3 Fitness-Apps im Check

Springe zu...
TEILEN

Was muss eine Fitness-App eigentlich heute können? Da ich prinzipiell echte Trainer statt Unterricht am Bildschirm bevorzuge, haben es Apps bei mir grundsätzlich schwer. Aber gut: Fitness-Apps haben sich binnen der vergangenen fünf Jahre und besonders während des vergangenen halben Jahres ja auch weiter entwickelt, weil sich echte Menschen dahinter geklemmt und ihnen ein ordentliches Shaping verpasst haben. Ich bilde mich mittlerweile selbst so weiter. Und während des Lock-Downs war ich dankbar für Live-Unterricht am Bildschirm auch als Teilnehmerin. Aber das ist ja nochmal was ganz anderes. Für diesen Beitrag über Fitness-Apps gilt: Grundsätzlich haben sie sich weiterentwickelt. Man könnte sogar sagen, dass ihnen das Training ihrer Entwickler grundsätzlich zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit verholfen hat. Zurück zur Ausgangsfrage: Eine gute Fitness-App muss individuelle Ziele berücksichtigen, intuitiv bedienbar, inspirierend und motivierend wirken und mindestens gesund erhalten.

Gesunderhaltung? Das ist doch kein Trainingsziel

Gesunderhaltung? Was soll das denn sein? Das ist doch kein Trainingsziell!" Kommt dir gerade ein Gedanke wie dieser? An dem Grund, warum ich auch Jahre nach den Fitness-App-Anfängen lieber direkt mit im Trainingsraum stehe, anstatt das Training dem Bildschirm zu überlassen, hat sich nichts geändert: Wenn einer davor turnt, der noch nie oder die vergangenen Jahre maximal vom Büro ins Auto und von dort in den Aufzug gestiegen ist, um dann erstmal auf die Couch zu fallen, kann ein Workout ohne echten Trainer eben auch verletzen, weil die vorgeschlagenen Videos möglicherweise schlicht überfordern und übertriebener Ehrgeiz schlicht den Körper überanstrengt. Mit Blick auf Todeszahlen, die zunehmend auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind, schicke ich diesen Nachteil nur einmal vorneweg.

Drei unter der Lupe: 7 Minuten Training, Pumatrac und Asana Rebel 

7Minuten

Der Purist unter den Dreien ist die App namens 7 Minuten Training. Die Übungen werden dir wahlweise als Animationen oder als Link zu Youtube-Videos anderer Anbieter angeboten. Eine zugegebenermaßen blecherne Stimme sagt dir pro Runde Übungen an, wann die nächste Übung beginnt. Pausenzeichen ist eine Trillerpfeife, die auch aus der Turnstunde der 1980er Jahre stammen könnte. Du kannst dir die Übungen selbst zusammenstellen oder zufällig anzeigen lassen. Hier gibt es klassische Kraft- und je nach Trainingsziel auch ausdauerorientierte Übungen. Ein Kalender hält deine Trainingserfolge oder eben Lücken fest. Es gibt sogar eine Erinnerungsfunktion fürs nächste Training. Der Aufbau beim Programm namens Klassiker: 30 Sekunden gefolgt von 10 Sekunden Pause. Am Ende erhältst du ein kleines Lob: „Toll gemacht!" Dieses Lob verdient die App auch, und zwar deswegen, weil sie ohne viel Schnickschnack daherkommt und dir in der Ursprungsversion ohne Kosten einen Trainingseffekt verschaffen kann. Für die Usability gibt es von mir als Schulnote eine 2, für die individuellen Trainingsziele eine 2 und für die Motivation eine 3. 

Pumatrac

Pumatrac punktet mit einer großen Auswahl an Trainingsprogrammen: Ich hatte mir als Lieblingsthemen Krafttraining, Boxen und Ballett ausgesucht, zwei sollst du dir minimal auswählen. Entsprechend erhalte ich eine Auswahl für die ausgewählten Kategorien. Internationale Presenter zeigen in hochwertigen Videos korrekte Übungsausführungen. Vom 43-minütigen Full-Body-Workout über eine 35 minütige Boxing HIIT Time bis zum 31-minütigen Dance and Run (vierminütiges Warm-up, 15 Minuten Run, 6 Minuten Zirkeltraining, 4 Minuten Zirkel, 2 Minuten Cool-Down. Die nicht so tanzaffinen Männer müssen keine Sorge haben: Ich habe mich ehrlich gesagt gewundert, warum der Titel der Titel ist (Dance?). Eine einzige Übung die Plie Jumps hat mich an meine Balletttraining erinnert. Das Boxing HIIT hat es in sich und du wirst nach den zehn Circuits dankbar fürs Ende sein. Natürlich wirst du auf der Startseite direkt auf den Puma-Shop verwiesen. Dafür gibt es 100 kostenlose Workouts. Du kannst über die App auch an Wettkämpfen teilnehmen. Gut gelungen ist der Aufbau eines jeden Trainings mit Warm-up und Cooldown. Für die Usability gibt es von mir als Schulnote eine 2+, für die individuellen Trainingsziele eine 1 und für die Motivation eine 1-.

Asanarebel

Und dann gibt es da noch Asana Rebel: Hier gibt es Yoga und Fitness, Inspirationen für einen gesunden Lebensstil, eine Musikauswahl für Videos, Trainingspläne und einfach ein gut gelungenes Gesamtpaket. Die Macher haben sich viel Mühe mit dem Konzept gemacht. Hier habe ich mir einmal bewusst die Yoga-Angebote für Männer angeschaut. Was mich bei allem Positiven, was ich über diese App schreiben werde, irritiert hat, ist, dass es keine Atemübungen gibt. Es wird nicht einmal gesagt, dass man versuchen soll, durch die Nase ein- und auszuatmen, keine Bewusstseinsübungen. Das ist in etwa so, als gelte dieses Klischee: „Männer kriegste doch nicht mit Atmen." Das ist in etwa so als würde man sagen: „Frauen kriegste doch nicht mit Fußball." Immerhin sagt die Sprecherin bei dem Programm „Hack your senses" so etwas wie: „Folge deinem Atem". Puh. Immerhin. Die kraftvollen Übungen sind gut für die oft verkürzten Beinrückseiten, Adduktoren und Hüftbeuger geeignet. Flexibilität spielt mit. Du bekommst auch Tagespläne, die dir zu einer gesunden Routine verhelfen können. Dafür gibt es von mir neben Usability (1-), individuellen Trainingsziele (2+) und Motivation (1-) eine weitere Rubrik: für Kreativität, wechselnde Inhalte und Inspirationen gibt es von mir eine glatte 1. Dafür lasse ich mir die App von Anfang an etwas kosten. Eine kostenfreie Testphase hätte eine 1+ gegeben. 

Weiterlesen