Welcher Kampfsport passt zu dir?

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Wer sich in der Freizeit mal so richtig auspowern möchte, dabei aber nicht unbedingt in der freien Natur unterwegs sein will oder auf Feldern mit Bällen hantieren mag, der könnte Gefallen an Kampfsportarten finden. Die allermeisten von ihnen haben ihren Ursprung im asiatischen Raum, finden seit vielen Jahren aber auch in Europa enormen Zuspruch. Viele von ihnen fußen auf ähnlichen Grundsätzen, sind in ihrer Ausführung aber dennoch grundverschieden.

Taekwondo setzt, auch wenn Trainer klar unterstreichen, dass fast jeder mitmachen kann, eine gewisse Beweglichkeit voraus. Das liegt an einer Reihe von Fußtritten, die zur Sportart gehören, die sich nur ausführen lassen, wenn diese gegeben ist. Vielseitige Beinarbeit gilt als absolutes Kennzeichen der Sportart, die aus Korea stammt und angeblich schon älter als 4000 Jahre ist. Die Deutsche Taekwondo Union (DTU) wurde 1981 derweil erst gegründet und ging aus der Sektion Taekwondo des Deutschen Judo-Bundes hervor.  Der DTU umfasst 18 Landesverbände, in denen knapp 60.000 Sportler aktiv sind. Großer Vorteil von Taekwondo, heißt es bei Jungdo Taekwondo aus Stuttgart, sei: Beim Betreiben des Sports fordere man Muskeln und Gehirn zugleich. Neben einer Steigerung des Selbstbewusstseins könne Taekwondo auch helfen, sich in Alltagssituationen zu beruhigen. Das funktioniere, in dem man in Stresssituationen einfach im Kopf Bewegungen und Kicks durchgehe. Zudem helfe ein Training im Gym immer auch dem Frustabbau.

Foto: Pixabay / Taekwondo-am-Tegernsee

Nicht berühren!

Eine etwas kürzere Vergangenheit hat Karate, das im 19. Jahrhundert auf japanischen Inseln erstmals beobachtet wurde. Oberste Regel des Sports: Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt. Zu den insgesamt 19 weiteren Regeln des Sports zählen Leitsätze wie „Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen“ oder „Es geht einzig darum, den Geist zu befreien“. Wer mit dem Sport beginnen möchte, müsse quasi keine besonderen Voraussetzungen mitbringen, erzählt Dirk Kaiser vom Deutschen Karate Verband e.V.: „Unabhängig vom Alter, dem Gewicht oder der Größe kann jeder die Techniken erlernen und sukzessive perfektionieren“, erklärt er.

Karate eigne sich Kaisers Meinung nach perfekt als Einsteiger-Sport – und zwar für Menschen jeden Alters. „Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Kleinkind, einen Teenager, einen Erwachsenen oder einen Senior handelt. Karate ist Leben – lebenslang“, erklärt Kaiser. Karate unterscheidet sich zudem in einem Punkt von anderen Kampfsportarten und dieser hat sehr viel mit absoluter Präzision zu tun: „Karate auszüben bedeutet, die absolute Kontrolle über seine Handlungen zu haben - weil die Kunst darin besteht, seinen Kontrahenten eben nicht zu treffen. Dazu bedarf es höchster Konzentration und Koordination, um die jeweilige Technik Millimeter genau vor dem Gegner abzustoppen“, sagt Kaiser, betont aber auch, dass die entsprechenden Tritte und Bewegungen in einem möglichen Ernstfall hilfreich sein könnten. Im Angriffsfall, der nichts mit dem eigentlichen  Sport zu tun hat, sondern im Alltag passiert, „können diese Techniken selbstverständlich auch durchschlagen - zur Abwehr, zur Selbstverteidigung“, sagt Kaiser.

Jigoro Kano, der bis 1932 lebte, gründete einst die erste Judo-Schule der Welt. Er formulierte damals schon drei vorrangige Ziele der Ausbildung – angemessenes Verhalten und die Ertüchtigung des Körpers gehörte dazu. Eben aber auch das Erlernen von Fähigkeiten, um den Gegner zu besiegen. Angespornt werden sollen ganz konkret die eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten und die eigene Persönlichkeit. Judo wird manchmal als „Schach auf der Matte“ bezeichnet, denn um sein Gegenüber auf der Matte aus dem Gleichgewicht zu bringen, sind Technik, Taktik und eben auch mentale Stärke gefragt.

Foto: Pixabay / markuzsm

Wie bei anderen Sportarten sind keine besonderen Voraussetzungen nötig, um mit Judo zu beginnen, bestätigt Ralf Matuschke, der den Sport beim TSV München/Großhadern lehrt. „Du benötigst zum Judo nichts außer einen Judoanzug oder erstmal einen Jogging-Anzug und ein bisschen Mut zum Körperkontakt mit deinem Partner“, sagt er. „Damit hast du alle Voraussetzungen mit viel Spaß beim Judo-Training deine Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit zu verbessern und neue Freunde kennenzulernen“, erklärt Matuschke und spielt damit auf eine wesentliche weitere Säule des Sports an. Nur wer das Lächeln nicht vergisst, der werde erfolgreich sein, hieß es schon vor einem Jahrhundert beim Judo. Spaß und Freude wird also groß geschrieben.

Harte Arbeit ist der Grundsatz beim Kung Fu. Die Sportart aus China ist etwa 1500 Jahre alt und geht auf Shaolin-Mönche zurück. Hierzulande hat vor allem Bruce Lee mit seinen Filmen den Sport bekannt gemacht. Im Gym besteht das Techniktraining aus Laufen, Liegestütz, Sit-Ups, allgemeinem Konditionstraining – große Meister der Sportart verspüren zudem an bestimmten Körperstellen keinen Schmerz mehr. Kung-Fu versammelt im Grunde genommen einige chinesische Kampfkünste zu einer neuen Form und empfiehlt sich für Sportler, die mit viel Geduld und Disziplin ausgestattet sind.

Der Selbstverteidigungssport

Wer sich in erster Linie auf eine notfalls nötig Selbstverteidigungs-Situation einstellen möchte, der ist beim Krav-Maga gut aufgehoben. Der Kampfsport wird unter anderem von Polizei und Militär zur Verteidigung eingesetzt. Gegenüber anderen Kampfsportarten sei die Technik einfacher und schneller zu erlernen, da hauptsächlich instinktive Bewegungen eingebaut werden.

Wer über einen Kampfsport aber die Beweglichkeit steigern möchte, der kann neben Taekwondo auch mal Jiu Jitsu ausprobieren. Die Sportart arbeitet vor allem mit Wurf- und Hebeltechniken und ist darauf ausgerichtet, dass man sich selbst die Kraft des Gegners zu Nutze macht – und diese quasi gegen ihn verwendet.

Foto: Pixabay / klimkin

Die Exoten

Wer es auch in Bezug auf Kampfsport eher extravagant mag – bitteschön: Capoeira gilt als die wohl aktobatischte Kampfsportart überhaupt, auch hier wird komplett auf Körperkontakt verzichtet. Stattdessen wird mitunter sogar auf den Händen getanzt. Entstanden ist die ungewöhnliche Kampfsportart einst in Brasilien. Capoeira ist ein riesiger Spaß, die Kämpfer bilden einen Kreis und teilweise werden sogar Musikinstrumente (etwa Trommeln) mitgebracht. Es geht hier weniger direkt um den Kampf, dafür absolut um den körperlichen Dialog.

Aus Brasilien kommt unterdessen auch Luta Livre, das ähnlich dem Jiu Jitsu aufgebaut ist, also viel mit Wurf- und Hebeltechniken arbeitet. Während Jiu Jitsu einst im Ursprung von der gesellschaftlichen Oberschicht betrieben wurde, war Luta Livre die Sportart der Unterschicht. In der Technik besteht der Hauptunterschied darin, dass Würfe und Hebeltechniken vor allem von den Beinen  und weniger von den Armen ausgehen.

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