Möbel restaurieren: Schritt für Schritt

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Egal, ob Aufmöbeln vom Vintage-Flohmarktstuhl oder Macken am Schrank verschwinden lassen: Möbel zu restaurieren ist gar nicht so schwer. Fünf Gestaltungs- und Reparaturtipps, die sicher gelingen.

1. Flecken, Kratzer und Dellen auf Holz ausbessern 

Hier eine Delle im Regal, dort ein Kratzer auf der Tischplatte. Macken an Möbeln lassen sich im Alltag zwar selten vermeiden, dafür aber schnell reparieren. Zwei Komponenten-Kleber verschließt sichtbare Dellen und Bohrlöcher. Einmal ausgehärtet, lässt er sich wie Holz schleifen, sägen, bohren und überstreichen. Damit kaputte Stellen vollständig verschwinden, kannst du die Holzmaserung mit Retuschierstiften täuschend echt nachahmen. Feine Kratzer auf lackierten Oberflächen lassen sich mit Möbelpolitur und einem weichen Tuch kaschieren. Scheuerstellen und Kratzer auf unbehandeltem Holz verschwinden mit Hartöl. Beim Aushärten des Öls können leichte Unebenheiten entstehen, die sich mit etwas Schleifpapier leicht entfernen lassen.   

2. Stühle reparieren  

Kippeln, rücken, schieben – Stühle machen Einiges mit. Vor allem Holzstühle verlieren mit den Jahren an Stabilität. Durch dauerhafte Belastung schwindet der Leim und die Stuhlbeine ächzen. Hier gilt: Das Übel an der Wurzel packen, zerschlissene Zapfen und Dübel ersetzen und den Stuhl neu verleimen.   

  • Bei wackeligen Stühlen lassen sich die einzelnen Bauteile mit etwas Druck einfach auseinanderziehen. Stuhlteile, die fester
    verbunden sind, vorsichtig mit einem Hammer auseinanderklopfen. Um die Holzoberfläche zu schonen, einen kleinen Holzblock unterlegen.  
  • Alten, getrockneten Leim mit einem Stechbeitel entfernen. Für kleinere Rückstände reicht es, die Stelle etwas abzuschleifen.   
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  • Die Stühle mit passenden Holz- und Flachdübeln neu verleimen. Produkttipp: Wer vorgeleimte Dübel kauft, kann auf zusätzlichen Holzleim verzichten. Den Dübel kurz ins Wasser tauchen, in die Dübellöcher stecken und die Bauteile zusammenpressen. Fertig. Überschüssigen Leim, der aus den Löchern quillt, mit einem feuchten Tuch abwischen.   
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  • Spann und Spreizzwingen ersetzen eine dritte Hand, indem sie Bauteile in Position halten. Nach dem Verleimen pressen Zwingen die
    Bauteile fest zusammen – die Grundlage für stabile Leimverbindungen. Wichtig: Rund 24 Stunden dauert es, bis der Leim komplett ausgehärtet und der Stuhl voll belastbar ist.  

3. Kaputte Beschläge ausbessern 

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 Vor allem Möbel aus gepresstem Sperrholz verlieren mit der Zeit an Stabilität. Stark beanspruchte Stellen wie Türscharniere und Möbelgriffe brechen dann bei ruckartigen Bewegungen schneller heraus. Die gute Nachricht: Das kaputte Holz lässt sich ganz einfach mit Zweikomponenten-Kleber reparieren. Bei sichtbaren Stellen, etwa dem Türgriff helfen Holzretuschierstifte dabei, die Klebstelle zu kaschieren.   

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 1. Zuerst die zwei Komponenten des Klebers vermischen – etwa auf einem separaten Holzstück oder einem Pappteller. Zügig arbeiten und sofort mit dem Spachteln beginnen.  

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 2. Die Masse mit dem Holzspachtel in die ausgerissenen Stellen und Bohrlöcher füllen. Alternativ lässt sich auch ein sauberer Eisstiel als Spachtel verwenden. Schwindet die Masse nach dem Aushärten, eine zweite Schicht Kleber aufspachteln. Wichtig: Nur soviel Kleber in die Öffnung geben, dass das Scharnier noch hineinpasst.  

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 3. Den Klebstoff vollständig aushärten lassen. Dann die Stelle etwas anschleifen, bis eine ebenmäßige Oberfläche entsteht. 

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 4. Mit einem Holzbohrer und einem Akku-Bohrschrauber neue Löcher bohren, aber bitte nicht zu tief. Ein Akku-Bohrschrauber mit Tiefenstopp hilft dabei. 

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  5. Zuletzt das Topfscharnier einsetzen und festschrauben. Fertig. 

4.Möbel neu lackieren

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Manchmal reicht schon ein neuer Anstrich, um die alte Gartenbank in ein Schmuckstück zu verwandeln. Für eine natürliche Holzoptik, das Holz in mehreren Schleifgängen abschleifen und dann lasieren. Die Lasur zieht tief in die unteren Holzschichten und schützt das Holz damit auch von innen vor dem Verfall. Mit einer transparenten Lasur dunkelt das Holz leicht nach. Weiße Holzlasuren sorgen für eine Färbung des Holzes, ohne dabei die Maserung ganz zu überdecken. Wer den Naturton erhalten und ihn vor dem Vergilben und Nachdunkeln schützen will, setzt auf Bienenwachsbalsam mit einem UV-Protektor. Für einen deckenden Anstrich Holzlack verwenden. Und so geht’s:  

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 1. Damit der Lack später gut haftet, alle Oberflächen zuerst mit 120er, dann mit 150er Schleifpapier anschleifen. Das gilt auch für alte Lackschichten. Bei großen Flächen erleichtert ein Schleifgerät die Arbeit. Ecken, Kanten und Zwischenräume mit einem Schleifschwamm oder einem Stück Schleifpapier bearbeiten. Bevor es ans Lackieren geht, alle Oberflächen sorgfältig entstauben. Feinstaub mit einem feuchten Lappen gründlich entfernen und das Holz anschließend gut trocknen lassen.   

 2. Beim Lackieren gilt: Für eine ebenmäßige Oberfläche, nass in nass und von einer Seite zur anderen arbeiten. Um Läufer und „Nasen“ zu vermeiden, lieber etwas weniger Farbe auftragen. Für eine deckende und gleichmäßige Farboberfläche, den Lackiervorgang nach einem Zwischenschliff wiederholen. Wichtig: Auch nach dem Zwischenschliff den Staub gründlich entfernen, damit der Lack nicht abblättert oder Blasen wirft.   

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3. Vor allem das Werkzeug spielt eine Rolle, wenn es um ebenmäßige Oberflächen geht. Pinsel mit Kunststoffborsten eignen sich für die Arbeit mit Acryllacken. Kunstharzlacke lassen sich mit Naturhaarpinseln besser verstreichen. Bei größeren Oberflächen sorgen kurzflorige Nylonrollen mit vier bis sechs Millimetern Florhöhe für eine ebenmäßige Lackoberfläche.   

5. Sitzmöbel polstern 

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 Zugegeben: Polstern ist eine Kunst für sich – vor allem, wenn es um klassische Feder-Polsterungen geht. Antike Sessel und Stühle solltest du deshalb besser einem ausgebildeten Polsterer überlassen oder einen entsprechenden Workshop besuchen. Einfache Polster aus Schaumstoff dagegen sind für Anfänger kein Problem. Fundstücke, wie etwa ein alter Koffer vom Flohmarkt oder ein einfacher Holzstuhl werden mit Polster und schickem Stoffbezug zum bequemen Hingucker. Unser Tipp: Für das Polter robuste und dichtgewebte Stoffe
verwenden. So eignen sich beispielsweise dicke Baumwollstoff, Samt oder Brokat für Sessel-, Hocker- oder Stuhlpolster.  

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 1. Die benötigte Breite und Tiefe des Polsters ausmessen und eine 18 Millimeter starke Kiefernholzplatte im Baumarkt zusägen lassen.   

1.	Die benötigte Breite und Tiefe des Polsters ausmessen und eine 18 Millimeter starke Kiefernholzplatte im Baumarkt zusägen lassen.

 2. Für Details, wie beispielsweise abgerundete Ecken, kommt eine Stich oder Dekupiersäge zum Einsatz (hier: Dekupiersäge Moto-Saw von Dremel. Ca. 100 Euro). Hat die Platte die passende Größe und Form, Sprühkleber auftragen und den Schaumstoff auf der Holzoberfläche befestigen. Den Kleber gut trocknen lassen.  

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 3. Im nächsten Schritt den Stoff auf das Polster spannen. Dazu die Stoffbahn über die Polsterung legen und mit einem Tacker oder kleinen Nägeln auf der Rückseite der Holzplatte befestigen.   

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 4. Polsterknöpfe verpassen Polstern einen edlen Look und kaschieren darüber hinaus kleine Stofffalten. Um die Polsterknöpfe zu befestigen, zwei Schrauben mit passender Unterlegscheibe mittig mit einem Abstand von 20 cm durch den Stoffbezug und den Schaumstoff drehen.   

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5. Ragt die Schraube auf der Rückseite der gepolsterten Platte heraus, diese mit einem
Multitool, etwa einem Dremel und einer Metall-Trennscheibe kürzen. 

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