So wirst du (vielleicht?) Lotto-Millionär

So wirst du (vielleicht?) Lotto-Millionär | Spiele.de
So wirst du (vielleicht?) Lotto-Millionär © Foto: pixabay / Michael Schwarzenberger
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Glaubt man einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2018, dann spielen über sieben Millionen Deutsche regelmäßig Lotto. Laut GfK-Glücksspielpanel waren es 2019 sogar 13,5 Millionen, die mindestens einmal einen Lottozettel ausfüllten. Im Vergleich zum Jahr 2018 ging die Zahl der Spieler um rund 300.000 zurück. Es klingt dann eher ernüchternd, wenn man zusammenzählt, wie viele von ihnen – im Jahr 2018 – einen Millionengewinn einkassiert haben: 125. Das heißt, pro Woche sind das im Schnitt etwas mehr als zwei Lotto-Spieler. Im Jahr 2020 gab es bisher 16 Gewinner in der Spielklasse 1 (also sechs Richtige mit Superzahl) und 168 Spieler, die sechs Richtige hatten. Bis dato wurden demnach in diesem Jahr 36 neue Lotto-Millionäre gezählt. Doch gibt es statistische Auffälligkeiten und somit Tipps und Wahrscheinlichkeiten, die zu beachten sind, um im Falle der ‚sechs Richtigen plus Superzahl‘ einen höheren Gewinn abzusahnen oder überhaupt die richtigen Nummern anzukreuzen?

Ein Mekka für Statistik-Nerds

Die Ziehung der Lottozahlen, vorgenommen mittlerweile zwei Mal pro Woche, nämlich mittwochs und samstags, ist in der Tat ein Mekka für alle, die statistische Hochrechungen und Aufstellungen lieben. Eine dieser Statistiken besagt zum Beispiel, dass man eine erhöhte Gewinnchance hat, wenn man in Baden-Württemberg lebt. Von den 125 Lotto-Millionären im Jahr 2018 kamen 23 und damit rund jeder Fünfte aus diesem Bundesland. 2020 liegt Baden-Württember mit vier neuen Millionären gleichauf mit Bayern, besser erging es nur Spielern aus NRW - dort wurden sechs neue Lotto-Millionäre gezählt, teilte Lotto auf unsere Anfrage hin mit. 

Dieser Logik augenzwinkernd folgend, gilt also für alle Stuttgarter, Karlsruher, Bietigheimer oder Heidelberger: Ab in den Lottoladen. Doch beim Ankreuzen der sechs Felder gibt es noch weitere Dinge, die Statistiker ermittelt haben.

Nämlich, dass zum Beispiel die Zahl „30“ so langsam mal wieder an der Reihe wäre. 46 Mal in Folge wurde die Kugel mit der 30 nicht mehr gezogen*, das ist überdurchschnittlich lang. Am zweitlängsten wartet die „17“, die zuletzt 21 Mal nicht durch das Röhrchen in den Auffangbehälter fiel*, auf eine Ziehung. Daraus lässt sich nun aber weniger ableiten – viel interessanter ist eine Auflistung, wie oft welche Zahl seit Beginn der Erfassung im Jahr 1955 gezogen wurde.

Stand 07.10.2020

Gibt’s doch nicht: Die 13 ist wirklich verflixt

Und dabei kommt heraus, dass man die Finger, oder eher das Kreuz, wohl in der Tat vom Feld mit der Nummer 13 lassen sollte. Diese wurde in den zurückliegenden 65 Jahren nämlich am seltensten gezogen: 484 Mal war sie ein Teil der ‚sechs Richtigen‘. Ähnlich selten, nämlich nur 488 Mal, war die Nummer 45 unter den sechs gewinnbringenden Kugeln.

Dieser Logik folgend, könnten Lotto-Spieler nun einfach die am häufigsten vorkommenden Zahlen wählen. Hier bestätigt sich in der Tat die Binsenweisheit, besonders viele Zahlen aus der 30er-Region anzukreuzen. Unter den Top-6 sind nämlich gleich vier Zahlen aus diesem Bereich: Die 31, die 32 und die 33 sowie die 38. Öfter als diese vier Kugeln wurden sonst nur die 49 (nämlich 586 Mal) und die 6 (nämlich 603 Mal) gezogen. 

Statistisch der beste Tipp ist demnach: 6, 31, 32, 33, 38 und die 49.

Foto: Pixabay / Hermann Traub

Wenn es dann klappt, dann kann es richtig in der Kasse klingeln. Im Oktober 2006 wurde der bis dato höchste Gewinn aus der so genannten Spielklasse 1, also dem klassischen sechs Richtige plus Superzahl , ausgeschüttet. Der damals einzige Gewinner knackte einen Jackpot, in dem sich 37, 688 Millionen Euro befanden. 

Finger weg vom Geburtstag

Um so hohe Geldsummen zu kassieren, ist es natürlich wichtig, dass man – im Falle eines Falls – einziger Gewinner ist. Deshalb raten Experten auch davon ab, Geburtstage zu tippen. Anfang 2019 etwa knackten gleich 14 Gewinner den Jackpot. Doch der Traum vom Millionengewinn war einige Stunden nach der Ziehung ausgeträumt. Lottosprecher Clemens Buch erklärte, dass der damals recht niedrige Gewinn von nur etwas mehr als 100.000 Euro pro Spieler und die hohe Anzahl an Teilnehmern mit sechs Richtigen an den gezogenen Zahlen lag.

„Da viele Lottospieler mindestens ein Kästchen mit Geburtsdaten ihrer Angehörigen spielen, ist die Trefferquote diesmal besonders hoch“, sagte Lottosprecher Buch. Gezogen wurden Mitte Februar 2019 nur Zahlen unter 30 – nämlich die 6, 9, 10, 11, 18 und die 22. Also alles Zahlen, die in unserem Kalender noch vorkommen. Wer bei dieser Ziehung übrigens fünf Richtige hatte, war wohl besonders enttäuscht. Von den erträumten Gewinnsummen waren die Lottospieler nämlich besonders weit entfernt. Dreieinhalb Tausend Euro bekamen diese. Anstelle der sonst überlicherweise 500 Spieler mit fünf Richtigen gab es 1547 ausgefüllte Kästchen mit fünf Treffern. Besonders empfehlenswert: Nicht die 19 tippen, da diese Zahl in fast allen Geburtstagen den Anfang der Jahresziffer darstellt. 

Und wenn ich gewonnen habe?


Dann ist die Freude freilich riesig - doch die ein oder andere kuriose Gewinner-Geschichte gibt es dennoch: 1983 zertrümmerte ein damals 50-jähriger Beamter in Kaiserslautern sein Mobiliar, nachdem er vom "Lotto-Glücksboten" erfuhr, 1,3 Millionen Mark gewonnen zu haben. Eine geschlagene Stunde tobte er und sagte dann: "Wir hätten sowieso neue Möbel gebraucht." 1997 wollte ein anderer 50-Jähriger eigentlich nur einen Porsche im Spiel 77 gewinnen und spielte drei identische Scheine. Er tippte auf allen die Geburtsdaten seiner Familie und hatte jedes Mal sechs Richtige: Er gewann somit 4,1 Millionen Mark. Viel Glück hatte 1986 die Frau eines Kommunalpolitikers. Diese tippte kurzerhand seine Wahlprognose, unter anderem mit 43 Prozent für die CDU oder 23 Prozent für die SPD auf dem Lottoschein - und gewann so 1,5 Millionen Mark.

Natürlich: Pures Glückspiel

Welche Zahlen gezogen werden, ist natürlich reinzufällig. Nüchtern betrachtet ist jede Kombination oder Reihenfolge zu gleicher Wahrscheinlichkeit möglich. Und Möglichkeiten von Zahlenkombinationen gibt es zur Genüge: Nämlich rund 14 Millionen. Entsprechend ist die Chance, genau die korrekten sechs Zahlen zu erwischen, mit 1:14 Millionen auch verschwindend gering. Für den Jackpot muss dann noch die Superzahl getroffen werden - dass das klappt hat eine Wahrscheinlichkeit von gar nur 1:140 Millionen.

Somit ist es auch mathematisch erwiesen, dass es vollkommen egal ist, ob man bei jeder Ziehung neue Zahlen tippt oder aber jeden Lottoschein mit genau den gleichen Zahlen abgibt. Lotto-Profis raten ohnehin dazu, Zufallsgeneratoren einzusetzen und die sechs ausgeworfenen Zahlen dann darauf zu überprüfen, ob man mit ihnen in die „Geburtstagsfalle“ tappen könnte – wenn ja; einfach noch einmal ein oder zwei neue Zahlen auswerfen lassen.

Fast die Hälfte der Lottoscheine werden übrigens freitags oder samstags abgegeben; 24 Prozent am Freitag, 25 Prozent am Samstag, berichtet uns ein Lotto-Sprecher. Sonntags (weniger als 1%) und am Montag (9%) spielen die wenigsten Menschen Lotto. Für diese Statistik, so der Sprecher, sei eine exemplarische Woche beobachtet worden. 

Übrigens: Wer nicht ganz so viel Geld braucht: Für drei richtige Kreuze gibt es bei Lotto 6 aus 49 im Schnitt etwas mehr als zehn Euro. Und hier ist die Gewinnchance auch viel höher: Sie liegt bei 1:63.   

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