Der Weg zum eigenen Heimkino

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Der Zweck eines Heimkinos ist es, abhängig von den Gegebenheiten des Raums ein bestmögliches Seh- und Hörerlebnis zu schaffen. Ein einfaches Setup kann etwa aus einem Fernseher und einer Soundbar bestehen, wenn Du aber nach mehr verlangst, gibt es abhängig von Budget und Vorlieben eine Menge Möglichkeiten. In diesem Ratgeber erfährst Du alles, was Du bei der Planung eines Heimkinosystems berücksichtigen solltest. 

Größe des Raums 

Die Größe des Zimmers ist maßgeblich für die Komponenten, aus denen Dein Heimkino bestehen sollte. Vor allem spielt er für die Wahl der richtigen Bildschirmdiagonale die entscheidende Rolle. Früher hieß es gerne: Multipliziere die Bildschirmdiagonale mal 2,5, ergebe sich die optimale Bildschirmdiagonale. Bei einem 55“-Fernseher (139,7cm) wären das demnach rund 3,5 Meter. Da aber Fernseher und Beamer immer schärfere Bilder erzeugen, kannst du bei etwa bei 4K
deutlich näher an an den Bildschirm heranrücken als bei einem Gerät mit Full-HD. Aus diesem Grund lautet die neue Faustformel: 

(Bilddiagonale in cm) x 2 für Full-HD; (Bilddiagonale in cm) x 1,2 für UHD-Auflösung

Hast Du die ideale Größe ermittelt, weißt Du auch oder besser ein Fernseher oder ein Projektor zum Einsatz kommt.  

LED- oder OLED-Fernseher: OLED-Geräte sind immer gefragter. Bei diesen Geräten bestehen die Panels wie bei LEDs nicht aus Metallen und Halbleitern, sondern aus organischen Materialien wie Plastik oder PET. Vorteile: Enormer Kontrast, bessere Farbbrillanz, größere Effizienz und schnellere Schaltgeschwindigkeit als LED – fürs Heimkino also ideal. Inzwischen sind die Preise von 55-Zoll-Modellen mit dieser Technik unter 1.000 Euro gefallen, was die Verkäufe weiter ankurbelt. 

4K-Modelle gehören dabei weiter zum Standard. Die Hersteller versuchen zwar weiter kräftig das noch schärfere 8K voranzutreiben, diesen Plänen machte aber COVID 19 einen Strich durch die echnung. Schließlich fielen Veranstaltungen wie die Fußball EM und Olympia ins Wasser, die einige Sender erstmals in 8K produzieren und ausstrahlen wollten.
Das Interesse an entsprechenden Geräten bleibt aber nicht nur aufgrund fehlender Inhalte gering, auch Preis und Energieverbrauch liegen immer noch deutlich über denen gleich großer 4K-Modelle. 

Projektoren: Beamer haben ihre Stärken, wenn es auf besonders große Bilddiagonalen größer als 2 Meter ankommt. Vor allem Laserbeamer mit Ultrakurzdistanz-Projektion bieten sich fürs Heimkino an. Das aber nur, wenn sich der Raum gut abdunkeln lässt. Achte auf jeden Fall darauf, dass Du ein Heimkino- und kein Office-Modell kaufst. VGA-, Audio- und
Composite-Video-Ein- und Ausgängen interessieren Dich nicht, Du brauchst nur HDMI.  

Beamer

Unabhängig davon, ob der Raum groß oder klein ist, solltest Du Dir zudem folgende Fragen stellen: 

  •  Wie viel Umgebungslicht ist vorhanden? Bei Fernsehgeräten kann Sonnenlicht für Reflexionen sorgen, bei Beamern zu einem blassen Bild. 
  • Wo willst Du sitzen? Dadurch ergibt sich die optimale Bildschirmgröße für das beste visuelle Erlebnis. 
  • Ist Teppich verlegt? Dieser Faktor wirkt sich auf die Verteilung des Schalls aus, insbesondere der Bässe. Teppichböden helfen dagegen bei der Absorption unerwünschter Audio-Artefakte. 
  • Positionierung der Lautsprecher: Willst Du die Lautsprecher im Raum, an der Wand oder an der Decke platzieren? Ob Decken- oder Wandeinbaulautsprecher praktischer sind, hängt von der Raumakustik ab und davon, welche Surround-Sound-Formate am häufigsten verwendet werden. 

Weitere wichtige Komponenten fürs Heimkino 

Receiver: Ein wesentlicher Bestandteil von Surround-Sound-Systemen ist ein Heimkino-Receiver, der folgende Funktionen in
einem Gerät vereint: 

  • Radiotuner für AM/FM, HD und Satellitenradio 
  • Vorverstärker, der steuert, welche Audio- und Videoquelle ausgewählt wird. Er verarbeitet dann die eingehenden Tonsignale und verteilt sie an die richtigen Verstärkerkanäle und den Subwoofer-Ausgang. Der Vorverstärker in einem AV-Receiver kann auch Videosignale von Quellkomponenten weiterleiten, etwa das Videosignal vom Blu-ray-Player zum Fernseher. 
  • Mehrkanalverstärker (5.1, 6.1, 7.1 oder mehr Kanäle), der die Surround-Sound-Signale an das Lautsprechersystem sendet. 

In besonders hochwertigen Heimkinosystemen werden die Funktionen eines Receivers auf separate Komponenten verteilt. Eine Vorverstärker/Verstärker-Kombination bietet etwa mehr Flexibilität und hilft, Störungen zu vermeiden, die durch den Umstand entstehen können, dass alle Funktionen in einem Gerät vereint sind. Im Normalfall ist eine Heimkino-Receiver
jedoch die beste Wahl.  

Lautsprecher: Eine Soundbar oder Stereolautsprecher bieten kein Heimkino-Feeling, ganz gleich, welche "Virtual Surround"-Versprechen die Hersteller machen. Für echten Raumklang brauchst Du fünf, sieben oder neun Lautsprechern plus einen Subwoofer. Für ein 5-Kanal-Setup benötigst Du beispielsweise jeweils zwei Front-, zwei Rück- und einen Center-Lautsprecher.
Höre Dir vor dem Kauf am besten verschiedene Marken und Setups an und entscheide dann. Dazu kommt dann noch der für die tiefen Frequenzen zuständige Subwoofer, den Du frei im Raum positionieren kannst.  

Speaker

Zuspieler

  • Ultra HD-Blu-ray-Disc-Spieler: Spielt Filme in echter
    4k-Auflösung und daneben auch DVDs und Audio-CDs ab. 
  • Streaming: Sofern Du eine schnellen Internet-Anschluss
    anzapfen kannst, sind Streaming-Dienst wie Netflix und Amazon-Video als Quelle
    ideal. Hier gibt’s Filme und Serien satt, immer mehr davon gibt’s in
    superscharfer 4K-Auflösung. Moderne Fernseher bieten direkten Zugriff,
    alternativ geht’s auch über netzwerkfähige Blu-ray-Player. 

Verkabelung

Das wichtigste Kabel im Heimkino ist eindeutig HDMI. Im Heimkino übertragen HDMI-Kabel Ton und Bild etwa vom Blu-ray-Player und Spielkonsole zum AV-Receiver, der dann die Signale an Beamer oder Fernseher weiterleitet. Wenn Du
Dich für 4K entscheidest, sollten alle Kabel den Standard HDMI 2.0 oder noch besser 2.1 unterstützen.  

Selbst installieren oder Fachmann fragen?

Falls Du Dir bei Aufbau und Installation nicht sicher bist, oder sogar ein individuelles Heimkino der Spitzenklasse planst, solltest Du die Hilfe eines professionellen Heimkino-Installateurs in Betracht ziehen. Der Installateur kann nützliche Vorschläge zu Komponenten oder Installationsoptionen machen, die in Deinen vier Wänden am besten funktionieren.
Teurer wird es dadurch aber allemal.   

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