BVB gegen Bayern: Welcher Film läuft diesmal?

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Der deutsche Clasico wird diese Partie oft genannt. Und tatsächlich ist in den vergangenen 30 Jahren Bundesliga-Geschichte kaum ein Duell im Jahr so sehnsuchtsvoll erwartet worden, wie das Spiel der Borussia aus Dortmund gegen den Rekordmeister aus München. Spiele.de zeigt (nicht ganz ernstgemeint) auf, an welche Filme die spektakulärsten Begegnungen erinnern.

Legenden der Leidenschaft: April 1997

Wenn Männer Gefühle zeigen! Mit sechs Punkten Differenz zwischen Bayern und dem BVB startete das Spiel – und wie! Schon in der ersten Minute zeigten sich Andreas Möller und Mario Basler ihre gegenseitige Liebe auf dem Platz so leidenschaftlich, dass der Schiedsrichter zwei Mal Gelb zückte. Zwei Minuten später war der Endstand von 1:1 bereits erzielt. 

Obwohl das Spiel mit insgesamt sechs gelben Karten gar nicht so hart war, forderte Bayern-Kapitän Lothar Matthäus seinen Gegenspieler Andreas Möller in der zweiten Halbzeit durch eine eindeutige Geste auf, doch endlich seine Gefühle zu zeigen und seinen Tränen freien Lauf zu lassen, falls das nötig sei. Möller ging auf den gut gemeinten Ratschlag seines Kontrahenten allerdings nicht ein. Ein weiteres Spiel geprägt von Liebe und Respekt ging zu Ende. Aber Möller behielt trotz seiner Weigerung den Spitznamen Heulsuse.

Matthäus Möller

Kampf der Titanen: April 1999

Das Endergebnis von 2:2 spielte später kaum noch eine Rolle, denn andere Fakten machten diese Partie zur Fußball-Version des Fantasy-Spektakels. Zwar wurde das Torwart-Duell zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann, die in diesem Spiel zwischen den Pfosten stehen, noch nicht als Kampf der Titanen aufgebauscht, denn deren Fight um die Nummer Eins der Nationalmannschaft ist in dem Jahr noch keiner. Erst unter Trainer Jürgen Klinsmann 2006 gelingt Lehmann die Eroberung des Platzes an der Sonne.

Aber Oliver Kahn, der Titan der Bayern, steht in diesem Spiel im Mittelpunkt. Er reist mit 700 Minuten ohne Gegentor an – und verliert diese Serie schon nach sechs Minuten durch Heiko Herrlich. Zuvor war er von der Gelben Wand mit reichlich Bananen bedacht worden. Nach einem Rempler von Herrlich beißt er diesem im eigenen Strafraum fast in den Hals. Nachdem er beim 0:2 nicht fehlerlos aussieht, ist das Maß voll. Als Stephane Chapuisat wenig später in seinem Strafraum auftaucht, kommt es zum Kung-Fu-Tritt von Kahn gegen den Gegner – Gott sei Dank ohne Folgen für den Schweizer.

Das soll später als Weckruf für die Münchner gelten: Durch Zickler und Jancker kommen sie noch zum Ausgleich. Als Dede dann einer griechischen Tragödie gleich im Strafraum Kahns seinen schauspielerischen Qualitäten freien Lauf lässt, gibt es Elfmeter – gegen Kahn. Doch Ricken überwindet den Titanen nicht und München nimmt einen Punkt mit aus Dortmund – und erschuf dabei eine Legende.

Oliver Kahn

Der Punisher: April 2001

Erneut ein Duell, bei dem das Endergebnis von 1:1 nicht im Fokus des Interesses stand. Dieses Privileg bekam der Mann in Schwarz auf: Schiedsrichter Hartmut Strampe. Denn der gab den Marvel-Anti-helden und griff mächtig hart durch: 13 Karten mit insgesamt drei Platzverweisen standen später auf dem Spielbericht.

Bereits in Minute 35 durfte Bayerns Franzosen-Flitzer Lizarazu nach Gelb-Rot zum Duschen. Jens Jeremies war mit dieser Strafe des Punishers nicht einverstanden – und holte sich auch eine gelbe ab. Nach der Pause ging das Karten zücken munter weiter: In der 55. Minute sah Stefan Effenberg nach grobem Foul glatt Rot und verabschiedete sich mit Handküssen vom Dortmunder Publikum in die Kabine. Scholl, Kahn und Sagnol kamen ebenfalls noch in den Genuss des gelben Kartons, ehe Hartmut „Punisher“ Strampe in der Nachspielzeit noch Dortmunds Evanilson mit einer Roten Karte der Spielfläche verwies. Das Spiel endete mit 10:9 Spielern auf dem Platz für den BVB.

Effenberg sieht rot

Kindergarten-Cop: November 2002

Diesmal spielt die Handlung des Films in München. Die Hausherren liegen bereits mit 2:1 in Führung, als Gäste-Torwart Jens Lehmann wegen Meckerns seine zweite Gelbe Karte sieht und damit seinen Arbeitsplatz räumen muss. Zuvor hat Trainer Matthias Sammer allerdings schon Dede, Amoroso und Metzelder ausgewechselt. 

Und so muss der gelernte Stürmer Jan Koller auf den Spuren Arnold Schwarzeneggers wandeln und sich mit einem ganz neuen Job anfreunden: Torwart. Tatsächlich hält der tschechische Riese (2,02 Meter) den eigenen Kasten sauber. Die Niederlage seines Teams kann er allerdings nicht mehr verhindern, da ihm der Daueraufenthalt im gegnerischen Strafraum aus nachvollziehbaren Gründen verwehrt bleibt.

Jan Koller als Torwart

Wie das nächste Duell ohne die Gelbe Wand der Dortmunder am 6 März 2021 ausgeht, darüber kann nur spekuliert werden. Sky überträgt das Spiel live exklusiv auf Sky Q und Sky Ticket .

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