakten Alltagsituationen das genau helfen soll, blieb aber zumeist unbeantwortet. Der Preis ist zudem happig – angeboten wird es für knapp 2000 Euro.

Der Hersteller richtet derweil eineinhalb Augen schon auf das erste Quartal 2021; im Februar oder März soll das S21 (das eventuell auch S30) heißen wird, erscheinen. Sämtliche dazu vorliegende Leaks, unter anderem aus China, sind aber noch mit Vorsicht zu genießen, da sich die Vorhersagen teils selbst widersprechen.

spiele.de-Empfehlung: Wer Trendsetter sein will oder schlicht gern Neues ausprobiert, dem dürfte das neue Z Fold 2 5G gut zu Gesicht stehen. Wirklich nutzen dürfte es aber nur Konsumenten, die über das Smartphone viel streamen und daher den vergrößerbaren Bildschirm sinnvoll nutzen.

Das alljährliche Warten auf das neue iPhone

Es ist inzwischen fast schon Tradition geworden: Jedes Jahr im Herbst stellt Apple-Chef Tim Cook die neue iPhone-Modell-Reihe vor und in den Wochen davor überschlagen sich die angeblichen Informationen, die auf Leaks basieren. 2020 sollte dem Apfelkonzern ein Coup gelingen, denn mit nur noch 13,5 Prozent Marktanteil im zweiten Quartal ist die Firma klar auf Rang drei der Global Player zurückgefallen. Mehr und mehr Gerüchte sagen, dass das neue iPhone 12 die ‚Größer und Größer‘-Strategie nicht fortsetzt, sondern diesmal mit einer besonders kleinen Version punkten will.

Die Miniversion kommt angeblich mit einer Bildschirmgröße von 5,4 Zoll aus, drei weitere Varianten bis hin zum Modell Max (6,7 Zoll) sollen ebenfalls vorgestellt werden. Spekulationen zufolge soll sich die Optik der neuen Modelle nur unwesentlich verändern. So werden Fans sich auch diesmal wieder auf das dominante Kameradesign einstellen können. 

Das Apple Iphone 11 Pro. Bildquelle: Apple

Und: Wer ein neues Apple-Gerät kauft, bekommt den Streamingdienst AppleTV+ für ein Jahr „for free“. Der Zugang zu zahlreichen kommenden Apple-Originals mit namhaften Stars oder schon bestehenden Serien wie „Ted Lasso“ und „The Morning Show“ kostet sonst rund fünf Euro im Monat.

spiele.de-Empfehlung: Die bahnbrechende Innovation aus dem Hause Apple ist nicht zu erwarten. Aber es ist wie immer: Wer seit Jahren auf neue Apple-Modelle hinfiebert, der wird auch diesmal zuschlagen. In Fankreisen hat Apple seinen festen Platz – neue Kundenschichten dürften schwer zu erschließen sein.

In Lauerstellung: Xiaomi

Der breiten Masse vielleicht gar nicht so bekannt, aber immerhin mit rund 10 Prozent Marktanteil vierte Kraft auf dem Smartphone-Markt ist die Marke Xiaomi, letztlich auch bekannt als Anbieter für Modelle zu etwas erschwinglicheren Preisen. Zuletzt wurde das Mi10 Ultra vorgestellt, das letztlich auch wieder mit sogenannten Under-Display-Kameras versehen ist – die Technik ermöglicht es, dass der Bildschirm wirklich von ganz unten bis ganz oben reicht. Die Hauptkamera auf der Rückseite wird von der Fachpresse als „beeindruckend“ beschrieben. Digital macht es die Kamera möglich, 120-fach zu vergrößern. Mit einem 6,67-Zoll-großen AMOLED-Display (120Hz) bekommen Nutzer ebenfalls starke Bilder zu sehen. Nach Herstellerangaben ebenfalls stark: Ein sich binnen 23 Minuten von null auf 100 Prozent aufladender Akku. Während das Gerät seit August in chinesischen Läden steht, soll es hierzulande im vierten Quartal 2020 verfügbar sein und vermutlich knapp 700 Euro kosten.

spiele.de-Empfehlung: Hier punktet nicht zuletzt der kontoschonende Preis. Bejubelt wird auch die Kamera, doch Xiaomi ist nicht der einzige Hersteller, dessen Gerät starke Bilder liefert. Wer das perfekte Gesamtpaket sucht und nicht auf jeden Euro schaut, ist bei Samsung besser beraten.


Bildquellen: Pixabay / Hersteller

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